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Stromspeicherung Neues Verfahren nutzt Mikroorganismen zur Stromspeicherung

| Redakteur: Tobias Hüser

Das österreichische Unternehmen Krajete hat ein auf Mikroorganismen basierendes Verfahren zur Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien entwickelt. Damit kann Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff in speicherbares Methan umgewandelt werden. Dabei wird ein natürlicher Stoffwechselprozess der sogenannten Archäa genutzt. Neben der Stromspeicherung ist auch die Herstellung von Biotreibstoff sowie die Aufreinigung von Bio- oder Abfallgas möglich.

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Archaeon des Genus Sulfolobus, infiziert mit dem Sulfolobus-Virus STSV1. Maßstab = 1 μm.
Archaeon des Genus Sulfolobus, infiziert mit dem Sulfolobus-Virus STSV1. Maßstab = 1 μm.
(Bild: Xiangyux / Wikimedia)

Linz/Österreich – Vier Milliarden Jahre erfolgte die Umwandlung von Kohlenstoffdioxid und Wasser in Methan in einem natürlichen Prozess durch sogenannte Archäa-Mikroorganismen, die zu den ältesten Lebensformen der Welt zählen. Die letzten vier Jahre machte sich das österreichische Unternehmen Krajete daran, den umweltverträglichen Prozess für den großindustriellen Einsatz nutzbar zu machen. Mit einer vierten Patentanmeldung ist der gesamte Prozess nun optimiert und fertig für die Lizenzierung.

„Neben der als "Power to Gas" bezeichneten Speicherung erneuerbarer Überschussenergie aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraftanlagen erlaubt unser Prozess gleich zwei weitere industrielle Anwendungen: die Veredelung von rohem Biogas zu reinem Erdgas sowie die Produktion von Biotreibstoffen der sogenannten 5. Generation“, erklärt Dr. Alexander Krajete, Geschäftsführer von Krajete.

Das Verfahren erfolgt in einem Bioreaktor. „So attraktiv dieser Prozess auch für die Energiebranche ist, so schwierig war er zu zähmen, also für eine konkrete Nutzanwendung maßzuschneidern“, so Krajete. Es gelang dem Unternehmen, den Prozess der Methanherstellung unter kontrollierten Bedingungen im Bioreaktor insgesamt zu perfektionieren - hohe Ressourceneffizienz und Umsatzgeschwindigkeiten zeichnen ihn nun genauso aus wie seine Robustheit und die Fähigkeit, mit rasch wechselnden Bedingungen fertig zu werden.

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