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LABORPRAXIS-Newsticker Mikrobiologie Jahrestagung: „New Horizons in Accessing Microbial Diversity“

Aktualisiert am 27.09.2022 Quelle: dpa

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Aktuelle Nachrichten aus der Laborbranche, Entdeckungen aus den Naturwissenschaften, Meldungen aus der Pharmaindustrie, der Energiepolitik und weitere branchenrelevante News finden Sie hier im LABORPRAXIS-Newsticker. Der Beitrag wird fortlaufend aktualisiert.

Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
Aktuelle Nachrichten aus Labortechnik, Pharmaindustrie und den Naturwissenschaften
(Bild: ©viperagp - stock.adobe.com)

27. September

Braunschweig (DSMZ) 6:00 Uhr – Mikrobiologie Jahrestagung: „New Horizons in Accessing Microbial Diversity“

Rund 120 Forschende aus 17 europäischen Ländern, den Philippinen und Brasilien treffen sich vom 27. bis 29. September 2022 zur vierzigsten Jahrestagung der European Culture Collections´ Organisation (ECCO). Das Tagungsprogramm weist fünf Keynote-Lectures und 19 Vorträgen in fünf Sitzungen sowie 44 wissenschaftliche Poster(-Präsentationen) aus. Tagungspräsident des Meetings ist der Wissenschaftliche Direktor der Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, Mikrobiologe Prof. Dr. Jörg Overmann. Die diesjährige ECCO-Jahrestagung steht unter dem Leitgedanken „New Horizons in Accessing Microbial Diversity“. Die international renommierte Veranstaltung findet in der Maschinenhalle des Steigenberger Parkhotels im niedersächsischen Braunschweig statt. Unter www.dsmz.de/ecco-2022 sind weitere Informationen und das Programm abrufbar.

Das wissenschaftliche Programm des vierzigsten ECCO-Kongresses eröffnet am 28. September um 9.00 Uhr Prof. Dr. Jörg Overmann zusammen mit Dr. Gerard J. M. Verkleij, ECCO-Präsident aus Utrecht in den Niederlanden. Am 29. September endet das wissenschaftliche Programm. Nach dem 40. ECCO-Meeting findet am 30. September noch eine Führung für die Teilnehmer durch die Labors der DSMZ auf dem Science Campus Braunschweig-Süd statt. Das Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen ist Gastgeber der diesjährigen Jahrestagung der European Culture Collections‘ Organisation (ECCO). Ein Stadtrundgang rundet das ECCO-Programm ab.

Das Leibniz-Institut DSMZ ist die weltweit vielfältigste Bioressourcen-Sammlung und gehört zu den Mitgliedern der 1981 gründeten ECCO. Das Leibniz-Institut DSMZ blickt auf eine 53-jährige Geschichte. Mehr als 80.000 Bioressourcen werden hier erforscht, gesammelt und an wissenschaftliche Institutionen abgegeben. Die forschende Bioressourcen-Sammlung liefert jährlich rund 40.000 Bioressourcen an rund 4.100 Kunden in 82 Ländern. Die Vereinigung von Bioressourcen-Sammlungen fördert die Kollaboration zwischen den Institutionen wie auch den Wissenstransfer im Bereich der Kultivierung und Konservierung von Bioressourcen.

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26. September

Basel/Schweiz (Roche) 7:26 Uhr – Wechsel in der Führungsebene bei Roche

Roche gab heute bekannt, dass Julie Brown dem Verwaltungsrat mitgeteilt hat, dass sie als Mitglied des Verwaltungsrats von Roche zurücktreten wird, da sie eine Führungsaufgabe in einem anderen Pharmaunternehmen angenommen hat. Dieser Wechsel wird ab heute wirksam. Brown wurde im März 2016 in den Verwaltungsrat gewählt und war seither Vorsitzende des Prüfungsausschusses. Dr. Patrick Frost wird den Prüfungsausschuss bis zur ordentlichen Generalversammlung im März 2023 interimistisch leiten.

