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Dreijährige Kooperationsvereinbarung

Merck und HQS Quantum Simulations bündeln Kräfte im Bereich Quantencomputing

| Redakteur: Alexander Stark

Merck hat eine auf drei Jahre angelegte Kooperation mit dem Karlsruher Startup HQS Quantum Simulations bekannt gegeben. Die Zusammenarbeit wird sich auf die Anwendung und Kommerzialisierung von Software für Quantenchemie auf Quantencomputern konzentrieren.

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Merck hat eine interdisziplinäre und funktionsübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit dem Thema Quantencomputer befasst.
Merck hat eine interdisziplinäre und funktionsübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit dem Thema Quantencomputer befasst.
(Bild: Merck)

Darmstadt – Im vergangenen Jahr ging das Startup HQS als Gewinner des von Merck vergebenen Anniversary Research Grant in der Kategorie „Digitalisierung und Computing“ hervor. Das Unternehmen hatte das Forschungsstipendium neben weiteren Research Grants im Jahr seines 350-jährigen Bestehens ins Leben gerufen. Das Startup-Unternehmen verfügt über besondere Expertise bei der Realisierung der Quantenchemie auf zukünftigen Quantencomputern, insbesondere auf so genannten NISQ-Geräten (Noisy Intermediate-Scale Quantum). Nun haben die beiden Unternehmen eine für drei Jahre geplante Kooperation unterzeichnet.

Der Pharmakonzern hat bereits eine interdisziplinäre und funktionsübergreifende Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit dem Thema Quantencomputer befasst. Die Chief Digital Organisation verfügt über fundiertes Know-how in der Quantenchemie, einem Anwendungsbereich, der als einer der ersten von der Einführung von Quantencomputern profitieren soll.

Beim Quantencomputing handelt es sich um eine grundlegend neue Computerarchitektur, die in Bezug auf die Rechenleistung einen Paradigmenwechsel einläutet, da die Technologie die Leistungsfähigkeit herkömmlicher Computer weit übertrifft. Im Wesentlichen wird bei Quantencomputern die Funktionseinheit der herkömmlichen Computer (Bits) durch neue Funktionseinheiten (Quantenbits oder Qubits) ersetzt, die über eine enorme parallele Rechenleistung verfügen. So lässt sich mithilfe von Quantencomputern bei spezifischen Problemstellungen die Gesamtzahl der Berechnungsschritte exponentiell reduzieren.

Chemie soll zu den ersten Profiteuren des Quantencomputing gehören

In den vergangenen drei Jahren sind die öffentlichen Fördermittel für die Entwicklung von Quantencomputern in allen wichtigen Ländern weltweit beispiellos gestiegen. Es wurden öffentliche Förderprogramme für Hochschulen sowie den privatwirtschaftlichen und öffentlichen Sektor ins Leben gerufen, um die Technologieentwicklung voranzutreiben. Akademische Spitzenforschung im Bereich Quantencomputing existiert weltweit.

NISQ-Computer weisen allerdings eine hohe Anfälligkeit für Quantenfehler auf und stellen zukünftige Anwendungen vor große Herausforderungen. Die Überwindung dieser Hindernisse durch neue, bahnbrechende Ansätze ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Zusammenarbeit. Im Hinblick auf mögliche Anwendungen geht man davon aus, dass in der Chemie als erstem Anwendungsbereich Quantencomputer eingesetzt werden, die die Durchführung skalierbarer und präziser quantenchemischer Berechnungen ermöglichen. Die anderen drei Hauptbereiche, die voraussichtlich von Quantencomputern profitieren werden, sind künstliche Intelligenz, der Finanzbereich sowie die pharmazeutische Forschung.

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