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Medtech meets Pharma

„Nicht miteinander zu sprechen, ist keine Option“

| Autor / Redakteur: Peter Reinhardt / Matthias Back

Stichwort Gesetze. Beschäftigen Sie sich denn sowohl mit dem Arzneimittelgesetz (AMG) als auch mit dem Medizinproduktegesetz (MPG)?

Kietzmann: Ich persönlich ja, da ich zu gegebener Zeit bei uns auch für Medizinprodukte, speziell Insulinpens und Blutzuckermessgeräte, zuständig war. Aber ich bin da ein wenig ein Exot, obwohl die Rahmenbedingungen der jeweils anderen Branchen natürlich in die strategische Planung einbezogen werden müssen. Was kommt da auf uns zu? Welche Grundkompetenzen sind in Sachen Recht, Regularien aber auch Erstattung erforderlich? Die Finanzierung ist hier häufig problematisch. Problematisch und bis heute ungelöst ist meines Erachtens auch das Thema Profitsharing. Hier kommen die beiden Branchen aus komplett anderen Welten.

Meyer: Ja, wir beschäftigen uns schon seit einiger Zeit sehr intensiv mit dem AMG. Wir mussten verstehen, in welchen Regularien die Arzneimittelindustrie lebt und arbeitet, damit wir unsere Business-Cases entsprechend aufbauen konnten. Das machen wir in einem eigenen Team, das uns entsprechend präpariert. Wir beobachten beispielsweise, dass Gespräche zunehmend auf der Ebene von Indikationsfeldern stattfinden, nicht mehr nur auf technischer Ebene. In der Medizintechnik war das bisher nicht gefragt, aber die Pharmaindustrie ist damit sehr vertraut. Jedoch lernen wir hier ziemlich schnell. Wir merken, dass wir damit zu einem vertrauenswürdigeren Gesprächspartner werden.

Letzte Frage: Was wird die Entwicklung stärker beeinflussen, die beschleunigenden Faktoren oder die bremsenden?

Alexiou: Ich denke, dass die beschleunigenden Faktoren überwiegen werden. In unserer älter werdenden Gesellschaft muss die Medizin einfach neue Behandlungsmethoden anbieten. Es wird darauf ankommen, hierfür Synergien zwischen Medizintechnik- und Pharmaindustrie zu nutzen. Dafür stehen in Deutschland sowohl das erforderliche Know-how als auch die erforderlichen Techniken zur Verfügung.

Meyer: Ganz klar die beschleunigenden Faktoren. Von Anbieterseite, weil die Märkte immer enger werden und wir aus diesen ausbrechen müssen. Von Anwenderseite, weil die Anforderungen an moderne Medizinlösungen immer höher werden und somit der Druck auf uns steigt.

Kietzmann: Natürlich wünsche auch ich mir, dass die beschleunigenden Faktoren vorne liegen werden. Aber das europäische Gesundheitssystem ist so zersplittert, dass selbst bei einem gemeinsamen regulatorischen Vorgehen für Arzneimittel und Medizinprodukte mein Optimismus schwindet. Ich glaube, dass einige Lösungen mit sehr großem gesellschaftlichen, medizinischen und technischen Nutzen mit großer Energie voran- und durch das Gesundheitssystem hindurchgebracht werden müssen, sodass auch der letzte Bremser einsieht, hierfür eine Lösung finden zu müssen.

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke der DeviceMed.

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