Roche-Verwaltungsratspräsident Christoph Franz: „Julie Brown hat als Verwaltungsratsmitglied und Vorsitzende des Prüfungsausschusses wesentlich zum Erfolg von Roche beigetragen. Im Namen des Verwaltungsrates danke ich Julie Brown herzlich für ihr Engagement und ihre Leistungen für Roche und wünsche ihr für die Zukunft alles Gute.“

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20. September

Frankfurt/Main (dpa) 10:05 Uhr – Ehrlich-Preis für Forschung zum Immunsystem

Zwei Immunologen erhalten den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2023: Frederick W. Alt (73) von der Harvard Medical School und David G. Schatz (64) von der Yale Medical School. Die beiden US-amerikanischen Forscher werden für die Entdeckung von Molekülen und Mechanismen ausgezeichnet, die unser Immunsystem dazu befähigen, Milliarden verschiedener Antigene schon beim ersten Kontakt zu erkennen, wie der Stiftungsrat der Paul Ehrlich-Stiftung am Dienstag in Frankfurt bekanntgab.

«Sie haben unser Wissen über die Entwicklung des Immunsystems auf eine neue Stufe gehoben», erklärte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Prof. Thomas Boehm. 2022 hatten Ugur Sahin, Özlem Türeci und Katalin Karikó von der Mainzer Firma Biontech den Preis bekommen. Die renommierte Auszeichnung für medizinische Grundlagenforschung wird seit 1952 verliehen. Sie ist mit 120 000 Euro dotiert. Überreicht wird der Preis traditionell am Geburtstag des namensgebenden Nobelpreisträgers Paul Ehrlich, dem 14. März, in der Frankfurter Paulskirche.

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19. September

Karlsruhe (dpa/lsw) 16:11 Uhr – Re-Fuels sollen Verkehr umweltfreundlicher machen – Anlage geplant

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In Baden-Württemberg soll eine der bundesweit größten Anlagen zur Herstellung von regenerativ hergestellten synthetischen Kraftstoffen entstehen. Das ist das Ergebnis des Projektes «reFuels - Kraftstoffe neu denken», das am Montag in Karlsruhe vorgestellt wurde. Nachdem feststehe, dass Re-Fuels die EU-Emissions- und Qualitätsstandards einhielten, den CO2-Ausstoß um bis zu 90 Prozent reduzierten und an den üblichen Tankstellen getankt werden könnten, stehe einer Herstellung im größeren Maßstab nichts mehr entgegen, erläuterte Projektleiter Olaf Toedter am Montag. Für rund 100 Millionen Euro soll eine Anlage mit einer Kapazität von 50.000 Tonnen auf dem Gelände einer Raffinerie gebaut werden, sagte der Ingenieur des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Re-Fuels haben die gleiche Energiedichte wie fossile Kraftstoffe und gelten neben dem Ausbau von Elektroantrieben als wichtiger Baustein einer CO2-neutralen Mobilität. Re-Fuels lassen sich aus kohlenstoffhaltigen Reststoffen der Land- und Forstwirtschaft, aus Industrie- und Siedlungsabfällen sowie durch die direkte Umwandlung von CO2 und nachhaltig erzeugtem Wasserstoff herstellen. Die Vorprodukte sollen in Ländern mit mehr Sonne und Wind wie Chile, Südspanien und Marokko hergestellt werden. Die eigentliche Produktion soll in heimischen Raffinerien stattfinden.

15. September

Essen (dpa) 13:50 Uhr – Evonik testet neues Verfahren für Lithium-Recycling

Der Spezialchemiekonzern Evonik hat ein neues Verfahren für die Rückgewinnung des Rohstoffs Lithium aus Elektroauto-Batterien entwickelt. Die Technik zeichne sich durch hohe Effizienz aus und liefere für die Fertigung neuer Batterien geeignetes Lithiumhydroxid, teilte Evonik am Donnerstag in Essen mit. Das Verfahren sei einfacher, wirtschaftlicher und umweltschonender als das bisherige Recycling-Verfahren. Tests liefen bereits. Das Unternehmen will das Verfahren, bei dem eine Keramikmembran zum Einsatz kommt, in drei bis fünf Jahren bis zur Marktreife entwickeln.

Evonik sieht im Lithium-Recycling einen Wachstumsmarkt. «In ein paar Jahren sind viele Lithium-Ionen-Batterien am Ende ihrer technischen Lebenszeit», erklärte die Evonik-Expertin für Lithium-Recycling, Elisabeth Gorman. Die Mengen an Altbatterien würden damit sprunghaft steigen. Gorman wies darauf hin, dass die Lithium-Rückgewinnungsrate bislang unter zehn Prozent liege. Laut EU-Batterierichtlinie müssten aber ab 2026 mindestens 35 Prozent des in Altbatterien enthaltenen Lithiums zurückgewonnen werden. Ab 2030 müsse der Anteil auf 70 Prozent steigen.

