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Gefahrstoffklassifikation Neue Kennzeichnungsverordnung für Chemieprodukte tritt in Kraft

| Redakteur: Jörg Kempf

Die Expertenorganisation Dekra weist darauf hin, dass die Einstufung von Produkten nach der neuen CLP-Verordnung in einigen Fällen schärfer ausfallen kann als bisher.

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Bei jedem Produkt muss die Einstufung nach den neuen Regeln ermittelt werden.
Bei jedem Produkt muss die Einstufung nach den neuen Regeln ermittelt werden.
(Bild: Dekra)

Stuttgart – Am 1. Juni 2015 endet die Übergangsregelung, die eine Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen nach der alten EU-Zubereitungs-Richtlinie gestattet. Importeure und Formulierer von Chemieprodukten wie Reinigern, Klebstoffen, Lacken und Schmierstoffen müssen deshalb ihre Produkte auf die Einstufung und Kennzeichnung nach der neuen CLP-Verordnung (CLP bedeutet Classification, Labelling, Packaging) EU-VO Nr. 1272/2008 umstellen.

„Unternehmen, die ihr Sortiment noch nicht umgestellt haben, sollten dringend aktiv werden“, rät Jochen Dettke, Experte für Chemikalienrecht bei der Fachorganisation Dekra. Wie Dettke erläutert, muss zunächst die Einstufung des Produkts aus der Rezeptur nach den Regeln der CLP-Verordnung ermittelt werden. Eine einfache Umwandlung der bestehenden Produkt-Einstufung nach der Zubereitungs-Richtlinie hält er für nicht ratsam – das führe häufig zu falschen Ergebnissen. In einigen Fällen müssten Laboruntersuchungen durchgeführt werden, da sich auch die zugrundeliegenden Methoden geändert hätten.

Aus der Einstufung ergeben sich die Kennzeichnungen mit Piktogrammen und Signalwort sowie die H-Sätze (Gefahren) und P-Sätze (Vorsichtsmaßnahmen). Diese Angaben werden im Sicherheitsdatenblatt und auf dem Etikett dokumentiert. Beim Sicherheitsdatenblatt ist zusätzlich zu beachten, dass sich das Format des Abschnitts 2 ändert, die alten R-Sätze werden nicht mehr abgedruckt.

Die Einstufung kann laut Dettke in einigen Fällen schärfer ausfallen als bisher. So werde die augenätzende Wirkung häufiger auf dem Etikett zu sehen sein. Formulierer sollten deshalb prüfen, gegebenenfalls mit Unterstützung von Experten, ob durch eine Anpassung der Rezeptur die Einstufung als „ätzend“ vermieden werden kann. Ähnliches gelte für die Einstufung als „akut toxisch“ sowie für die Einstufung als „leicht entzündbar“.

Bei diesen Aufgaben unterstützt Dekra Importeure und Formulierer. Experten erstellen Sicherheitsdatenblätter und Gefahrstoffetiketten und beraten bei der Umstellung nach CLP und auch im Hinblick auf die Sicherstellung der Verkehrsfähigkeit von Produkten. Chemische Analysen können in den Dekra-Laboratorien durchgeführt werden.

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