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Wirkt Wald Wunder?

Mit TD-GC/MS der heilenden Kraft von Bäumen auf der Spur

| Autor / Redakteur: Guido Deußing* / Dr. Ilka Ottleben

Abb. 1: Bereits fünf Minuten pro Tag im Wald zu verbringen, soll sich Forschern zufolge positiv auf das mentale Wohlbefinden auswirken [1].
Abb. 1: Bereits fünf Minuten pro Tag im Wald zu verbringen, soll sich Forschern zufolge positiv auf das mentale Wohlbefinden auswirken [1]. (Bild: © eyetronic - adobe.stock.com)

Bereits ein kurzer Aufenthalt im Wald soll eine heilende Wirkung haben. Nur Einbildung? Wohl nicht. Japanische Forscher sehen in den von Bäumen emittierten natürlichen flüchtigen organischen Verbindungen wichtige Heilsbringer und in ihrer Forschung die Chance, natürliche Heilstätten auf Maß zu kreieren.

Haben wir nicht alle die Erfahrung gemacht, dass ein Spaziergang durch den Wald wahre Wunder bewirken kann, vor allem, wenn man unter Druck steht, den Kopf mit allem Möglichen voll oder Stress hat? Kaum in den Wald eingetaucht, fällt die Anspannung ab, fühlt man sich freier, frischer, lebendiger. Wer meint, diese Wahrnehmung sei eingebildet, eine Sinnestäuschung, der irrt! Bereits ein kurzer Aufenthalt im Wald, die Rede ist von nicht mehr als fünf Minuten pro Tag, soll sich Forschern zufolge nachweislich positiv auf das mentale Wohlbefinden auswirken [1].

Eine große Bedeutung wird hierbei der Pflanzenform zugeschrieben, die dem Begriff Wald qua Definition seine Bedeutung gibt: den Bäumen. Allein der Anblick eines Baumes könne die Stimmung aufhellen und den Körper stärken. Das haben Wissenschaftler bereits 1984 beobachtet: Krankenhauspatienten, die von ihrem Krankenlager aus Bäume sehen konnten, zeigten eine schnellere und bessere Wundheilung und brauchten weniger Schmerzmittel als Patienten, denen die Aussicht auf Bäumen verwehrt blieb [2].

Das Phänomen heilsamer Spaziergänge im Wald

Weltweit wurden Studien über die Wirkung von Bäumen und Wäldern auf die Gesundheit sowie Heilungsprozesse durchgeführt. Bemerkenswert: allein das Vorhandensein eines Waldes in der Nachbarschaft soll einen nachweislichen Wohlfühleffekt für die Anwohner bergen. Wie groß dieser Effekt sei, könne von der Baumdichte abhängen: Kanadische Wissenschaftler meinen, je mehr Bäume in einer Wohngegend stehen, desto niedriger sei das Risiko für die Menschen dort, an Herz und Kreislauf, Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken [3].

Qing Li von der Nippon Medical School in Tokio kommt nach der Analyse von Gesundheitsdaten der japanischen Bevölkerung zu dem Resultat: Wer in einer waldreichen Region lebt, stirbt seltener an den Folgen von Krebs, als jemand, der in waldkargen Gefilden beheimatet ist. Bäume seien laut Li in der Lage, das Immunsystem zu stärken und die vermehrte Bildung von Killerzellen anzuregen, die für die Abwehr schädlicher Keime und von Krebszellen wichtig sind [4, 5].

Die Untersuchung der Präventivwirkung von Wäldern auf Zivilisationskrankheiten beflügelte an japanischen Universitäten die Etablierung des jungen Forschungsbereichs der „Waldmedizin“. Die gewonnenen Erkenntnisse über die Wirkung von Wäldern flossen inzwischen ein in die alternative Heilmethode des „Waldbadens“; das japanische Wort dafür lautet „Shinrin Yoku“ [6, 7]. „Waldbaden“ meint im Grunde nichts anderes als einen kurzen, geruhsamen Ausflug in den Wald, der unter bestimmten Voraussetzungen [8] die Stimmung aufhelle, Stress entgegenwirke und das Immunsystem stärke.

Dass ein Aufenthalt an frischer Luft unter günstigen klimatischen Bedingungen heilsam sein kann, ist bei Leibe keine Neuigkeit. Das ahnte man bereits in der Antike. Im 19. Jahrhundert propagierten Ärzte wie Hermann Brehmer (1826 – 1889) die Wirksamkeit von Luftkuren bei Erkrankungen wie Tuberkulose [10]. Was aber verleiht einem Wald die Kraft, Wohlbefinden und Gesundheit zu fördern?

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