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Kartellrechtliche Bedingungen geklärt Merck übernimmt Sigma-Aldrich für 17 Milliarden US-Dollar

Redakteur: Tobias Hüser

Merck meldet Vollzug – das Wissenschafts- und Technologieunternehmen übernimmt Sigma-Aldrich für 17 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss der Transaktion folgt auf die letzte kartellrechtliche Bedingung, die Genehmigung der Europäischen Kommission. Durch die Akquisition stärkt Merck sein Produktangebot in der Life-Science-Branche.

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Merck wird durch die Akquisition zukünftig mehr als 300 000 Produkte an Life-Science-Kunden liefern können.
Merck wird durch die Akquisition zukünftig mehr als 300 000 Produkte an Life-Science-Kunden liefern können.
(Bild: Merck)

Darmstadt – Durch die Übernahme von Sigma-Aldrich wird Merck über eine effizientere Lieferkette verfügen, über die das Unternehmen an die Life-Science-Kunden weltweit mehr als 300 000 Produkte etablierter Marken liefern kann, zum Beispiel SAFC und Bio Reliance sowie Millipore und Milli-Q. Merck deckt damit jeden Bereich der Biotech-Herstellungskette ab und ermöglicht reibungslose Arbeitsabläufe mit verbessertem Kundenservice und einer vereinfachten Kundenschnittstelle.

Nach der Akquisition arbeiten bei Merck nun rund 50 000 Mitarbeiter in 67 Ländern an 72 Produktionsstandorten weltweit. Der gemeinsame pro-forma-Umsatz des Unternehmensbereichs Life Science für das Gesamtjahr belief sich 2014 auf 4,6 Milliarden Euro. Wie bei der Veröffentlichung der Zahlen für das 3. Quartal 2015 am 12. November bekanntgegeben, erwartet Merck für das Gesamtjahr 2015 einen Umsatz zwischen 12,6 und 12,8 Milliarden Euro.

„Zehnjähriger Transformationsprozess“

„Die Akquisition von Sigma-Aldrich markiert den Höhepunkt unseres fast zehnjährigen Transformationsprozesses und unterstreicht einmal mehr, dass Merck heute ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen ist”, sagt Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. „Gemeinsam mit unseren zwei anderen Wachstumsplattformen, Healthcare und Performance Materials, sind wir nun optimal aufgestellt, um jene globalen Herausforderungen anzugehen, die unsere Welt maßgeblich verändern werden.“

Merck hat in den vergangenen zehn Jahren Zu- und Verkäufe im Gesamtwert von 38 Milliarden Euro getätigt und sich vom früheren Pharma- und Chemieunternehmen in ein Wissenschafts- und Technologieunternehmen gewandelt. Um eine reibungslose Integration sicherzustellen, hat Merck die Integrationsplanung bereits weit voran getrieben. Der Unternehmensbereich Life Science wird weltweit unter „Merck“ auftreten. Lediglich in den USA und Kanada tritt er unter dem Namen „MilliporeSigma“ auf.

„Die Investition in den Life-Science-Sektor war ein wichtiger Schritt in der langfristigen Strategie von Merck“, erklärt Bernd Reckmann, Mitglied der Merck-Geschäftsleitung und zuständig für die Geschäftsbereiche Life Science und Performance Materials. „Die Übernahme von Millipore im Jahr 2010 war der erste bedeutende Schritt auf diesem Weg. Die Übernahme von Sigma-Aldrich ist ein weiterer Quantensprung und sichert uns eine wettbewerbsfähige Position in diesem Bereich.“

Regionale Bedürfnisse bleiben weiter im Fokus

Merck hat strategische Marketing- und Innovationsteams geschaffen, um Innovationen zu fördern und einzuführen, die auf die Bedürfnisse seiner Kunden im Life-Science-Sektor abgestimmt sind. Diese Teams konzentrieren sich auf drei Kundensegmente und werden dort für die Kundensegmentstrategie, das Produktportfolio und die Produkt-Roadmap sowie das Leistungsversprechen der Produkte verantwortlich sein.

Das neue Geschäft besteht aus sogenannten Commercial Areas. Um regionale und lokale Erfahrung und Kompetenz zu nutzen, sind die Commercial Areas nach Regionen unterteilt und jeweils für das Marketing, den Vertrieb sowie die Kunden- und Händler-Beziehungen selbstverantwortlich.

Das SAFC-Commercial-Geschäft von Sigma-Aldrich, ausgenommen das SAFC-Hitech-Geschäft, wird Teil des Geschäftsbereich Life Science von Merck sein. Das SAFC-Hitech-Geschäft wird indes in den Merck-Unternehmensbereich Performance Materials integriert und dort Teil des Geschäfts mit Integrated Circuits Materials. SAFC Hitech und Performance Materials verfügen über komplementäre Technologien, so dass sich die beiden Geschäfte ergänzen.

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