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Medtech meets Pharma

„Nicht miteinander zu sprechen, ist keine Option“

| Autor / Redakteur: Peter Reinhardt / Matthias Back

Herr Alexiou, als forschender Mediziner kooperieren Sie mit beiden Branchen. Wo sehen Sie hier Probleme?

Alexiou: Es ist mitunter schwierig schon in präklinischen Phasen Pharmapartner ins Boot zu nehmen. Zwar ist die Pharmaindustrie gerne bereit, Geld zu investieren, jedoch erst, wenn der Proof of Principal abgeschlossen ist. Dann werden nicht selten gleich ganze Firmen gekauft. Pharmaunternehmen investieren eher in marktreife Firmen, als in die Forschung. Da stelle ich eine gewisse Divergenz fest.

Warum ist es so schwierig zu investieren?

Meyer: In öffentlich geförderten Projekten hängt das nicht selten mit deren Struktur und Regeln zusammen. Die machen es großen Unternehmen wie Siemens manchmal sehr schwer, sich dort einzubringen. Das liegt häufig auch daran, dass uns Ideen präsentiert werden, die wir nicht so gut verstehen und nachvollziehen können, oder dass wir zu spät involviert werden. Daher mein Appell an Mediziner: Je früher wir in Gedankenwelten eingebunden werden, desto früher sind wir in der Lage, uns darauf einzustimmen. Und dann kann man in Einzelfällen auch sicher wieder mehr Investitionsbereitschaft erwarten.

Teilen Sie diese Erfahrung, wünschen Sie sich in der Pharmaindustrie auch, schon früher eingebunden zu werden?

Kietzmann: Ja. Dafür haben wir uns beginnend mit unserem CEO-Wechsel vor rund drei Jahren grundlegend umstrukturiert und Forschungsaktivitäten zum Teil in die Hände von Kooperationen übergeben – auch mit Universitäten, weil man dort näher an der klinischen Realität ist. Das schließt aus, dass Forscher beispielsweise zehn Jahre an einem Produkt für die Onkologie arbeiten, ohne jemals einen onkologischen Patienten gesehen zu haben.

Allerdings gibt es bei diesen bilateralen Kooperationen einen entscheidenden Unterschied zur Medizintechnikindustrie: Letztlich basiert das Geschäftsmodell vieler Pharmaunternehmen noch immer auf der hochpreisigen und langfristigen Vermarktung von Patenten. In der Medizintechnik gibt es dagegen die Möglichkeit, über inkrementelle Verbesserungen neue Produkte und Marktchancen zu entwickeln. Aber letztlich sind wir gezwungen gemeinsame Lösungen zu bringen. Je früher wir miteinander reden, desto besser ist das.

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