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GDCh-Tagung in Kaiserslautern Nachhaltigkeit in der chemischen Synthese

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Tagung der Fachgruppe Nachhaltige Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) stellt einige wichtige Beispiele zu Forschungsarbeiten über „Nachhaltigkeit in der chemischen Synthese“ vor. Zu diesem Thema wird vom 16. bis 18. September 2012 an der Technischen Universität Kaiserslautern über 22 Vorträge und viele Posterbeiträge aus führenden Arbeitsgruppen diskutiert.

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Die GDCh-Fachgruppe Nachhaltige Chemie veranstaltet vom 16. bis zum 18. September eine Tagung in der Universität Kaiserslautern. Thema: "Nachhaltigkeit in der chemischen Synthese"
Die GDCh-Fachgruppe Nachhaltige Chemie veranstaltet vom 16. bis zum 18. September eine Tagung in der Universität Kaiserslautern. Thema: "Nachhaltigkeit in der chemischen Synthese"
(Bild: GDCh)

Frankfurt am Main – Produkte der Chemie sind unverzichtbar. Sie basieren überwiegend auf Erdöl, das knapp wird. Auf nachwachsende Rohstoffe umzusteigen, wird kontrovers diskutiert; denn Ackerflächen werden für Nahrungsmittel benötigt und sollen auch nicht zu Monokulturen verkommen. In der chemischen Forschung wird nach nachhaltigen Wegen gesucht, um auch künftig vertraute und verbesserte chemische Produkte herzustellen.

Diese Problematik nimmt die Fachgruppe Nachhaltige Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker zum Anlass um eine Tagung zum Thema "Nachhaltigkeit in der chemischen Synthese" zu veranstalten. Vom 16. bis zum 18. September wird an der Universität Kaiserslautern präsentiert und diskutiert.

Chemikalien aus Abfall

Den Anfang macht am Sonntagnachmittag Professor David J. Hamilton von der University of St. Andrews in Schottland. Er will Abfallprodukte nutzen, um daraus Chemikalien zu gewinnen, und stellt in Kaiserlautern seine Arbeiten über Abfallprodukte aus der Holz- und der Cashewnuss-Verarbeitung vor.

Sein Augenmerk gilt vor allem Tallöl, Ölen auf Holzbasis, die als Nebenprodukte in der Zellstoff- und Papierindustrie anfallen, und Ölen, die aus den Schalen von Cashewnüssen gewonnen werden können. Im Tallöl interessiert ihn eine der Hauptkomponenten, das Methyloleat. Über verschiedene katalytische Schritte lassen sich daraus Diester, Diole und Diamine synthetisieren, die wiederum als Basis für Polymere, beispielsweise Polyester, dienen.

Hamilton gelang dabei auch die sich oftmals schwierig gestaltende Trennung von Produkt und Katalysator. Die Cashewschalen enthalten interessante Phenole, die für die Synthese von Lockstoffen der Tsetse-Fliege (sie überträgt die Schlafkrankheit), von toxikologisch und ökotoxikologisch unbedenklichen Detergentien für Wasch- und Reinigungsmittel oder von Polymeradditiven einsetzbar sind.

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