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Know-how-Schutz Mittelständler auf illegaler Fachkräfte-Jagd

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Umsatzstarke Vertriebsprofis oder Fachleute mit begehrten Nischenqualifikationen sind heiß begehrt. Wenn sie dann auch noch wertvolles Know-how vom Konkurrenten mitbringen, wird eine erfolgreiche Abwerbung zum Hauptgewinn. Entsprechend dreist gehen viele Firmen vor, um Fachkräfte mit Potenzial zum Wechsel zu bewegen.

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Im Innern einer Deckenlampe verbauter Sender bei einem namhaften Automobilzulieferer.
Im Innern einer Deckenlampe verbauter Sender bei einem namhaften Automobilzulieferer.
(Bild: Ultima Ratio)

Gernot Zehner, Experte für Lauschabwehr bei der Ultima Ratio GmbH in Hanau, ist überzeugt: „Die Abwerbung von Mitarbeitern mit illegalen Methoden ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für die Wettbewerbsfähigkeit unserer mittelständischen Unternehmen.“

Fachkräftemangel setzt Hemmschwelle vieler Unternehmen drastisch herab

Fachkräftemangel ist ein ernst zu nehmendes Problem, das offenbar die Hemmschwelle vieler Unternehmen drastisch herabsetzt: Schon 2010 verlor der deutsche Mittelstand auf rund 29,4 Mrd. Euro Umsatz, weil wichtige Positionen unbesetzt waren. Eine starke Motivation, sich das dringend benötigte Personal mithilfe von Headhuntern oder auch gänzlich illegalen Methoden zu beschaffen – und nicht selten die Firmengeheimnisse der Konkurrenz gleich noch mit dazu.

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„Immer öfter werden wir von Firmen kontaktiert, die dramatische Abgänge aus Schlüsselpositionen verzeichnen und sich gar nicht erklären können, wie die Konkurrenz an die betreffenden Personen herangekommen ist. Häufig werden wir dann bei unserer Suche fündig“, berichtet Abhörexperte Gernot Zehner von Ultima Ratio.

Achtung: Die Konkurrenz hört mit

Was sich nach einem Agententhriller aus Hollywood anhört, ist nach der Erfahrung von Experten längst im deutschen Mittelstand angekommen: Branchen-Insider schätzen, dass rund 60 Prozent der deutschen Unternehmen schon einmal Opfer eines Lauschangriffs waren oder noch sind. Mit enormem Schadenspotenzial: 40 % der betroffenen Unternehmen verzeichnen anschließend gravierende Umsatzeinbußen und erhebliche Beeinträchtigungen ihrer Geschäftsbeziehungen.

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