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Forschung: Methanolumwandlung

Nylon, Kosmetik und Medikamente aus Holzsprit

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Um Methanol für die neuen Zwecke nutzbar zu machen, will das europäische Forscherteam nun den Bacillus methanolicus untersuchen. Er ist methylotroph – ihm reicht Methanol als einzige Quelle aus, um zu wachsen und Energie zu gewinnen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen der Frage nach, ob mit diesem Bakterium Wertstoffe aus Methanol hergestellt werden können. Außerdem wollen sie herausfinden, wie das Bakterium Methanol „verdaut“ und in welchen Genen die Steuerung dieses Stoffwechsels abgespeichert ist. Wenn das feststeht, wollen die Wissenschaftler einen genetischen Baustein isolieren, damit sich die Fähigkeit zur Methanol-„Verdauung“ auf andere Bakterien übertragen lässt.

Ihr Ziel ist es, die Fähigkeit in solche Bakterien einzubauen, die Stoffe produzieren, für die es in der chemischen Industrie eine starke Nachfrage gibt. Zunächst wollen die Forscher das Corynebacterium glutamicum mit der neuen Fähigkeit ausstatten, um so aus ihm einen Methanol-Umwandler zu machen. „Der Vorteil an diesem Bakterium ist, dass es in der Lebens- und Futtermittel-Industrie seit über 50 Jahren bewährt und sehr gut erforscht ist“, sagt Professor Wendisch.

Parfum aus "verdautem" Methanol

Mit der neuen Fähigkeit könnte der Mikroorganismus laut Wendisch genutzt werden, um zwei Produktlinien herzustellen: Terpenoide und Diamine. Terpenoide sind chemische Verbindungen, die in allen Pflanzen enthalten sind. Oft duften sie stark und kommen als ätherische Öle in Blüten, Nadeln und Früchten zum Beispiel in Zitronen und Limetten vor. Dr. Petra Peters-Wendisch von der Fakultät für Biologie ist für das Forschungsprojekt mitverantwortlich und weiß: „Terpenoide sind heute in der chemischen Industrie unverzichtbar.“ Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von biologischen Insektiziden bis zu Pharmazeutika gegen Malaria. Verbreitet ist auch der Einsatz als Geruchs- und Geschmacksstoff in Parfümen und Lebensmitteln.

„Aus Diaminen – der zweiten Produktlinie – lassen sich durch chemische Umwandlungen leicht Polyamide herstellen“, sagt Volker Wendisch. Polyamid ist ein Tausendsassa unter den Kunststoffen. Es wird als Synthesefaser für Textilien genutzt, als Ausgangsmaterial für technische Teile wie Dübel, Schrauben und Kabelbinder, und um Haushaltsgegenstände wie Löffel und Zahnbürsten-Borsten herzustellen.

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