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Vorlaufforschung

Neuer Prozess zur markerfreien Zellselektion

| Redakteur: Doris Popp

Der Optis-Cell-Prozess ist für den vollautomatischen Betrieb konzipiert, er arbeitet marker- und kontaktfrei.
Der Optis-Cell-Prozess ist für den vollautomatischen Betrieb konzipiert, er arbeitet marker- und kontaktfrei. (Bild: Fraunhofer ILT, Aachen)

Die Fraunhofer-Gesellschaft präsentiert auf der Analytica in diesem Jahr mit Optis-Cell ein besonderes Projekt aus der marktorientierten Vorlaufforschung.

Im Optis-Cell-Prozess werden Zellen auf einem Träger erst identifiziert, dann mit einem Laserpuls transferiert und schließlich auf einem zweiten Träger bezüglich ihrer Proteinproduktion charakterisiert. In einem ersten Schritt werden die Zellen mithilfe von Raman-Spektroskopie qualitativ dahingehend untersucht, ob sie ein bestimmtes Protein produzieren. Die Anlage nutzt dabei neuronale Netze, um die Spektren von produzierenden und nicht-produzierenden Zellen zu unterscheiden. In einem zweiten Schritt werden die produzierenden Zellen mit einem Laserpuls in eine gegenüberliegende Mikrotiterplatte befördert. Laser-Induced Forward Transfer (LIFT) heißt das entsprechende Verfahren, bei dem eine hauchdünne Titanschicht auf dem Träger mit einem Laser verdampft wird. Die entstehende Dampfblase erzeugt einen Jet aus einem Medium (z.B. Hydrogel), der dann die ausgewählte Zelle in die Empfängerplatte transferiert. In dieser speziell präparierten Mikrotiterplatte werden die Zellen weiter analysiert. Mithilfe von SERS-Spektroskopie wird dort ermittelt, wie effektiv die Zelle das gewünschte Protein produziert. Damit lassen sich schnell und automatisch High-Producer-Zellen finden und für die weitere Verwendung selektieren.

Der Optis-Cell-Prozess arbeitet markerfrei, kontaktfrei und er ist für den vollautomatischen Betrieb konzipiert. Um das zu validieren, haben die Projektpartner sowohl eine Zelllinie für die Produktion von Antikörpern, als auch ein System zur Analyse und zum Transfer aufgebaut. Der entsprechende Demonstrator wird auf der Messe zu sehen sein.

Getestet in der Antikörpersuche, soll der Prozess in Zukunft der Pharmaindustrie dabei helfen, teure und langwierige Entwicklungsprozesse deutlich effizienter zu gestalten. Der Aufwand wird dabei so weit reduziert, dass auch kleine und mittelständische Firmen solche Entwicklungen realisieren können.

Analytica: Halle A1, Stand 524

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