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Darmmikrobiom Neue Erkenntnisse zum Darmmikrobiom auf Fachkongress in Dresden

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Die Fachkonferenz „Microbiology and Infection“ bietet Anfang Oktober rund 1600 nationalen und internationalen Experten eine Plattform um neueste Ergebnisse zur Erkennung, Verhütung und Therapie von Infektionserkrankungen zu diskutieren. Ein aktueller Tagungsschwerpunkt ist das Thema „Mikrobiom in Medizin und Natur“ - ein komplexes Gebiet mit neuen Erkenntnissen und Studien, die vor allem das Darmmikrobiom betreffen.

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„Microbiology and Infection“ – Auf der DGHM-VAAM-Jahrestagung diskutieren Experten auch über neue Erkenntnisse zum Darmmikrobiom.
„Microbiology and Infection“ – Auf der DGHM-VAAM-Jahrestagung diskutieren Experten auch über neue Erkenntnisse zum Darmmikrobiom.
(Bild: DGHM)

Dresden– Das Mikrobiom bezeichnet die Gesamtheit aller Bakterien, die den menschlichen Körper besiedeln. Insgesamt befinden sich in unserem Körper zehnmal mehr Bakterien als körpereigene Zellen. Auch Haut und Schleimhäute sind mit Bakterien besiedelt, doch die höchste Dichte an Bakterien befindet sich im Darm. Das menschliche Darmmikrobiom umfasst mehr als 500 verschiedene Bakterienspezies mit einer sehr wichtigen Funktion für die Gesundheit: Das Darmmikrobiom verhindert, dass wir von pathogenen Bakterien besiedelt werden, die von außen in den Darm gelangen. Dieser Schutzmechanismus, die sogenannte Kolonisierungsresistenz, verhindert auch das Überwachsen einzelner bakterieller Arten, die zu Erkrankungen führen können wie z.B. das Stäbchenbakterium Clostridium difficile, einer der häufigsten Krankenhauskeime.

Zentrale Rolle des Darmmikrobioms

Das Darmmikrobiom hilft bei der Verdauung, es ist wichtig für die Muskeltätigkeit des Darmes (Peristaltik), es hat eine wichtige Rolle bei der Aktivierung des Darmimmunsystems und auch dabei, das Darmimmunsystem in einem physiologischen Gleichgewicht zwischen Immunantwort und Immuntoleranz zu halten. Störungen in diesem komplexen System liegen z.B. bei chronisch Entzündlichen Darmerkrankungen wie dem Morbus Crohn oder der Kolitis Ulzerosa vor. Nach aktuellen Erkenntnissen spielt eine genetische Veranlagung gemeinsam mit einem veränderten Darmmikrobiom und verschiedenen Umweltursachen eine große Rolle.

Neue Untersuchungen zeigen, dass eine bestimmte Zusammensetzung des Darmmikrobioms z.B. mit krankhaftem Übergewicht assoziiert ist. Auch die Entstehung von anderen Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Multipler Sklerose und Diabetes mellitus Typ 1 scheint bei genetischer Prädisposition durch das Darmmikrobiom beeinflusst zu werden. Diese Erkenntnisse können helfen, neue Medikamente und Therapieverfahren für betroffene Patienten zu entwickeln.

Die deutschlandweit größte Fachkonferenz „Microbiology and Infection“ findet vom 5. bis 8. Oktober 2014 in Dresden statt. Die 4. Gemeinsame Jahrestagung wird von der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) e. V. zusammen mit der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) e. V. ausgerichtet. Die DGHM-VAAM-Tagung zeigt den hohen Stellenwert der Medizinischen Mikrobiologie und Hygiene für die Infektionsmedizin, insbesondere in den Bereichen der Infektionsdiagnostik und der Infektionsprävention. Weitere Informationen finden Sie hier.

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