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Kunststoff Nachhaltiger Kunststoff mit Kohlendioxid aus Abgasen

| Redakteur: Gabriele Ilg

Forscher von Siemens haben mit Partnern in einem Forschungsprojekt eine neue Kunststoffrezeptur entwickelt, die überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen und CO2 besteht.

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Um die praktische Verwendbarkeit zu zeigen, stellten die Wissenschaftler eine Staubsaugerabdeckung her.
Um die praktische Verwendbarkeit zu zeigen, stellten die Wissenschaftler eine Staubsaugerabdeckung her.
(Bild: Siemens)

Sie ist eine Alternative für den Standardkunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) auf Polystyrol-Basis. Der neue Kunststoff hat eine deutlich bessere Ökobilanz als ABS – bei vergleichbaren physikalischen Eigenschaften. Um die praktische Verwendbarkeit zu zeigen, stellten die Wissenschaftler eine Staubsaugerabdeckung her. Das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt „CO2 als Polymerbaustein" wurde kürzlich nach drei Jahren beendet.

Bisher werden Kunststoffe überwiegend aus fossilen Rohstoffen wie Erdgas oder Erdöl hergestellt. Für die Zukunft sagen Experten aber einen kontinuierlichen Zuwachs für Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe vorher, um Ökobilanzen zu verbessern und Ressourcen zu schonen. Zahlreiche dieser Biokunststoffe sind schon auf dem Markt, etwa für Lebensmittelverpackungen. Ihr Eigenschaftsprofil deckt sich aber nicht mit dem technischer Kunststoffe und erfordert teilweise je nach Anwendung eine Optimierung.

Die Wissenschaftler der zentralen Forschung Corporate Technology entwickelten mit den Projektpartnern BASF, TU München und Universität Hamburg eine Alternative für den Standardkunststoff ABS, der häufig für Consumerprodukte verwendet wird. Der neue Verbundstoff – eine Mischung auf Basis von Polyhydroxybutyrat (PHB) – ist eine wettbewerbsfähige Alternative. PHB wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Palmöl oder Stärke hergestellt. Das spröde PHB wird durch Zugabe von Polypropylencarbonat (PPC) von BASF weicher gemacht. PPC besteht zu 43 Gewichtsprozent aus Kohlendioxid, das aus der CO2-Abtrennung von Kraftwerksabgasen gewonnen wird. Es ist durchsichtig, biologisch abbaubar, lichtstabil und lässt sich problemlos verarbeiten.

Insgesamt besteht die neue Mischung zu über 70 Prozent aus nachhaltigen Kunststoffen. Sie eignet sich in der Praxis als ABS-Alternative: Bei Bosch-Siemens-Hausgeräte wurde unter Serienbedingungen eine Staubsaugerabdeckung hergestellt. Nun wollen die Forscher des Unternehmens in Zusammenarbeit mit Bosch-Siemens-Hausgeräte und BASF untersuchen, ob sie noch weitere Kunststoffe durch CO2-basierte Verbundstoffe ersetzen können.

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