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Partikelsammler Neues Verfahren der Hygienekontrolle im Labor

| Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

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Sporenkette in Raumluft (Bild: Umweltanalytik Holbach)
Sporenkette in Raumluft (Bild: Umweltanalytik Holbach)

Schnelle, qualitative Aussagen des Hygienezustands der Umgebungsluft mit einem im Sachverständigenwesen bewährten Verfahren tragen wesentlich zur Erhöhung des Qualitätsstandards im Labor bei. Im Sachverständigenwesen bewährt sich seit Jahren die Probenahme von Partikeln in der Luft auf adhäsiv beschichtete Objektträger, sodass dieses Probenahmeverfahren in die 2008 verabschiedete VDI Richtlinie 4300 Blatt 10 aufgenommen wurde. Es wurde nun von der Firma Holbach Umweltanalytik GmbH auf die Belange von Laboren ausgeweitet: Bei der Partikelsammlung werden die Partikel in der Luft mit einer Schlitzdüse strömungstechnisch auf einen transparenten, adhäsiven und plan beschichteten Objektträger impaktiert. Die Partikel werden auf eine kompakte Sammelspur von 1,1 mm Breite und 16 mm Länge abgeschieden. Dieser Objektträger kann dann unmittelbar nach der Probenahme (ohne Kultivierung) angefärbt und lichtmikroskopisch ausgewertet werden. Im Gegensatz zur Luftkeimsammlung ist hier die Keimfähigkeit der Partikel für das Ergebnis nicht relevant, da jede Spore im Mikroskop erkennbar und zählbar ist. Durch den hohen Abscheidegrad des Partikelsammlers können auch Agglomerate und Aggregate von Bakterien erkannt und gezählt werden. Darüber hinaus liefert die Partikelsammlung auch sehr schnell Informationen über vorhandene nicht mikrobiologische Störeinflüsse in der Luft wie Fasern, beispielsweise emittierte Feinpartikel von Kleidung oder abgeschiedene Partikel von Filtern in raumlufttechnischen Anlagen.

Der beschriebene Partikelsammler besteht aus einem Partikel-Sammelkopf mit Objektträgerplatte und dem akkubetriebenen kompakten Probenahmesystem MBASS 30. Anstelle des Partikel-Sammelkopfes können auch Luftkeimsammelköpfe mit Volumenströmen von 30 l/min und 100 l/min zur Beladung von Nährmedien in Standard-Petrischalen betrieben werden. Auf die Sammelköpfe können Schläuche zu Probenahmen aus Hohlräumen in Produktionsanlagen aufgesteckt werden. Für besondere Aufgabestellungen können auch sterile Gelatinefilter mit dem Filteradapter beladen werden.

Mikrobiologische Luftprobenahmen sind Routinekontrollen in Laboren. Üblicherweise werden hierzu Partikel in der Luft strömungstechnisch auf Nährmedien oder Filter abgeschieden, die danach inkubiert werden. Nach 3 Tagen sind die Bakterien und nach 5 bis 7 Tagen sind die Schimmelpilze gewachsen und können ausgewertet werden. Eine schnellere, qualitative und quantitative mikrobiologische Kontrolle der Umgebungsluft ist eine Möglichkeit, um Qualitätsstandards zu erhöhen. Durch die Reduktion der Reaktionszeit können auftretende mikrobiologische Belastungen frühzeitig erkannt werden, Ursachenforschung betrieben und Maßnahmen zur Beseitigung eingeleitet werden. Um schnellere Aussagen über den Hygienezustand der Umgebungsluft zu erhalten, werden deshalb bis heute auch Partikelzähler eingesetzt, die jedoch nur teilweise den realen mikrobiologischen Zustand der Luft wiedergeben können. Partikelzähler zeigen die Partikelkonzentration verschiedener Partikelgrößenfraktionen an. Sie ermöglichen jedoch keine qualitativen Aussagen über die gemessenen Partikel. Andere scheinbar mögliche molekularbiologische Luftprobenahmeverfahren geben nur über die auf dem Biochip montierten Sonden eine qualitative Information.

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