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Dynamik eines Familienunternehmens

„Mit Temperaturen begeistern“

| Autor / Redakteur: Das Gespräch führte   Dr. Ulla Reutner / Marc Platthaus

„ Anwendungen der Labor- und Analysentechnik sind durch eine zunehmende Vernetzung, aber auch durch den Trend zu einfacheren, kostengünstigeren Geräten geprägt. Beides muss beherrscht werden.“ Dr. Gunther Wobser, Geschäftsführender Gesellschafter und CEO, Lauda Dr. R. Wobser
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„ Anwendungen der Labor- und Analysentechnik sind durch eine zunehmende Vernetzung, aber auch durch den Trend zu einfacheren, kostengünstigeren Geräten geprägt. Beides muss beherrscht werden.“ Dr. Gunther Wobser, Geschäftsführender Gesellschafter und CEO, Lauda Dr. R. Wobser (Bild: Lauda Dr. R. Wobser)

Mit welchen Herausforderungen ist ein Anbieter von Temperiertechnik im Jahr 2017 konfrontiert? Nah am Anwender müsse er sein, sagt Dr. Gunther Wobser, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Lauda Dr. R. Wobser, der neben der Digitalisierung viele weitere Anforderungen kennt. Sein Unternehmen stellt er daher so vielseitig und dynamisch wie möglich auf.

LABORPRAXIS: Die Geschichte der Temperiertechnik reicht zurück bis zu den Alchemisten des Mittelalters. Gibt es dennoch neue Herausforderungen, die bei der Entwicklung von Temperiergeräten zu meistern sind, Herr Dr. Wobser?

Dr. Gunther Wobser: Aus den aktuellen Anwendungen entstehen neue Anforderungen. Zurzeit geht es darum, große Temperaturbereiche mit möglichst einer Temperierflüssigkeit abzudecken und das schnell, wartungsfrei und ökologisch verträglich. Zudem denken wir über Sensoren und Nutzung der Daten nach, um den Kunden besseren Service und neue Dienstleistungen bieten zu können.

LABORPRAXIS: Welche technischen Trends sehen Sie in den Anwendungen von Labor- und Analysentechnik?

Dr. Wobser: Sicher die Vernetzung, aber auch der Trend zu einfacheren, kostengünstigeren Geräten. Beides muss beherrscht werden.

LABORPRAXIS: Können Sie sich disruptive Entwicklungen vorstellen, die bestimmte Technologien im Umfeld der Temperierung überflüssig machen?

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person: Dr. Gunther Wobser

Dr. Wobser: Grundsätzlich können durch Software und Künstliche Intelligenz Fragestellungen simuliert werden, für die sonst Versuche mit Temperiergeräten erforderlich werden. Auf der anderen Seite nehmen Leistungen zu, sodass verstärkt aktiv temperiert bzw. gekühlt werden muss. Disruptiv wäre, wenn ein Branchenneuling den Kauf von Laborgeräten überflüssig machen würde.

LABORPRAXIS: Ein Trend des letzten Jahrzehnts war die immer höhere Automatisierung auch im Laborbereich. Wird es irgendwann das voll automatisierte Labor geben und was würde das für Ihr Produktportfolio bedeuten?

Dr. Wobser: Tatsächlich glaube ich, dass das voll automatisierte Labor ein gewisser Widerspruch ist. Labore werden immer etwas Forschendes, Experimentelles haben, was nicht zu automatisieren ist. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung sind heute 95 Prozent der Labore überhaupt nicht betroffen. Dennoch muss hier differenziert werden, denn bei Analysenlaboren sieht das sicher anders aus. Automatisation sehe ich in der Produktion und in den Prozessen. So will die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie in den nächsten drei Jahren eine Milliarde Euro in die Digitalisierung investieren. Wichtig ist, dass Geräte offen sind und durch verschiedene Schnittstellen in ein Leitsystem eingebunden werden können. Neben den üblichen Schnittstellen wird zum Beispiel der SiLA-Standard diskutiert, was wir interessiert verfolgen, aber nicht an vorderster Stelle mitgestalten. Außerdem sollten Geräte datentechnisch mit den Herstellern verbunden sein. Der neue 5G-Standard wird eine gute Alternative zu sensiblen Firmennetzwerken werden.

LABORPRAXIS: Welche Trends neben der Digitalisierung beeinflussen Ihr Geschäft?

Dr. Wobser: Uns wie auch die Wettbewerber betrifft die Öko-Designrichtlinie, die bestimmte Kältemittel verbietet bzw. vom Markt verschwinden lässt. Das betrifft aber nur europäische Hersteller, was ein Wettbewerbsnachteil sein kann. Die konsequente Umsetzung erfordert einen erheblichen Entwicklungsaufwand und teilweise höhere Herstellkosten. Es ist aktuell nicht klar, ob dies der Kunde durch eine höhere Preisbereitschaft honorieren wird.

LABORPRAXIS: Safety und Security gelten derzeit ebenfalls als technologische Treiber. Was bedeutet das für Ihre Produkte?

Dr. Wobser: Unsere Geräte erzeugen extreme Temperaturen und arbeiten mit Flüssigkeiten, von denen Gefahren ausgehen können. Neben der sorgfältigen Dokumentation haben die Geräte umfangreiche Sicherheitseinrichtungen, die seit vielen Jahren Standard sind. Interessant wäre eine zunehmende Verwendung von Sensoren zur Erfassung von kritischen Werten, um präventive Wartungen durchzuführen und mögliche Ausfälle vorher zu erkennen beziehungsweise gar nicht auftreten zu lassen.

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