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Emerging Markets im Blick Merck verstärkt Engagement im Wachstumsmarkt China

| Redakteur: Tobias Hüser

Merck setzt auf den chinesischen Markt. Ein neues Flüssigkristallzentrum in China liefert bereits erste Produkte an Kunden. Darüber hinaus erfolgt bald die Grundsteinlegung für einen Pharma-Produktionsbetrieb in Nantong. Durch die Akquisition von AZ Electronic Materials steigt die Mitarbeiterzahl des Unternehmens in China auf über 2000.

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Im chinesischen Nantong entsteht die weltweit zweitgrößte pharmazeutische Produktionsanlage von Merck.
Im chinesischen Nantong entsteht die weltweit zweitgrößte pharmazeutische Produktionsanlage von Merck.
(Bild: Merck)

Darmstadt, Schanghai/China – In einem Monat soll der Grundstein für den Pharma-Produktionsstandort in Nantong gelegt werden. Wie das Unternehmen mitteilt, wird es die weltweit zweitgrößte pharmazeutische Produktionsanlage des Konzerns sein. Zu den wichtigsten Produkten zählen das Krebsmedikament Erbitux, Gonal-f zur Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen sowie Life-Science-Tools und Flüssigkristalle für Flachbildschirme. In den letzten drei Jahren hat Merck insgesamt über 100 Millionen Euro an Investitionen in China freigegeben.

Merck ist in den schnell wachsenden Emerging Markets stark vertreten: Die Umsätze in dieser Region, zu der auch China zählt, stiegen letztes Jahr um 9 % auf rund 3,8 Milliarden Euro, was einem Anteil von 36 % der Umsatzerlöse von 10,7 Milliarden Euro in 2013 entspricht.

Auf einer Pressekonferenz in Schanghai sagte Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck, dass der neu errichtete Produktionsbetrieb für Flüssigkristallmischungen (Liquid Crystals Center China) im Jinqiao-Industriepark in Schanghai im zweiten Quartal mit der Auslieferung der ersten Produkte an chinesische Kunden begonnen hat. Im Dezember 2013 war der Probebetrieb in diesem Zentrum, das eine Mischanlage für Flüssigkristalle, ein LC-Labor und das chinesische Kompetenzzentrum für das LC-Geschäft vereint, aufgenommen worden.

Akquisition von AZ Electronic Materials

Mit der Akquisition von AZ Electronic Materials (AZ), einem führenden Lösungsanbieter für Hightech-Materialen und funktionale Spezialchemikalien, hatte Merck dieses Jahr sein LC-Geschäft bereits um ein weiteres Premiumsegment mit Spezialchemikalien ergänzt und damit seine Präsenz auf dem asiatischen Markt ausgeweitet. In China unterhält AZ einen Standort mit etwa 100 Mitarbeitern in Suzhou im Großraum von Schanghai.

Im nächsten Monat soll die Grundsteinlegung für den neuen, 80 Millionen Euro teuren Pharma-Produktionsstandort erfolgen. Das Werk wird an der Mündung des Jangtsekiang in der Wirtschafts- und Technologieentwicklungszone Nantong (NETDA) im Großraum Schanghai entstehen. Die Fertigstellung der Anlage, die sich auf die Produktion und Verpackung von Glucophage, Concor und Euthyrox konzentrieren wird, ist für 2016 geplant. Die kommerzielle Herstellung soll 2017 anlaufen. Diese Marken von Merck für die Behandlung von Diabetes, Herz-Kreislauf- und Schilddrüsenerkrankungen werden in der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel Chinas geführt.

Neben den Investitionen in die Arzneimittelherstellung hat Merck auch sein Serviceangebot für Kunden aus der biopharmazeutischen Forschung und Entwicklung erweitert. Zu den jüngsten Investitionen der Sparte Merck Millipore mit Life-Science-Tools gehört das biopharmazeutische technische Schulungszentrum im Hightech-Gewerbepark Zhangjiang in Schanghai. Dieses Zentrum bietet Dienstleistungen in den Bereichen Support, Schulung und Validierung für biopharmazeutische Kunden mit Geschäftstätigkeit in China. Hier können die Kunden ihre Upstream- und Downstream-Prozesse erforschen, prüfen und optimieren sowie Umweltmonitoring durchführen.

Merck-Forschung in China

In Peking, wo sich auch die chinesische Zentrale von Merck Serono befindet, betreibt Merck darüber hinaus ein Forschungszentrum, das auf die Biomarkerforschung einschließlich Pharmakogenomik und Bioanalytik gemäß dem von Merck Serono verfolgten Ansatz der personalisierten Medizin spezialisiert ist.

Neben diesen Investitionen baut Merck auf ein umfangreiches Netzwerk von Kooperationen mit führenden akademischen und medizinischen Einrichtungen in China sowie lokale Unternehmen. Als jüngste Kooperationsvereinbarung mit einem chinesischen Unternehmen wurde, wie im November 2013 bekannt gegeben, eine zweite Vereinbarung über die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung mit Beigene geschlossen, mit der die bereits bestehende Zusammenarbeit beider Unternehmen im Bereich der Onkologie weiter ausgebaut wird.

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