English China

Registrierungspflichtiger Artikel

Infektionsforschung Multiresistenten Bakterien auf den Pelz gerückt

Redakteur: Doris Popp

Im Kampf gegen multiresistente Bakterien ist Chemikern der Universität Würzburg möglicherweise ein entscheidender Durchbruch gelungen. Mit einem Trick brachten sie die Bakterien dazu, ihre Zelloberfläche zu verändern. Das verringerte die Gefahr einer Infektion drastisch.

Firmen zum Thema

Elisabeth Memmel und Jürgen Seibel verändern die Zelloberfläche des Bakteriums Staphylococcusaureus. Das könnte einen Durchbruch in der Infektionsforschung bedeuten.
Elisabeth Memmel und Jürgen Seibel verändern die Zelloberfläche des Bakteriums Staphylococcusaureus. Das könnte einen Durchbruch in der Infektionsforschung bedeuten.
(Bild: Julian Görl)

Würzburg – In Deutschland erkranken 4,3 Prozent aller Krankenhauspatienten während ihres Aufenthaltes an einer Infektion. Dies entspricht zwischen 400 000 und 600 000 Erkrankungen jedes Jahr, die bei 10 000 bis 15 000 Patienten zum Tod führen. Das ist das Ergebnis einer im Jahr 2012 veröffentlichten Studie, die das Sepsis-Forschungs- und Behandlungszentrum der Universität Jena durchgeführt hat. In etwa 15 Prozent dieser Fälle sind multiresistente Krankheitserreger für diese Infektionen verantwortlich. An vorderster Stelle steht dabei der so genannte MRSA-Erreger: Methicillin-Resistente Staphylococcus Aureus.

Jetzt ist Würzburger Chemikern ein möglicher Durchbruch in der Infektionsforschung geglückt. Jürgen Seibel, Professor für Organische Chemie, und seine Doktorandin Elisabeth Memmel haben die Zelloberfläche des Bakteriums verändert. Die Folge: „Die Haftfähigkeit der Bakterien auf humanen Zellen und somit die Gefahr einer Infektion wurde stark vermindert“, so Jürgen Seibel.