Suchen

Frauenquote Merck will Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöhen

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die aktuelle Debatte um Frauenquoten in der Spitze deutscher Unternehmen zeitigt erste Reaktionen. Der Darmstädter Konzern Merck gab heute bekannt, dass er den Anteil von Frauen in Führungspositionen deutlich erhöhen will. Weltweit soll dieser Anteil bis zum Jahr 2016 auf 25 Prozent bis 30 Prozent steigen. Derzeit beträgt er konzernweit 22 Prozent und in Deutschland 17 Prozent.

Firmen zum Thema

Merrck will seinen Frauenanteil bei den Führungskräften auf 25 bis 30 Prozent erhöhen. Hier drei Forscherinnen im Entwicklungslabor für Schnupfensprays. (Merck)
Merrck will seinen Frauenanteil bei den Führungskräften auf 25 bis 30 Prozent erhöhen. Hier drei Forscherinnen im Entwicklungslabor für Schnupfensprays. (Merck)

Darmstadt – „Die derzeitige gesellschaftliche Diskussion um einen höheren Anteil von weiblichen Führungskräften in den Unternehmen ist enorm wichtig. Um das Thema auch bei Merck zu forcieren, hat sich die Geschäftsleitung das Ziel gesetzt, den Anteil der Frauen in Führungspositionen innerhalb der kommenden fünf Jahre auf 25 bis 30 Prozent zu steigern“, sagte Dr. Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. Eine gesetzliche Quotenregelung lehne Merck allerdings ab, erklärte Kley. „Es entbehrt jeglicher wirtschaftlicher Vernunft, Frauen nur deswegen in Führungspositionen zu bringen, um eine Quote zu erfüllen. Unabhängig von Geschlecht, Alter und nationaler Herkunft muss sichergestellt sein, dass Führungskräfte ausreichend qualifiziert und in der Lage sind, diese Funktionen auch gut auszufüllen.“

Die Merck-Geschäftsleitung will außerdem die neue Funktion eines Chief Diversity Officers schaffen; dieser soll Strategien und Maßnahmen erarbeiten, um die Unternehmensziele im Hinblick auf Vielfalt und Verschiedenartigkeit innerhalb der Belegschaft zu erreichen. Die neue Funktion wird ab 1. April Jennifer O’Lear, derzeit Leiterin Corporate HR Communications, wahrnehmen.

Im Vergleich zu anderen DAX-Unternehmen habe Merck mit 43 Prozent einen relativ hohen Frauenanteil an der Gesamtzahl der Mitarbeiter, erlärte Kley. In den Führungsebenen sei der Anteil aber noch zu gering. Deshalb hält er die Talentförderung von Frauen für eines der wichtigsten Themen, mit denen sich der Konzern befassen will. Schließlich gehe es bei einer vorausschauenden Personalpolitik darum, das volle Potenzial aller möglichen Nachwuchsführungskräfte auszuschöpfen. Deshalb müsse das Unternehmen sicher stellen, dass eine ausreichende Anzahl geeigneter Kandidatinnen zur Verfügung stehen, die auch an einem Aufstieg interessiert sind.

Deshalb sollen talentierte weibliche Nachwuchskräfte bereits zu einem frühen Zeitpunkt ihrer Karriere ausreichend gefördert werden.

Bei Merck sind Führungskräfte als Personen mit Personalverantwortung definiert. Das Unternehmen arbeitet bereits seit Jahren – besonders an den Hauptstandorten – daran, den Anteil an Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Im Fokus stehen dabei Förderprogramme für weibliche Nachwuchsführungskräfte, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder zum Überwinden stereotyper Rollenbilder.

So beteiligt sich Merck seit rund zehn Jahren an dem unternehmensübergreifenden „Cross-Company-Mentoring“-Programm, das speziell auf die Entwicklung von weiblichem Führungsnachwuchs abzielt. Darüber hinaus ist Merck seit 2006 offizieller Kooperationspartner des „Mentorinnen-Netzwerks für Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ in Hessen. Mit dieser Kooperation verfolgt Merck das Ziel, den Anteil von Frauen in naturwissenschaftlich-technischen Berufsfeldern zu steigern und dadurch auch langfristig den Anteil von Frauen in Führungspositionen in den naturwissenschaftlich-technischen Bereichen zu erhöhen. Insgesamt engagieren sich rund 25 Merck-Mitarbeiterinnen als Mentorin.

Eine weitere wichtige Voraussetzung sei auch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, heißt es in der Meldung. „Eine Entscheidung für eine Führungskarriere sollte unabhängig von der familiären Situation getroffen werden können“, betonte Kley. Flexible Arbeitszeiten, Kinderbetreuungsangebote, Unterstützungsangebote bei haushaltnahen Dienstleistungen oder Beratungsmöglichkeiten für Beschäftigte in Konfliktsituationen seien hier wertvolle Hilfestellungen. 2008 wurde Merck übrigens zum zweiten Mal nach 2005 von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet.

(ID:25644160)