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Merger & Acquisitions

M&A-Blockbuster-Jahr für Life-Science-Industrie

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Die Zahl der angekündigten Fusionen und Übernahmen ist in den Branchen Life Sciences und Chemie im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr von 1.765 auf 1.893 gestiegen. Den Zuwachs um 7 % hat eine KPMG-Analyse ergeben, die auf Zahlen von Thomson Reuters beruht. Das Transaktionsvolumen stieg im selben Zeitraum von 209 Milliarden Dollar auf 238 Milliarden Dollar. Die stärksten M&A-Aktivitäten sind in USA und China zu verzeichnen.

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Chemieunternehmen drängen laut der KPMG-Analyse verstärkt in die Endkundenmärkte
Chemieunternehmen drängen laut der KPMG-Analyse verstärkt in die Endkundenmärkte
(Bild: gemeinfrei / CC0)

Berlin – Das Wachstum des Transaktionsvolumens ist insbesondere auf die 62,3 Milliarden Dollar Transaktion zwischen Takeda Pharmaceutical und Shire zurückzuführen. Mit der Übernahme von Shire durch Takeda Pharmaceutical steht die Life Sciences Branche kurz vor einer Rekordübernahme. Es handelt sich um die größte angekündigte Transaktion seit der in 2015 angekündigten 160 Milliarden Dollar-Übernahme von Allergan durch Pfizer in Life Sciences.

Nach dem Beginn dieser Konsolidierungsphase im vierten Quartal 2017 ist kein Ende in Sicht. Procter & Gamble hat die 4,2 Milliarden Dollar-Übernahme des Consumer Health-Business von Merck angekündigt. Damit könnte P&G seine Präsenz im OTC-Geschäft weiter ausbauen. GSK hat im ersten Quartal 2018 den 13 Milliarden -Dollar Buyout des 36,5-prozentigen Anteils von Novartis an dem in 2015 gemeinsam gegründeten Consumer Healthcare Joint Venture angekündigt. GSK erwartet bis 2022 operative Margen von über 20 % in diesem Bereich.

Medizinischer Cannabis treibt Übernahmen in Kanada

Kanada hat seine Position als einer der Top-Akteure in M&A verteidigt. Insbesondere Transaktionen im Therapiegebiet von medizinischem Cannabis treiben die M&A-Aktivität an. Rund 40 % aller angekündigten Life Sciences Transaktionen mit kanadischem Target finden sich in diesem Bereich. Ein Treiber dieser Entwicklung ist die Legalisierung, die im Oktober 2018 in Kraft tritt. Zwischen 2018 und 2020 ist eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 42 % zu erwarten. Aurora Cannabis hat den 3,2 Milliarden. Kanadische Dollar Kauf von Med Releaf einem durch Forschung und Entwicklung getriebenen Cannabis-Unternehmen angekündigt. In Deutschland ist im März 2017 ein Gesetz in Kraft getreten, das Cannabis als Medizin in begründeten Einzelfällen zulässt. Die Versorgung erfolgt derzeit noch durch Importe. Jedoch ist für die Zukunft eine sogenannte Cannabisagentur geplant, die den Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke in Deutschland steuern und kontrollieren soll.

„Wir befinden uns in einem Blockbuster M&A Jahr. Life Science-Unternehmen nutzen Ihre Liquidität, um ausgewählte therapeutische Bereiche durch M&A Transaktionen zu stärken. Zur gleichen Zeit treibt der Druck auf Medikamentenpreise, insbesondere in den USA, die Konsolidierung voran. Disruptive Kräfte geben den Life-Sciences-Unternehmen gleichwohl Anlass zu Bedenken“, sagt Vir Lakshman, Leiter des Bereichs Chemie und Pharma bei KPMG in Deutschland.

Deutsche Chemie-Unternehmen auf Expansionspfad

Im Chemiesektor wurden im ersten Halbjahr 2018 497 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 39 Milliarden Dollar angekündigt. Damit zeigt sich ein Rückgang im Vergleich zu den Vorjahreswerten (534 Deals mit einem Gesamtvolumen von 66 Milliarden Dollar). Auf dem Markt für Agrochemie führen kartellbedingte Verkäufe von Unternehmensteilen die M&A-Aktivität an. BASF hat nach der im Oktober 2017 unterzeichneten 5,9 Milliarden Euro Übernahme der Saatgut- und nicht-selektiven Herbizid-Geschäfte von Bayer einen Vertrag zum Kauf weiterer Crop-Science Geschäfte in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro unterzeichnet. Die zusätzlich akquirierten Sparten verzeichneten 2017 einen Umsatz in Höhe von rund 745 Millionen Euro.

Deutsche Chemieunternehmen drängen durch Kooperationen mehr in den Endkundenmarkt. Evonik Industries AG hat durch eine Serie-A-Finanzierungsrunde in das amerikanische Hauttechnologie-Startup My Skin investiert. BASF schließt sich dem „Personalized Nutrition & Health“-Konsortium an, welches sich auf die Erforschung von personalisierter Ernährung und Gesundheitsberatung fokussiert.

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