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Human-Biomonitoring Neue Stoffe ins Human-Biomonitoring-Projekt aufgenommen

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Nachdem das Bundesumweltministerium (BMUB) und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) im vergangenen Jahr die Fortsetzung ihrer Kooperation beim Human-Biomonitoring beschlossen hatten, geht das Projekt nun in die nächste Phase. Die Kooperationspartner haben vier neue Stoffe festgelegt, für die erstmals eine geeignete Messmethode im menschlichen Körper entwickelt werden soll.

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Der Verband der Chemischen Industrie hat gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium vier neue Stoffe definiert, die im Rahmen des Human-Biomonitoring-Projektes untersucht werden sollen.
Der Verband der Chemischen Industrie hat gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium vier neue Stoffe definiert, die im Rahmen des Human-Biomonitoring-Projektes untersucht werden sollen.
(Logo: VCI)

Frankfurt a.M. – Ziel der Kooperation ist es, die Kenntnisse über gebräuchliche Industriechemikalien zu verbessern, die vom menschlichen Organismus aufgenommen werden. Dazu werden erstmals Analysemethoden für Stoffe entwickelt, die bisher nicht geeignet gemessen werden können. Der Fokus liegt auf Stoffen, die von der Bevölkerung möglicherweise vermehrt aufgenommen werden oder die eine besondere Gesundheitsrelevanz haben könnten. Bis 2020 sollen für bis zu fünfzig dieser ausgewählten Stoffe oder Stoffgruppen Analysemethoden entwickelt werden.

Die Entwicklung neuer Messmethoden ist zeit- und kostenaufwändig. Dennoch konnten seit 2010 bereits sieben neue Methoden für Chemikalien wie DINCH, DPHP und MDI erarbeitet werden. Erfolge für zwei weitere Stoffe stehen kurz bevor. Die neuen Analysemethoden werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als unabhängigem Expertengremium validiert. Bei allen im Projekt ausgewählten Stoffen handelt es sich um Substanzen, die verbrauchernah eingesetzt werden - als Weichmacher für Kunststoffe, als UV-Filter in Kosmetika, als Lösemittel oder Flammschutzmittel.

Weichmacher, UV-Filter und Riechstoff in Projekt aufgenommen

Bei den nun für 2014 ausgewählten Stoffen handelt es sich um DEHA/DOA, DINA, Octocrylen und Lysmeral – zwei Weichmacher für Kunststoffe, einen UV-Filter und einen Riechstoff. Die Auswahl der Stoffe basiert auf den Empfehlungen eines hochrangig besetzten Expertenkreises aus Wissenschaft und Forschung, der Industrie und einschlägigen Fachbehörden.

Der Versuch, geeignete Nachweismethoden für die 2012 ausgewählten Siloxane D4, D5 und D6 zu finden, war erfolglos. Trotz erheblicher Bemühungen ist es nicht gelungen, hinreichend empfindliche und aussagekräftige Methoden zu entwickeln. Statt der Siloxane soll nun für die Chemikalie TDI, die bei der Herstellung von Kleb- und Schaumstoffen eine erhebliche Bedeutung hat, erstmals eine spezifische Nachweismethode erarbeitet werden. Auf diese Weise wollen die Kooperationspartner das ehrgeizige Ziel des Projekts bekräftigen, bis 2020 für bis zu 50 moderne Chemikalien erstmals geeignete Nachweismethoden zu entwickeln.

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