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Stammzellenforschung Neue Gesetzeslage bei der Forschung mit Stammzellen

Redakteur: Frank Jablonski

Nach langer Diskussion haben sich jetzt die Abgeordneten des Bundestages mehrheitlich entschieden, den bisherigen Stichtag hergestellter Stammzelllinien vom 1. Januar 2002 auf den 1. Mai 2007 zu verschieben.

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Berlin – Bisher konnten in Deutschland nur Stammzellen eingesetzt werden, die vor dem 1. Januar 2002 hergestellt wurden. Mit diesem Stichtag war es allerdings nach Ansicht vieler Wissenschaftler nicht mehr möglich, wettbewerbsfähige biomedizinische Forschung zu betreiben. Durch die Verschiebung auf den 1. Mai 2007 stehen zukünftig frische Stammzellen für die medizinische und biowissenschaftliche Forschung zur Verfügung.

Positives Signal

Die Helmholtz Gesellschaft wertet die Entscheidung des Bundestages als positives Signal für die Stammzellforschung in Deutschland. Laut Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, sei sie ein tragfähiger Kompromiss. Die Entscheidung ermögliche einerseits den Zugriff auf neu gewonnene Stammzelllinien, anderseits berücksichtige sie die ethischen Bedenken in einem angemessen Rahmen. „Nur wenn wir weiterhin intensiv an einer umfassenden Charakterisierung menschlicher embryonaler Stammzellen arbeiten, wird es gelingen, adulte Stammzellen mittelfristig zu einer Alternative für die Medizin zu entwickeln“, ergänzt Mlynek.

Bereits am 13. Februar hatten sich die Vorstände der in der Gesundheitsforschung aktiven Helmholtz-Zentren unter Federführung von Professor Otmar Wiestler, Stiftungsvorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg, mit einem offenen Brief an die Abgeordneten gewandt, um die Notwendigkeit einer neuen Regelung zu unterstreichen. Der Brief plädierte für eine Aufhebung der Stichtagsregelung oder zumindest für eine Verschiebung in das Jahr 2007.

Stammzellforschung

Die Stammzellforschung trägt erheblich dazu bei, die Entstehungswege menschlicher Krankheiten besser zu verstehen und neue therapeutische Ansätze zu entwickeln. So ergeben sich durch die Transplantation von Spenderzellen in der regenerativen Medizin Möglichkeiten für die Behandlung von Parkinson- oder Diabetes-Patienten. Die Entdeckung von Krebsstammzellen eröffnet wiederum neue Strategien für die Tumorbekämpfung.

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