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Mikro- und Nanotechnik Mikro-, Nano- und Materialindustrie reagiert konstruktiv auf Wirtschaftskrise

| Redakteur: Olaf Spörkel

Mit überwiegend konstruktiven Maßnahmen wollen die europäischen Unternehmen der Mikro-, Nano- und Materialbranche auf die Wirtschaftskrise reagieren.

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Die Mikro-, Nano- und Materialbranche reagiert mit verschiedenen Maßnahmen auf die Wirtschaftskrise.
Die Mikro-, Nano- und Materialbranche reagiert mit verschiedenen Maßnahmen auf die Wirtschaftskrise.
( Bild: IVAM Research 2009 )

Dortmund – Knapp 70 Prozent der Mikro-, Nano- und Materialunternehmen wollen verstärkt Neukunden akquirieren, mehr als 65 Prozent neue Geschäftsfelder erschließen. Dies ergab eine Befragung, die IVAM Research im Februar unter 2300 europäischen Unternehmen und Instituten aus den Bereichen Mikrotechnik, Nanotechnik und neue Materialien durchgeführt hat.

Weitere Maßnahmen, die die überwiegend mittelständischen Unternehmen gegen die Krise ergreifen wollen, sind verstärktes Marketing, die Erschließung neuer Absatzregionen und die Investition in Innovationen. Um Sparmaßnahmen kommen die Firmen jedoch nicht herum. So wollen fast 35 Prozent der Unternehmen als Reaktion auf die Krise bei den Personalkosten sparen und 14 Prozent die Investitionen für Forschung und Entwicklung zurückfahren.

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Fast die Hälfte (47 Prozent) der befragten Hightech-Unternehmen war 2008 von der Krise betroffen, in den meisten Fällen durch Auftragsrückgänge (78,4 Prozent) und sinkenden Absatz (63,6 Prozent). Düsterer fallen die Prognosen für 2009 aus: In diesem Jahr rechnen mehr als zwei Drittel der Unternehmen mit negativen Auswirkungen der Krise auf ihre Geschäftsentwicklung.

Exportanteil stabil - Mitarbeiterentwicklung stagniert

Auf den Exportanteil der europäischen Mikro-, Nano- und Materialindustrie hat sich die weltweite Wirtschaftskrise 2008 nicht spürbar ausgewirkt. Insgesamt haben 2008 fast 50 Prozent der mittelständischen Unternehmen mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Export erzielt. Die USA bleiben Exportland Nummer eins der europäischen Industrie. Die Gesamtumsätze sind 2008 laut IVAM bei der Hälfte der Unternehmen gestiegen, knapp 20 Prozent meldeten jedoch einen Umsatzrückgang. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten sogar 28 Prozent der Firmen einen Umsatzrückgang.

Deutlich weniger optimistisch als in den Vorjahren fallen die Prognosen für die Mitarbeiterentwicklung im laufenden Geschäftsjahr aus. Insgesamt rechnet nur etwa ein Drittel der Unternehmen für 2009 mit einem Zuwachs. Gut 50 Prozent erwarten, die Zahl der Mitarbeiter 2009 stabil zu halten; fast 17 Prozent rechnen mit rückläufigen Mitarbeiterzahlen.

Unternehmen setzen trotz Absatzkrise auf die Automobilindustrie

Die aktuelle Absatzkrise der Automobilindustrie scheint kein Grund für die Zulieferunternehmen zu sein, sich von der Autobranche abzuwenden. Nach der Medizintechnik, die nach wie vor der wichtigste Markt der europäischen Mikro-, Nano- und Materialunternehmen ist, ist die Automobilindustrie der zweitwichtigste Absatzmarkt der Unternehmen. Mehr als 50 Prozent der mittelständischen Unternehmen beliefern die Automobilwirtschaft. Allerdings rechnen 73 Prozent der Automobilzulieferer für 2009 mit einem Auftragsrückgang, 61 Prozent mit sinkenden Absatzzahlen.

Mikrosysteme für erneuerbare Energien liegen im Trend

Von Mikrosystemen für erneuerbare Energien wie Photovoltaik versprechen sich laut Studie die europäischen Mikro-, Nano- und Materialunternehmen in naher Zukunft gute Geschäfte. 55 Prozent der Unternehmen, die sich mit Energietechnologien beschäftigen, setzen auf Applikationen im Bereich erneuerbare Energien. 45 Prozent wollen sich mit funktionalen Oberflächen beschäftigen, die Energie und Kosten sparen. Mit dem Micro Energy Harvesting, bei dem ambiente, das heißt aus der Umgebung gewonnene Energie für den Antrieb von Mikrosystemen genutzt wird, wollen sich zehn Prozent der mit Energie- und Effizienztechnologien beschäftigten Unternehmen in naher Zukunft auseinandersetzen.

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