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Industrie schuftet gegen Corona-Krise Mehr Corona-Tests nötig – Produktion bereits im 24/7-Modus

| Autor / Redakteur: Gabriele Köhne* / Christian Lüttmann

Tests auf das neuartige Coronavirus helfen dabei, dessen Ausbreitung besser nachzuverfolgen und so einzuschränken. Aufgrund des schnellen Anstiegs der Fallzahlen kommt die Produktion der Test-Kits jedoch kaum hinterher. Helfen sollen gesteigerte Produktionskapazitäten, schnellere Zulassungen ausländischer Tests und besseres Management der verfügbaren Ressourcen. Life-Science- und In-vitro-Diagnostika-Industrie legen dafür Extraschichten ein.

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Test-Kits auf das neuartige Coronavirus sind stark nachgefragt. Die Produktion kommt kaum noch hinterher (Symbolbild).
Test-Kits auf das neuartige Coronavirus sind stark nachgefragt. Die Produktion kommt kaum noch hinterher (Symbolbild).
(Bild: ©Robert Leßmann - stock.adobe.com)

Berlin – Infiziert mit Corona oder nicht? Diese Frage stellt sich so mancher in den vergangenen Wochen. Dementsprechend ist das Testaufkommen für Corona-Tests in den fachärztlichen Laboren Deutschlands sprunghaft angestiegen. Mehr als 260.000 Tests auf das Virus SARS-CoV-2 sollen allein in der vergangenen Woche durchgeführt worden sein, heißt es vom Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM). Und auch weltweit wird in immer größerem Umfang getestet.

„Die Diagnostika-Industrie tut alles, um den Kampf gegen die Corona-Pandemie zu unterstützen. Die Hersteller von Labortests zur Identifikation des Coronavirus fahren ihre Produktionskapazitäten hoch, es wird im 24/7-Modus gearbeitet“, sagt erklärt Ulrich Schmid, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH) angesichts der aktuellen Situation.

Corona-Krise aktuell Impfstoffentwicklung, Schnelltests und verschobene Fachmessen – hier finden Sie die neusten Meldungen zum Thema Coronavirus aus der LABORPRAXIS-Redaktion.

Testkapazitäten am Limit

Der VDGH steht im engen Austausch mit dem Bundesgesundheitsministerium und meldet die aktuellen Produktions- und Lieferkapazitäten der Industrie. Dies dient zusammen mit den Anforderungszahlen der Labore dem Abgleich von Angebot und Bedarf und somit der effizienten Versorgung in Deutschland.

Einige Anbieter sehen bereits ein großes Risiko darin, dass der Bedarf das Angebot übersteigen wird. „Diagnostika-Industrie und fachärztliche Labore stehen als leistungsstarke Partner Seite an Seite und versuchen, die labordiagnostische Versorgung nach besten Kräften zu sichern“, sagt Schmid.

Sonderzulassungen gegen Engpass bei Corona-Tests

Um weitere Kapazitäten zu schaffen, hat der VDGH an Bundesgesundheitsminister Spahn appelliert, sich für eine sofortige wechselseitige Anerkennung nationaler Sonder- und Notfallzulassungen stark zu machen – europaweit und unter Einbezug der USA und weiterer Staaten. „Damit könnten weitere Anbieter von Corona-Tests in Deutschland und grenzüberschreitend hinzukommen“, erklärt der VDGH-Vorstandsvorsitzende Schmid.

Die meisten Testhersteller agieren international und arbeiten mit Hochdruck daran, den weltweit ansteigenden Bedarf zu bedienen. Hierfür müssen die erforderlichen Rahmenbedingungen gesichert werden. „Der freie Warenverkehr und ausreichende Frachtkapazitäten auf allen Transportwegen sind für die internationalisierten Produktions- und Lieferketten unverzichtbar“, betont Schmid.

Angemessene Teststrategien finden

Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Kapazitäten ist in dieser besonderen Zeit entscheidend. Für einen effizienten Ressourceneinsatz in der Labordiagnostik sind angemessene Teststrategien für die Bevölkerung aus Sicht des VDGH unverzichtbar. Diese festzulegen, ist Aufgabe der Gesundheitspolitik. Das Robert-Koch Institut (RKI) als zuständige Bundesoberbehörde informiert über seine aktuellen Empfehlungen und Richtlinien zum ambulanten Management von COVID-19-(Verdachts)Fällen und zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2.

Die Entwicklung weiterer Testverfahren, die Bereitstellung von Laborausrüstung und Einmalprodukten, die Erforschung von Arzneimitteln und Impfstoffen sowie das Hochfahren biotechnologischer Produktionsprozesse sind ohne die Technologien der Life-Science-Research-Industrie (LSR) nicht möglich. Auch diese Unternehmen sind im VDGH als Branche vertreten und leisten Außerordentliches zur Bewältigung der Corona-Krise, heißt es vom Verband.

* G. Köhne, VDGH-Verband der Diagnostica- Industrie, 10117 Berlin

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