Evonik stellte am Donnerstag noch zwei weitere Erfindungen vor, von denen sich das Unternehmen viel verspricht. So wurde ein neuer Test präsentiert, mit dem sich für Produkte aus Hühnerfleisch nachprüfen lässt, wie die Tiere gehalten und ernährt wurden. Anhand von Mustern auf dem Genmaterial wird dabei abgelesen, welche Umwelteinflüsse auf ein Tier eingewirkt haben. Damit könne etwa überprüft werden, ob Ware «aus artgerechter Freilandhaltung» wirklich aus dieser stamme. Mögliche Anwender sieht der Konzern in der gesamten Wertschöpfungskette der Hühnerfleisch-Erzeugung mit Fokus auf landwirtschaftliche Betriebe und Einzelhandel. Die Methode soll «kurz- bis mittelfristig» zum kommerziellen Einsatz verfügbar sein.

Evonik forscht außerdem an Mikroorganismen, die Getreide mit Stickstoff aus der Luft versorgen. Landwirte müssen dann nicht mehr so viel Kunstdünger streuen. Versuche laufen. Die Markteinführung der «mikrobiellen Biostimulanzien» ist zwischen 2025 und 2027 geplant.

14. September

Hannover/Wiesbaden (dpa) 16:20 Uhr – Chemiegewerkschaft beharrt vor Fortgang der Tarifrunde auf Lohnplus

Die Gewerkschaft IG BCE hat vor der Fortsetzung der Chemie-Tarifrunde im Oktober erneut deutliche Lohnsteigerungen verlangt. «Den Beschäftigten rinnt das Geld täglich schneller durch die Finger, gleichzeitig verdienen die meisten ihrer Arbeitgeber weiterhin gut», begründete Vizechef Ralf Sikorski die Position nach einer Sitzung der Bundestarifkommission in Hannover. Die gut 580 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche müssten durch eine nachhaltige Erhöhung der Entgelte von der Inflation entlastet werden. So könne der Konsum auch die Konjunktur absichern.

Anfang April hatten sich die IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC zunächst nur auf einen Teilabschluss für den drittgrößten deutschen Industriezweig geeinigt. Wegen der schon damals hohen Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine beschlossen sie eine Einmalzahlung von 1400 Euro pro Kopf als vorläufige «Brückenlösung» - im Herbst sollte dann weiterverhandelt werden. Am 17. und 18. Oktober wollen beide Seiten ihre Gespräche in Wiesbaden wieder aufnehmen.

Während die IG BCE laut einer eigenen Umfrage unter Betriebsräten die Lage bei den meisten Firmen als «noch immer gut» bewertet, zeichnet der Branchenverband VCI ein düsteres Bild. Er rechnet nach jüngsten Daten vom Mittwoch damit, dass die Gesamtproduktion in diesem Jahr um 5,5 Prozent zurückgeht, im Kernbereich Chemie um 8,5 Prozent. Gelinge ein Umsatzplus, werde dies wohl ausschließlich kostengetrieben sein.

Hamburg (dpa) 15:24 Uhr – Chemieunternehmen H&R startet Anlage für synthetische Kraftstoffe

Das Chemieunternehmen H&R hat am Mittwoch in Hamburg eine Demonstrationsanlage zur Produktion grüner Kraftstoffe in Betrieb genommen. Das Projekt sei weltweit eines der ersten «Power-to-Liquid»-Konzepte im technischen Maßstab, teilte das Unternehmen mit. Mit «Power to Liquid» wird die Gewinnung von Treibstoffen wie etwa synthetischem Kerosin unter Nutzung elektrischen Stroms bezeichnet. Dabei ist stets Wasserstoff im Spiel.

H&R hat für die Vermarktung der Kraftstoffe mit dem Energie- und Kraftstoffspezialisten Mabanaft ein Gemeinschaftsunternehmen namens P2X gegründet. Für die nächsten Jahre planen die Partner einen Markthochlauf auf kommerzielle Größenordnungen.

«Power to Liquid»-Kraftstoffe spielen eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel. Sie werden überall dort benötigt, wo direkte elektrische Antriebe wie zum Beispiel in Autos nicht möglich sind.

