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Futtermittelanalyse

Multiwirkstoffmethoden in der Futtermittelanalytik

| Autor / Redakteur: Margit Heinrich* und Barbara Salib* / Marc Platthaus

Futtermittelanalyse auf Arzneimittel und Antibiotika

Um Krankheiten bei Tieren vorzubeugen, ist der Einsatz von Arzneimitteln und bestimmten Antibiotika als Futtermittelzusatzstoffe bei einzelnen Tierarten in bestimmten Wachstumsphasen erlaubt. Eine Verabreichung von Arzneimitteln oder Antibiotika als Wachstumsförderer außerhalb der gesetzlichen Vorgaben kann in der Tierhaltung zu Resistenzen führen.

Die Europäische Kommission hat z.B. für Kokzidiostatika (Arzneimittel gegen parasitäre Erkrankung bei Geflügel und Kaninchen) entsprechende Höchstgehalte etabliert. Im Rahmen der amtlichen Futtermittelkontrolle wird daher geprüft, ob diese Vorgaben eingehalten werden, ob ein unzulässiger Einsatz von nicht mehr zugelassenen, also verbotenen Antibiotika und ob ein nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch dieser Stoffe vorliegt. Mittels Screeningmethoden wie Hemmstofftests, Dünnschichtchromatographie oder immunologische Tests können solche Substanzen bzw. Substanzgruppen relativ rasch festgestellt werden.

Um die Substanzen jedoch eindeutig und quantitativ identifizieren zu können, ist die Erarbeitung einer Multiwirkstoffmethode für die Analyse von Antibiotika (als Bestätigungsanalyse) notwendig. Der Verband Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) arbeitet bereits seit 2010 intensiv an der Entwicklung solcher Multiwirkstoffmethoden und hat zur Bestimmung von Kokzidiostatika- und Tetracyclinverschleppungen in Futtermitteln zwei LC-MS/MS-Multiwirkstoffmethoden validiert und im Jahr 2012 publiziert.

Seit dem Jahr 2002 hat die Europäische Kommission zwei Normungsaufträge (Mandate) an das Europäische Komitee für Normung CEN vergeben, um europäisch harmonisierte „Probenahme- und Analysenmethoden für Futtermittel“, „Methoden zur Ermittlung von Zusatzstoffen und unerwünschten Substanzen in Futtermitteln“ und „Verfahren zur Trennung und Zählung von verschiedenen Probiotika“ zu erarbeiten.

Im dritten Mandat an das europäische Technische Komitee CEN/TC 327 sollen Multiwirkstoffmethoden als Bestätigungsverfahren für Rückstände an Pflanzenschutzmittelwirkstoffen, Arzneimitteln und Kokzidiostatika zur Normung kommen, wobei Vorgaben zu Höchstgehalten, Verschleppungen mit Blick auf das Minimierungsgebot und die Analytik von verbotenen Stoffen bis in den Spurenbereich im Fokus stehen.

Um eine möglichst effektive Bearbeitung des Arbeitsprogrammes sicherzustellen, wurden innerhalb des CEN/TC 327 „Animal feeding stuffs – Methods of sampling and analysis“ für alle Norm-Projekte bislang vier Arbeitsgruppen eingerichtet.

Die nationale Spiegelung der Arbeiten des CEN/TC 327 und dessen Arbeitsgruppen erfolgt im Arbeitsausschuss „Futtermittel“. Nur durch eine wirkungsvolle Mitarbeit und ausreichender Interessensvertretung auf europäischer und internationaler Normungsebene können die deutschen Interessen in die technische Regelsetzung eingebracht werden und bereits bestehende und im breiten Umfang erfolgreich geprüfte nationale Regelwerke in die Normung eingebracht werden.

* Dr. M. Heinrich, B. Salib: DIN Deutsches Institut für Normung e. V., 10787 Berlin

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