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Thailands Pharmamarkt bleibt dynamisch

| Autor / Redakteur: Waldemar Duscha, Germany Trade and Invest / Wolfgang Ernhofer

(Bild: Wikimedia Commons)

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Während die Pharmabranche in anderen Nationen eine sehr konstante Entwicklung hat, ist der thailändische Pharmamarkt starken Schwankungen unterworfen. Die wachsende Gesundheitsfürsorge und der Ausbau von Forschung und Entwicklung kommen der Pharmaindustrie sehr gelegen. Auch zunehmender Gesundheitstourismus in Thailand führt zu Umsatzsteigerungen.

Bangkok - Der Arzneimittelzweig gehört mit seinem hohen Wachstumspotential sicher zu den dynamischeren Feldern in der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung Thailands. Auch könnte sich das Profil der lokalen Industrie auf mittlere Sicht wandeln - bedingt durch stärkere unternehmerische Aktivitäten, vermehrte F&E-Anstrengungen oder auch die Umsetzung des freien Marktes in der ASEAN. Der Import von Medikamenten wuchs 2011 um knapp 16 Prozent auf etwas über 2 Milliarden US-Dollar, wobei Deutschland mit einem Anteil von 6,3 Prozent auf dem vierten Rang stand.

Wachsende Gesundheitsfürsorge

Im Zuge der wachsenden Gesundheitsfürsorge in Thailand dürfte die Nachfrage nach Arzneimitteln in den kommenden Jahren weiter kräftig ansteigen. Demografische Faktoren wie die Alterung der Bevölkerung spielen hierbei genauso eine tragende Rolle wie der medizinische Fortschritt oder die steigende Kaufkraft der Bevölkerung.

Der Arzneimittelmarkt wurde im Jahr 2011 vom Thailand Board of Investment (BOI) auf 129 Milliarden Baht (rund 3 Milliarden Euro; 1 Euro = rund 40,4 Baht) geschätzt, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 3,7 Prozent entsprach. Umgerechnet auf US-Dollar-Basis soll der Markt aber laut der Zeitschrift "companies & markets" sogar um 10,5 Prozent auf 4,4 Milliarden US-Dollar zugelegt haben. Bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts rechnet der Board of Investment (BOI) mit einer Verdoppelung des Pharmamarktes auf 255 Milliarden Baht.

Die größte Abnehmergruppe bleiben die Krankenhäuser mit einem Anteil von 78 Prozent, während der Rest überwiegend auf die Apotheken entfällt. Thailand verfügte im Jahr 2010 über 1025 öffentliche und 261 private Krankenhäuser, darunter 40 größere, moderne Kliniken. Die öffentlichen Krankenhäuser dominieren bei weitem, ist doch der Großteil der rund 64 Millionen Einwohner umfassenden Bevölkerung (etwa 90 Prozent) in der öffentlichen Gesundheitsversorgung abgesichert.

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Die Investitionsförderbehörde konzediert der eigenen Industrie vor dem Hintergrund kosteneffizienter Forschungs- und Produktionsbedingungen grundsätzlich gute Chancen für neue Investitionen. Angestrebt werden stärkere nationale Anstrengungen in Forschung & Entwicklung (F&E), produziere Thailand bisher doch gerade einmal 25 aktive Ingredienzen wie etwa Natriumchlorid, Kampfer oder Menthol. Die strategische Richtung der lokalen Industrie sieht der BOI in höherwertigen Produkten mit hoher F&E-Intensität in Krankheitsfeldern wie Hepatitis C, HIV, Influenza oder Bluthochdruck sowie bei pflanzlichen Anti-Virus- oder Krebsmitteln. Als Anreize für ausländische Investoren wirbt der BOI mit Steuerfreijahren und anderen Vergünstigungen wie etwa erleichterten Einfuhrzöllen für moderne Ausrüstungen.

Laut BOI zählt die Pharmabranche insgesamt 714 lokale und ausländische Pharmaunternehmen. Thailändische Unternehmen repräsentieren hierbei einen Anteil von 79,4 Prozent, während die Schweiz auf 7,3 Prozent kommt. Die weiteren größeren Investoren stammen aus Japan, Frankreich, USA, Vereinigtes Königreich, Niederlande und Dänemark. Zu den größeren Auslandsunternehmen zählen Greater Pharma, Inova, Siam Pharmaceutical, Biolab, Thai Meiji, Pfizer, Sanofi-Aventis, GlaxoSmithKline, Novartis und Merck. Mengenmäßig liegt der Anteil der lokalen Produzenten am Marktumsatz bei etwa 75 Prozent.

Ein größerer nationaler Produzent ist zudem die 1966 unter dem Gesundheitsministerium gegründete Government Pharmaceutical Organization (GPO), deren Produktpalette rund 300 pharmazeutische, biologische und natürliche Präparate umfasst. Ein aktueller Schwerpunkt der GPO liegt in der Entwicklung von Antivirus- und Herzkreislaufmitteln zur Bekämpfung der Krankheiten mit den höchsten Todesursachen im Lande.

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