Böhlen (dpa/sn) 11:38 Uhr – Größte Anlage für chemisches Kunststoff-Recycling in Böhlen geplant

Europas größte Recyclinganlage für chemisches Recycling soll in Böhlen im Landkreis Leipzig gebaut werden. Die Anlage soll 2025 in Betrieb gehen, teilten der US-Chemiekonzern Dow und das britische Recyclingunternehmen Mura Technology am Mittwoch mit. Mit ihr und weiteren geplanten Anlagen soll eine Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe geschaffen werden.

In der Anlage soll Kunststoff chemisch wiederverwertet werden. Dieses Vorgehen ist Dow und Mura zufolge eine wichtige Ergänzung zum mechanischen Recycling. Auf diesem Weg würden bedeutende Fortschritte bei der Bekämpfung des Klimawandels sowie des Problems mit Plastikmüll gemacht. Neben der Anlage in Böhlen plant Dow bis 2030 den Bau weiterer Anlagen in den USA und in Europa.

Die Ansiedlung sei ein großer Erfolg für den Industrie- und Innovationsstandort Sachsen, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer bei seinem Besuch in Böhlen. Mit der Anlage leisteten Dow und Mura einen wertvollen Beitrag für eine nachhaltige Welt.

Frankfurt/Main (dpa) 10:00 uhr – Teure Energie - Chemiebranche kürzt Produktionsprognose erneut

Wegen der explodierenden Energiepreise drosselt die deutsche Chemie- und Pharmabranche ihre Produktion immer weiter. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) erwartet nun, dass die Herstellung in der Branche dieses Jahr um 5,5 Prozent schrumpfen wird. Die Produktion der Chemie alleine betrachtet dürfte gar um 8,5 Prozent zurückgehen, teilte der VCI am Mittwoch in Frankfurt mit.

«Wir müssen uns im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen, um diesen Winter und auch das kommende Jahr zu überstehen», sagte VCI-Präsident Christian Kullmann. «Die Drosselung der Produktion ist ein erster Schritt. Wenn bestimmte Prozesse ganz stillgelegt werden müssen, laufen sie möglicherweise nie wieder an.» Bisher hatte der Verband mit einem Produktionsrückgang von 1,5 Prozent gerechnet und mit einem Minus von 4 Prozent für das reine Chemiegeschäft.

Die Chemie- und Pharmaindustrie mit mehr als 473 000 Beschäftigten ist von der Energiekrise besonders betroffen. Die Branche ist laut VCI mit einem Anteil von 15 Prozent größter deutscher Gasverbraucher, knapp ein Drittel des Industrieverbrauchs entfällt auf sie. Sie braucht Gas als Energiequelle und als Rohstoff zur Weiterverarbeitung - etwa in Kunststoffen, Arzneien oder Düngemitteln. Der Branche machen auch gestörte Lieferketten sowie die schwächelnde Wirtschaft zu schaffen. Gerade die Chemieindustrie ist als Lieferant etwa für die Auto-, Konsumgüter- und Bauindustrie konjunkturabhängig.

Im zweiten Quartal sank die Produktion in der Chemie- und Pharmabranche um 6,4 Prozent zum Vorquartal. Der Umsatz wuchs wegen stark steigender Preise um 3,4 Prozent auf 64,9 Milliarden Euro.

13. September

Berlin (tower media GmbH) 21:43 Uhr – Plastik aus Getreideresten – Hamburger Start-Up gewinnt Gründerpreis

Nachhaltigkeit siegte beim Deutschen Gründerpreis. Die Gründerinnen von traceless materials aus Hamburg nahmen den Preis in der Kategorie Start-Up für die Entwicklung eines Bio-Granulats aus Getreide-Abfall entgegen, das Kunststoff ersetzt. Damit waren sie eines der Siegertemas des Preises, der heute zum 20. Mal im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin vergeben wurde

Die Hamburgerin Dr. Anne Lamp (31) hat der weltweiten Plastikverschmutzung den Kampf angesagt. Gemeinsam mit Johanna Baare (33) lässt sie einen Bio-Traum Realität werden: Ein Abfallprodukt, das selbst schon bio ist, wird umweltschonend weiterverarbeitet und ersetzt ein Problemprodukt: Getreidereste statt Plastik! Verfahrensingenieurin Lamp hat einen Stoff erfunden, der in vielen Bereichen der Konsumgüter-Herstellung Plastik ohne großen Aufwand ersetzen kann. Das „traceless“-Granulat lässt sich praktisch wie Kunststoff-Granulat verarbeiten, besteht aber nicht aus Erdöl, sondern aus Getreide-Abfall. Die Jury entschied, den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Start-Up auch deshalb an traceless materials aus Hamburg zu verleihen, weil „Sie kein Unternehmen auf die Beine stellen wollen, das keine Rücksicht nimmt, sondern eines, das Verantwortung übernimmt, das einen positiven Impact auf die Welt hat.“

