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Alzheimer-Forschung

Neuroproof finanziert Arbeitsstation über Crowdinvesting

| Redakteur: Matthias Back

Mit dem Kauf einer neuen Arbeitsstation aus den Finanzmitteln des Crowdinvesting konnte Neurproof seine Kapazitäten in der Alzheimer-Forschung deutlich erhöhen und die Kosten senken. Die neue Multiwell Arbeitsstation von Axion Biosystems ermöglicht es gleichzeitig bis zu 48 Untersuchungen durchzuführen.

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Laborarbeit an den Zellkulturen
Laborarbeit an den Zellkulturen
(Bild: Deutsche Mikroinvest)

Pulheim – Das Unternehmen kultiviert Nervenzellen, die untereinander ein komplexes neuronales Netz bilden, auf einen Computerchip und setzt diese Kulturen unterschiedlichen Substanzen aus. Die Reaktionen der Nervenzellen lassen sich aufzeichnen und interpretieren. Diese Vorgehensweise macht nicht nur Tierversuche bei der Suche nach neuen neuronalen Wirkstoffen und Medikamenten überflüssig, man erhält auch reproduzierbare Ergebnisse mit einem vergleichsweise höheren Informationsgehalt.

Erfassung der Datenmenge deutlich erhöht

So können die Neuroproof Nervenzellen unter anderem über Monate betrachtet und auch langfristige Änderungen erfasst werden. Wurden bisher pro Untersuchung 128 Datenkanäle aufgezeichnet, lässt sich mit der neuen Technologie die sechsfache Datenmenge erfassen. Damit werden neue Anforderungen an die Experimentdurchführung und Datenauswertung gestellt. Aktuell liegt die Priorität deshalb auf der Weiterentwicklung der Auswertungsverfahren, die die eigentliche Kernkompetenz von Neuroproof bilden.

Neuroproof kultiviert Nervenzellen, die untereinander ein komplexes neuronales Netz bilden, auf einen Computerchip und setzt diese Kulturen unterschiedlichen Substanzen aus.
Neuroproof kultiviert Nervenzellen, die untereinander ein komplexes neuronales Netz bilden, auf einen Computerchip und setzt diese Kulturen unterschiedlichen Substanzen aus.
(Bild: Deutsche Mikroinvest/Thomas Ulrich)
Erste Projekte wurden bereits erfolgreich mit dem neuen System durchgeführt. Dabei generierte man neuronale Zellkulturen aus humanen Stammzellen und untersuchte diese hinsichtlich früher pathologischer Veränderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer. Die neue Arbeitsstation ermöglicht eine wesentlich einfachere Handhabung der Zellkulturchips unter sterilen Bedingungen. So lassen sich mehrere Zellkulturen an aufeinanderfolgenden Tagen aufsetzen und die einzelnen Wachstumsphasen der humanen neuronalen Kulturen an den Proben über mehrere Tage studieren.

Alzheimer wird häufig erst spät bemerkt

Viele neuronale Erkrankungen manifestieren sich erst über einen längeren Zeitraum. Zum Beispiel vergehen bei der Alzheimer-Krankheit mehrere Jahre vom Beginn bis zu ersten wahrnehmbaren Symptomen, da das menschliche Gehirn sehr gut in der Lage ist, erste Ausfälle zu kompensieren. Die frühen Veränderungen im Gehirn sind an den synaptischen Nervenverbindungen zu erkennen und können jetzt viel besser über einen längeren Zeitraum untersucht und mit vielen potenziellen Medikamentenkandidaten gleichzeitig auf den Chips getestet werden.

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