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Know-how-Schutz

Mittelständler auf illegaler Fachkräfte-Jagd

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Die „SiFo-Studie – Know-how-Schutz in Baden-Württemberg“ bezifferte bereits 2010 den finanziellen Schaden durch Verrat oder Ausspähung von Geschäfts- oder Betriebsgeheimnissen im Einzelfall auf durchschnittlich 171.000 Euro. Trotzdem machen es die meisten Unternehmen ihren Gegnern leicht: Sie sind arglos und denken gar nicht daran, dass jemand in diesem Maße an ihren Interna interessiert sein könnte.

Dabei liefern Wanzen in Besprechungsräumen, Rauchmeldern oder Telefonhörern nicht nur Kunden-, sondern auch wertvolle Mitarbeiter-Informationen an dreiste Lauscher – und solche Informationen sind auch in kleinen Unternehmen mehr als schützenswert. Gut informierte Konkurrenten haben damit leichtes Spiel bei der Ansprache und Abwerbung der besten Kräfte. Die Folgen sind dramatisch und können für das betroffene Unternehmen sogar existenzbedrohend sein.

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So können sich Unternehmen schützen

Dagegen halten sich die Kosten für den Lauscher im Rahmen der Portokasse, technisches Verständnis ist heutzutage dafür nicht mehr unbedingt erforderlich – und das Risiko, entdeckt und überführt zu werden, überschaubar, bedauert Lauschabwehr-Profi Gernot Zehner. Auch wenn seine überraschten Kunden sich nach einem Wanzenfund in ihrem Büro oft denken können, wer dahinter steckt, ist ein Nachweis oft schwierig – der Urheber kann dann nicht belangt werden.

Die Abhörtechnik wird in der Regel gut versteckt oder an unzugänglichen Stellen verbaut. Das ist in der Regel die größte Herausforderung für den Lauscher. „Nicht selten werden dazu unauffällige „Service-Kräfte“ ins Unternehmen geschickt – ein Techniker, der im Auftrag der Hausverwaltung die Brandmelder überprüfen soll, oder eine neue Putzfrau der Gebäudereinigungsfirma, die an einem anderen Tag für eine erkrankte Kollegin einspringt. Hier sollten Empfangsmitarbeiter und Unternehmensführung hellhörig werden und unbedingt die Herkunft der ungebetenen Besucher überprüfen!“ rät Lauschabwehr-Experte Zehner.

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