Kopenhagen/Tel Aviv (dpa) 13:19 Uhr – WHO: 17 Millionen Menschen in Europa mit Long-Covid-Symptomen

Geschätzt mindestens 17 Millionen Menschen in Europa waren einer für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführten Analyse zufolge in den ersten beiden Jahren der Pandemie von Long-Covid-Symptomen betroffen. Für die Modellrechnung hatte die Universität Washington Fälle in den 53 europäischen Mitgliedsstaaten ausgewertet, wie das in Kopenhagen ansässige Europa-Büro der WHO am Dienstag mitteilte. Als Kriterium galt eine Symptomdauer von mindestens drei Monaten in den Jahren 2020 und/oder 2021.

Die Untersuchung deute darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit, an Long Covid zu erkranken, bei Frauen doppelt so hoch ist wie bei Männern, teilte die WHO weiter mit. Außerdem steige das Long-Covid-Risiko nach einer schweren Corona-Infektion, zu deren Behandlung ein Krankenhausaufenthalt erforderlich war, drastisch. Der Modellrechnung zufolge habe eine von drei betroffenen Frauen und einer von fünf betroffenen Männern nach einem so schweren Verlauf mit Symptomen von Long Covid zu kämpfen.

«Wir müssen zwar noch viel über Long Covid lernen», sagte der Direktor der WHO-Region Europa, Hans Kluge, während einer WHO-Tagung in Tel Aviv. «Aber diese Daten machen deutlich, dass wir dringend mehr Analysen, mehr Investitionen, mehr Unterstützung und mehr Solidarität mit den Betroffenen brauchen.» Millionen Menschen litten in den Monaten nach einer Corona-Infektion unter schwächenden Symptomen. «Sie dürfen nicht weiter im Stillen leiden. Regierungen und Gesundheitspartner müssen zusammenarbeiten, um Lösungen auf der Grundlage von Forschung und Nachweisen zu finden.»

Weltweit waren der Untersuchung zufolge geschätzt rund 145 Millionen Menschen in den ersten zwei Jahren der Pandemie von Long-Covid-Symptomen betroffen.

12. September

Mailand/Italien, Zürich/Schweiz (PR&D) 18:00 Uhr – Preis-Regen für die Wissenschaft – Balzan Preis 2022

Mit jeweils 750.000 Schweizer Franken (770.000 Euro) werden internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die sich in vier Fachbereichen von der Musik bis zur Biotechnologie, von der Philosophie bis zur Vergletscherung hervorgetan haben.

Die Gewinner der Balzan Preise 2022 wurden heute in Mailand bekannt gegeben. Ihre Forschungen zu ausgewählten Themen tragen als Antwort auf die Herausforderungen der Gegenwart zum Verständnis unserer Welt bei und fördern die grenzüberschreitende Ausbreitung des Wissens im Einklang mit den Prinzipien der Balzan Stiftung. Die Hälfte der Preissumme soll jeweils in ein innovatives Forschungsprojekt investiert werden, das – durchgeführt von jungen Forschern unter der Leitung des Preisträgers – zum wissenschaftlichen Fortschritt in den verschiedenen Wissensbereichen beiträgt.

Die Gewinner 2022

  • Martha Nussbaum (USA – University of Chicago) für Moralphilosophie, Philip V. Bohlman (USA – University of Chicago) für Ethnomusikologie,
  • Robert Langer (USA – MIT) für Biomaterialien für die Nanomedizin und die Gewebetechnik,
  • Dorthe Dahl-Jensen (Dänemark – Universität Kopenhagens) und Johannes Oerlemans (Niederlande – Universität Utrechts) für die Vereisung und die Dynamik der polaren Eiskappen.

Die vier Preisträger werden die Auszeichnung bei der Preisverleihung im November in Rom persönlich aus den Händen von Staatspräsident Sergio Mattarella entgegennehmen.

