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1000 Genome Projekt MPI ist deutscher Partner des 1000 Genome Projekts

Redakteur: Olaf Spörkel

Das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin ist als neunter Partner in das internationale 1000 Genome Projekt aufgenommen worden. Das BMBF fördert die Beteiligung mit insgesamt 4,9 Millionen Euro.

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„Für die deutsche Forschungslandschaft ist es essentiell, sich an internationalen Schlüsselprojekten wie dem 1000 Genome Projekt zu beteiligen“, sagt Prof. Hans Lehrach, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik. Bild: MPI)
„Für die deutsche Forschungslandschaft ist es essentiell, sich an internationalen Schlüsselprojekten wie dem 1000 Genome Projekt zu beteiligen“, sagt Prof. Hans Lehrach, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik. Bild: MPI)
( Archiv: Vogel Business Media )

Berlin – 99 Prozent der Gene sind bei allen Menschen identisch. Nur ein Prozent variiert zwischen verschiedenen Personen. Die Erstellung einer exakten Karte dieser Unterschiede im Genom verschiedener Individuen ist Ziel des internationalen 1000 Genome-Projekts, das im Januar 2008 gestartet wurde. Im August 2008 wurde das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik aus Berlin als neunter und bisher letzter Partner in das internationale Konsortium aufgenommen. Jetzt konnte die Datenproduktion der Pilotphase des Projektes erfolgreich abgeschlossen werden. Ermöglicht wurde dies durch Unterstützung des BMBF, das die Beteiligung der Berliner Forscher an dem internationalen Großprojekt im Rahmen des Programms Integrierte Verbünde der medizinischen Genomforschung NGFN-Plus mit insgesamt 4,9 Millionen Euro fördert.

Erst die Hochdurchsatz-Sequenzierung ermöglicht 1000 Genome Projekt

Seit Abschluss des Humangenomprojektes hat die Sequenziertechnologie große Fortschritte gemacht. Neue Technologien sind verfügbar, die es erlauben, in kurzer Zeit und zu einem Bruchteil der früheren Kosten das Erbmaterial einzelner Individuen detailliert zu charakterisieren.

„Für die deutsche Forschungslandschaft ist es essentiell, sich an internationalen Schlüsselprojekten wie diesem zu beteiligen“, betont Professor Hans Lehrach, Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik und Leiter des deutschen Forschungsteams des 1000 Genome Projekts. „Dadurch gelingt es uns, die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf dem Gebiet der krankheitsorientierten Genomforschung zu stärken und in einem Bereich, der sicher enorme Bedeutung für die Medizin der Zukunft haben wird, international an der Spitze zu bleiben.“

Ziele des 1000 Genome Projekts

Sämtliche Genvarianten, die mit einer Häufigkeit von mindestens einem Prozent im Erbgut der gesamten Menschheit vorkommen, sollen in einem Katalog erfasst werden. Dafür wollen die Wissenschaftler das Erbgut von mindestens 1000 einzelnen Personen analysieren. Proben wurden bei den unterschiedlichsten Volksgruppen gesammelt. Die Forscher gehen davon aus, dass Kenntnisse über die natürliche Genvariation beim Menschen ihnen in künftigen Projekten mehr über die Rolle der einzelnen Variationen bei der Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Störungen des Herz-Kreislaufsystems verraten.

Die Forscher hoffen, ihr Projekt in nur drei Jahren abschließen zu können. In den ersten zehn Monaten des Projektes, der Pilotphase, ist untersucht worden, wie oft jedes einzelne Gen sequenziert werden muss, um das Auffinden von seltenen Varianten sicher zu stellen. Insgesamt 75 Milliarden Basen mussten die Wissenschaftler um Hans Lehrach in dieser Phase sequenzieren, um für die weitere Teilnahme an dem Projekt zugelassen zu werden. Bis Ende 2010 schließt sich jetzt die Produktionsphase des Projektes an. Etwa 700 Milliarden Basen sollen allein im MPI für molekulare Genetik sequenziert werden. Im Gesamtprojekt werden es etwa 20 000 Milliarden Basen. Die Ergebnisse werden in öffentliche Datenbanken eingereicht und stehen der wissenschaftlichen Fachwelt zur Verfügung.

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