Suchen

Forschung: Methanolumwandlung Nylon, Kosmetik und Medikamente aus Holzsprit

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

An der Universität Bielefeld untersuchen Forscherinnen und Forscher wie Bakterien Methanol in Kunststoff-Rohmaterial und Duftstoffe umwandeln können. In dem neuen Verbundprojekt Promyse (Products from Methanol by Synthetic Cell Factories) ist die Universität Bielefeld einer von acht Forschungs-Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Firmen zum Thema

Professor Volker F. Wendisch, Mitarbeiterin Sabine Heider und Dr. Petra Peters-Wendisch (v. l.) von der Universität Bielefeld wollen Bakterien dazu bringen, Methanol in nützliche Stoffe für die Industrie umzuwandeln. (Bild: Universität Bielefeld)
Professor Volker F. Wendisch, Mitarbeiterin Sabine Heider und Dr. Petra Peters-Wendisch (v. l.) von der Universität Bielefeld wollen Bakterien dazu bringen, Methanol in nützliche Stoffe für die Industrie umzuwandeln. (Bild: Universität Bielefeld)

Bielefeld – Seit Jahrzehnten produzieren Bakterien in der Industrie aus Glukose (Traubenzucker) Verbindungen, die zur Herstellung von Kosmetik, Medikamenten und Kunststoffen gebraucht werden. Glukose ist zwar ein nachwachsender Rohstoff, aber essbar, und Kritiker bemängeln, dass sie als Industrie-Rohstoff statt als Lebensmittel verwendet wird.

Ein neues EU-Forschungsprojekt soll untersuchen, wie sich Glukose durch einen massenhaft verfügbaren Rohstoff ersetzen lässt, und zwar durch Methanol, auch bekannt als Holzsprit. An diesem Projekt arbeitet die Universität Bielefeld zusammen mit europäischen Partnern aus Forschung und Industrie.

Forschungsverbund-Projekt Promyse

In dem neuen Verbundprojekt Promyse wollen der Biologe Professor Dr. Volker Wendisch von der Universität Bielefeld und seine Kollegen Bakterien untersuchen, die Methanol verwerten können. Diese sollen dann Wertstoffe wie die duftenden Naturstoffe Terpenoide und die Kunststoff-Vorstufen Diamine erzeugen. Ebenso wollen sie der Frage nachgehen, ob die Fähigkeit, Methanol zu verwerten, auf andere Bakterien übertragbar ist. Das dreijährige Forschungsprojekt ist im Januar 2012 gestartet. Die Europäische Union fördert diese Forschung zur Synthetischen Biologie mit rund drei Millionen Euro, davon gehen etwa 400.000 Euro an die Universität Bielefeld.

Die Universität Bielefeld ist einer von acht Partnern in dem Forschungsprojekt Promyse. Koordiniert wird das Projekt von der Stiftung für industrielle und technische Forschung (SINTEF) in Norwegen. Neben akademischen Partnern aus Groningen/Niederlande und Toulouse/Frankreich und zwei Start-up-Unternehmen sind der Chemiekonzern BASF sowie Forscher der Dechema und der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich beteiligt.

(ID:31761380)