11. September

Berlin (dpa) 10:50 Uhr – Agrarminister bekräftigt Pläne zu Pestizid-Exportverbot

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir hat die Pläne der Ampelkoalition bekräftigt, den Export gesundheitsschädlicher Agrarchemie zu verbieten. «Es geht nicht an, dass wir nach wie vor Pestizide produzieren und exportieren, die wir bei uns mit Blick auf die Gesundheit der Menschen zurecht verboten haben», sagte der Grünen-Politiker der Funke-Mediengruppe (Sonntag). Menschen hätten überall das gleiche Recht auf Gesundheit, was auch für Bauern in anderen Ländern gelte.

Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte, dass das Exportverbot über eine Verordnung nach dem Pflanzenschutzgesetz geregelt werden soll. Ein Referentenentwurf solle noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Angestrebt ist demnach, dass die Regeln im Frühjahr greifen. Zuvor müssen sich allerdings die Ministerien abstimmen.

9. September

Hannover (dpa) 14:49 Uhr – Kläranlagen gehen Chemikalien zur Wasserreinigung aus

In Kläranlagen werden bundesweit bestimmte Chemikalien zur Reinigung des Abwassers knapp, was für Flüsse zum Problem werden könnte. Sogenannte Fällmittel, also Eisen- oder Aluminiumsalze, binden normalerweise bei der chemischen Wasserreinigung im Abwasser gelöste Phosphate und verhindern damit, dass diese in hoher Konzentrationen in Flüsse gelangen. Immer mehr Kläranlagen hätten allerdings mit Lieferschwierigkeiten für Fällmittel zu kämpfen, berichtete das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Ganz ohne Fällmittel seien kommunale Kläranlagen gezwungen, Abwässer mit hohem Phosphatgehalt in die Flüsse einzuleiten.

Dies sei eine bundesweite Herausforderung, teilte das niedersächsische Umweltministerium am Freitag mit. Aus diesem Grund seien die Bundesländer im engen Austausch. Gemeinsam mit dem Bund werde nach Lösungen gesucht. Niedersachsen hat derzeit den Vorsitz der Umweltministerkonferenz.

Verschärfe sich der Fällmittelnotstand, sei nicht auszuschließen, dass es zu Störungen des Betriebs der Kläranlagen komme, warnte das Ministerium. Sollte sich die Lage absehbar nicht entspannen, erhielten die Wasserbehörden per Erlass die Möglichkeit, die Phosphat-Grenzwerte zu überschreiten - für die Zeit der Ausnahmesituation. Entsprechende Hinweise und Regelungen seien an die Wasserbehörden gesandt worden, befristet bis zum 31. Oktober. Andere Bundesländer dürften folgen, schrieb der «Spiegel». Grund für die Lieferschwierigkeiten ist dem Bericht zufolge eine Verknappung von Salzsäure, vor allem wegen der hohen Energiepreise. Salzsäure ist ein Grundprodukt für die Herstellung von Fällmitteln.

Phosphate hätten auf Menschen und Umwelt keine direkt toxische Wirkung, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Jedoch wirkten sie als Dünger für Wasserpflanzen und Algen. Gelange übermäßig Phosphat in die Gewässer, könne dies zu verstärktem Wachstum der Algen führen. Algenblüten wiederum können große Schäden anrichten, weil sie den Gewässern viel Sauerstoff entziehen. Fische und andere Tiere könnten sterben und die Gewässer umkippen. Daher müsse alles getan werden, um die Auswirkungen auf die Flüsse so gering wie möglich zu halten, machte die Sprecherin klar. Die Kläranlagenbetreiber sollten bei Lieferausfällen zudem prüfen, ob der Betrieb etwa auf alternative Fällmittel umgestellt oder der Fällmitteleinsatz gesenkt werden könne, um die Zeit bis zur nächsten Lieferung zu überbrücken.

8. September

Molsheim (dpa) 16:20 Uhr – Merck investiert 130 Millionen Euro in Werk im elsässischen Molsheim

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck will in seinen elsässischen Standort Molsheim über 130 Millionen Euro investieren und bis 2028 bis zu 800 neue Arbeitsplätze schaffen. Die Produktionskapazität für Produkte für die biopharmazeutische Industrie in dem Werk bei Straßburg solle ausgebaut werden, teilte Merck am Donnerstag mit. Bis 2024 sollen weitere 3500 Quadratmeter Produktionsräume, ein Verwaltungsgebäude und ein neues Logistiklager in Betrieb genommen werden. Konkret geht es um die Produktion von Verbrauchsmaterialien zum Einmalgebrauch, die bei der Herstellung von Covid-19-Impfstoffen sowie anderen lebensrettenden Therapien verwendet werden. Viele Biopharma-Hersteller hätten aufgrund der größeren Flexibilität, Kosten- und Zeitersparnis sowie des geringeren Kontaminationsrisikos auf die Einmalgebrauch-Technologie umgestellt, hieß es.

