Suchen

Personalisierte Medizin Neue diagnostische und prognostische Biomarker

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Das von der Fraunhofer Zukunftsstiftung geförderte R&D-Konsortium Ribolution entwickelt neue Biomarker für die personalisierte Medizin. Im Rahmen der diesjährigen Biotechnica können sich Besucher am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand (Halle 9, Stand E09) über zugrunde liegende Forschungsansätze und Technologien informieren.

Firmen zum Thema

Ribolution identifiziert neue RNA-basierte Biomarker durch genomweite Screening-Verfahren.
Ribolution identifiziert neue RNA-basierte Biomarker durch genomweite Screening-Verfahren.
(Bild: Fraunhofer)

Hannover – Das Prostatakarzinom (PCa) stellt in Deutschland die Krebs­erkrankung mit der größten Inzidenz bei Männern dar und ist die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. PCa ist nur in frühen Stadien heilbar, was die Bedeutung der Früherkennung unterstreicht. Gängige Biomarker wie der PSA-Proteinmarker im Blut sind jedoch aufgrund mangelnder Spezifität kritisch. „Gerade beim Prostatakarzinom haben wir derzeit noch die Situation, dass häufig übertherapiert wird, d.h. zu häufig Biopsien und Operationen durchgeführt werden. Hier sind spezifischere Biomarker dringend notwendig“, erläutert Dr. Andrea Wetzel vom Fraunhofer-Verbund Life Sciences.

RNA-basierte Biomarker für verbesserte Frühdiagnose und Verlaufskontrolle

Durch genomweite, automatisierte Screening-Verfahren sucht das Konsortium daher nach neuen RNA-basierten Biomarkern und fokussiert dabei vor allem auf nicht-proteinkodierende RNAs (ncRNAs), die einen riesigen Pool neuer, bisher nicht charakterisierter Biomarker-Kandidaten darstellen. Biomarker-Kandidaten, die durch dieses Screening identifiziert wurden, werden an großen Patientenkohorten validiert. Neben dem PCa erfolgt die Identifizierung und Validierung von Biomarkern auch für Rheumatoide Arthritis und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Die Biomarker sollen eine verbesserte Frühdiagnose und Bestimmung des Schweregrads ermöglichen, als Ersatz für hochinvasive Untersuchungsmethoden (z.B. Tumorbiopsie) dienen sowie für das Monitoring des Verlaufs oder der Agressivität einer Erkrankung und als prognostische Marker zur Verfügung stehen.

Aufbau eines hochautomatisierten High-Throughput-Verfahrens

Letzlich ist das Ziel des Konsortiums der Aufbau eines hochautomatisierten High-Throughput-Verfahrens zur Erfassung und Validierung neuer RNA-basierter Biomarker unter hohen Qualitätsstandards mit flexibler Prozessautomatisierung (kompatibel zum SiLA-Standard), hochempfindlicher Sensorik auf EMD-Basis für die RNA-Analytik und ein in-line-Qualitätsmonitoring. Für die qPCR-Validierung erfolgt eine Vollautomatisierung mit Volumen- (und Kosten-) Reduktion durch neu entwickelte Nanodosiersysteme.

(ID:42349082)