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Humane Papillomviren

Nationales Referenzzentrum für humane Papillomviren kommt nach Köln

10.06.2009 | Redakteur: Olaf Spörkel

„Mit der Entwicklung von Impfungen gegen humane Papillomviren lassen sich bestimmte Krebsvorstufen, die zu einem Gebärmutterhalskrebs führen, mittlerweile erfolgreich verhindern“, sagt Prof. Herbert Pfister, der das Nationale Referenzzentrum für Papillom- und Polyomaviren leiten wird.
„Mit der Entwicklung von Impfungen gegen humane Papillomviren lassen sich bestimmte Krebsvorstufen, die zu einem Gebärmutterhalskrebs führen, mittlerweile erfolgreich verhindern“, sagt Prof. Herbert Pfister, der das Nationale Referenzzentrum für Papillom- und Polyomaviren leiten wird.

Am Institut für Virologie der Uniklinik Köln unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Herbert Pfister wird in Zukunft das Nationale Referenzzentrum für Papillomviren und Polyomaviren angesiedelt sein.

Köln – Das Bundesministerium für Gesundheit hat das Kölner Institut für Virologie zum nationalen Referenzzentrum für Papillomviren und Polyomaviren berufen. Laut Robert-Koch-Institut sind an der Kölner Einrichtung zahlreiche qualitative und quantitative Nachweisverfahren für HPV etabliert. Prof. Dr. Herbert Pfister und seine Stellvertreterin Prof. Dr. Ulrike Wieland forschen bereits seit Jahren an HP-Viren. Prof. Pfister ist Mitglied des HPV-Management-Forums innerhalb der Paul-Ehrlich-Gesellschaft und arbeitete bei der Leitlinie zur Impfprävention HPV-assoziierter Krebsarten mit.

Humane Papillomviren

„Mit der Entwicklung von Impfungen gegen humane Papillomviren lassen sich bestimmte Krebsvorstufen, die zu einem Gebärmutterhalskrebs führen, mittlerweile erfolgreich verhindern“, sagt Prof. Herbert Pfister, der das Nationale Referenzzentrum für Papillom- und Polyomaviren leiten wird. „Durch die beiden bestehenden Impfstoffe werden nur zwei Typen der HP-Viren abgedeckt, nämlich Typ 16 und Typ 18, und es gibt mehr als zehn weitere HPV-Typen, die ein Zervixkarzinom auslösen können. Die beiden Subtypen gegen welche die Impfung hilft, sind aber diejenigen, auf die weltweit 75 Prozent der Zervixkarzinome zurückgeführt werden können.“

Von verschiedenen Wissenschaftlern wurde die Warnung geäußert, dass mittelfristig andere Virustypen an die Stelle der impfpräventablen Typen 16 und 18 treten könnten. „Schon allein aus diesem Grund sind Studien notwendig, welche die neuen Impfprogramme begleiten. In diesem Zusammenhang gilt es zu klären: Wie lange hält der aktuelle Impfschutz? Bis zu welchem Alter ist es sinnvoll, den Impfschutz aufrecht zu erhalten? Werden die Virustypen, die jetzt erfolgreich durch die Impfung bekämpft werden können, eventuell durch andere Virustypen ersetzt?“, erläutert Prof. Pfister.

Polyomaviren

Die zweite Virusfamilie, mit der sich das Nationale Referenzzentrum beschäftigen wird, sind Polyomaviren. Bei mehr als der Hälfte der Erwachsenen lassen sich Antikörper gegen diese Viren nachweisen, bei gesunden Menschen führen die Viren jedoch kaum zu einer Erkrankung. „Die unterschiedlichen Polyomaviren, die wir kennen, spielen hauptsächlich bei Menschen eine Rolle, deren Immunsystem geschwächt ist, insbesondere bei der wachsenden Zahl immunsupprimierter Transplantatempfängern und bei HIV-infizierten Patienten mit Immundefizienz. Bei ihnen kann das JC-Polyomavirus eine Gehirnerkrankung auslösen, die drei bis sechs Monate nach Auftreten erster Symptome zum Tode führt. In Folge der Reaktivierung einer BK-Polyomavirus-Infektion kann es zu blutigen Blasenentzündungen und Verläufen bis zum Nierenversagen kommen“, sagt Prof. Pfister.

Funktionen des neuen Zentrums

Die Aufgaben des Nationalen Referenzzentrums für Papillom- und Polyomaviren bestehen vorrangig in der Verbesserung der Diagnostik von HPV-Infektionen und HPV-assoziierten Erkrankungen. Eine weitere wesentliche Aufgabe ist die Durchführung epidemiologischer Studien im Rahmen von Impfstrategien. Weiterhin soll eine Verbesserung der Diagnostik bei Polyomaviren, insbesondere bei molekularbiologischen Tests, erfolgen.

Außerdem werde die regelmäßige Beratung von niedergelassenen Ärzten, Kliniken, Laboratorien, Forschungsinstituten und dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, sowie die Durchführung von geeigneten Fortbildungen zu den beiden Virustypen einen wichtigen Teil der Arbeit des Nationalen Referenzzentrums für Papillom- und Polyomaviren ausmachen.

 

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