Die Investition in Frankreich sei ein zentrales Element zur Erweiterung der globalen Produktionskapazität, sagte die Vorsitzende der Geschäftsleitung von Merck, Belén Garijo. In dem vor 50 Jahren geschaffenen Standort Molsheim arbeiten bislang rund 2100 Menschen. Frankreichs beigeordneter Minister für Außenhandel, Olivier Becht, wertete die Investition als Zeichen für die wiedergewonnene Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs. Sie diene dem französischen und europäischen Ziel, im Gesundheitssektor wieder eine größere industrielle Eigenständigkeit zu erlangen. Merck hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 seinen Konzernumsatz auf rund 25 Milliarden Euro zu steigern. Im laufenden Jahr wird ein Umsatz von 21,9 bis 23 Milliarden Euro angestrebt.

7. September

Neu Delhi (dpa) 9:36 Uhr – Indien lässt Nasenspray-Impfstoff gegen Corona zu

Indien hat einen Nasenspray-Impfstoff gegen Corona zugelassen. Der Impfstoff des indischen Herstellers Bharat Biotech dürfe bei Erwachsenen als Basisimmunisierung eingesetzt werden, teilte Gesundheitsminister Mansukh Mandaviya auf Twitter mit. Der Impfstoff gebe Indiens Kampf gegen Corona einen großen Schub. Es handle sich dabei um den ersten nasalen Impfstoff Indiens, schrieb die indische Nachrichtenagentur ANI. Hersteller Bharat Biotech stellt auch den in Indien und etlichen anderen Ländern breit verwendeten Corona-Totimpfstoff Covaxin her.

Indien ist als Apotheke der Welt bekannt und stellt generell einen Großteil der Impfstoffe weltweit her - besonders für ärmere Länder. Seit der Pandemie stellt das Land unter anderem AstraZeneca-Impfstoff sowie eigens entwickelte Impfstoffe her.

Nach Angaben der Firma Bharat Biotech wurden Phase 3 Studien erfolgreich durchgeführt. Die entsprechenden Daten würden demnach künftig in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Die Nasensprayimpfung solle günstig sein und sich deshalb gut zur Anwendung in Ländern mit tiefem und mittlerem Einkommen eignen.

Genf (dpa) 2:01 Uhr – Weltwetterorganisation: Klimawandel verschlechtert die Luftqualität

Längere und stärkere Hitzewellen sowie damit einhergehende Waldbrände wie in diesem Sommer verschlechtern nach einem Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) die Luftqualität. Weil der Klimawandel mehr und intensivere Hitze- und Dürreperioden verursacht, dürften hunderte Millionen Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden, berichtete die WMO in Genf am Mittwoch zum Tag der sauberen Luft (7. September). Nach Angaben des europäischen Erdbeobachtungsdienstes Copernicus lagen die Emissionen durch Waldbrände in diesem Sommer in Europa so hoch wie seit 2007 nicht mehr.

Die atmosphärischen Bedingungen, Sonneneinstrahlung und schwacher Wind führten zu hohen Schadstoffwerten, sagte WMO-Chef Petteri Taalas. «Wir haben es bei den Hitzewellen in Europa und China in diesem Jahr gesehen. (...) Dies ist ein Vorgeschmack auf die Zukunft, denn wir erwarten eine weitere Zunahme der Häufigkeit, Intensität und Dauer von Hitzewellen, was zu einer noch schlechteren Luftqualität führen könnte.» Die WMO warnt auch vor der Ozonbelastung. Hohe Lufttemperaturen und intensive Sonneneinstrahlung begünstigen nach Angaben des Umweltbundesamtes die Bildung von Ozon in Bodennähe. Ozon führt in höheren Konzentrationen zu Tränenreiz, Atemwegsbeschwerden und Kopfschmerzen. Bei erhöhtem Atemvolumen etwa durch körperliche Anstrengung könne es auch tief in das Lungengewebe vordringen, das Gewebe schädigen und Entzündungen hervorrufen.

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