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Synthetische Biologie Offener Dialog über Chancen und Risiken der Synthetischen Biologie

Redakteur: Dr. Ilka Ottleben

Die Synthetische Biologie – das Modellieren und Konstruieren künstlicher biologischer Systeme – könnte Lösungen für drängende Fragen in Bereichen wie Energie, Gesundheit und Umwelt bieten. Gleichzeitig bringt sie gesellschaftliche, politische und ethische Herausforderungen mit sich. Früh den offenen Dialog über Chancen und Risiken anzustoßen, ist Ziel des Projekts Synenergene das die EU mit vier Millionen Euro fördert.

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Das KIT koordiniert ein Projekt zum offenen Austausch zwischen Gesellschaft und Wissenschaft über Chancen und Risiken der Synthetischen Biologie.
Das KIT koordiniert ein Projekt zum offenen Austausch zwischen Gesellschaft und Wissenschaft über Chancen und Risiken der Synthetischen Biologie.
(Logo: KIT)

Karlsruhe – An der Schnittstelle zwischen Biologie und Technik führt die Synthetische Biologie Disziplinen wie Molekularbiologie, Nanobiotechnologie, Organische Chemie, Ingenieurwissenschaften und Informationstechnik zusammen. Das Potenzial maßgeschneiderter künstlicher biologischer Systeme kann künftig von der Energieerzeugung über das Erschließen neuer Rohstoffe bis zur Herstellung von Medikamenten reichen. Die möglichen unbeabsichtigten Folgen, etwa für Gesundheit oder Umwelt, sind jedoch noch unklar.

„Das Feld der Synthetischen Biologie entwickelt sich gerade erst, seine Konturen sind noch nicht festgelegt, sagt Projektleiter Christopher Coenen vom ITAS. Das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT koordiniert das Synenergene-Konsortium aus mehr als 25 nationalen und internationalen Partnern. „Wir wollen deshalb früh in diesem Prozess Bürgerinnen und Bürger sowie die unterschiedlichsten Akteure und Entscheider beteiligen – und sie zur Diskussion untereinander anregen.“ Ziel von Synenergene sei es, durch eine Kombination von öffentlichen Beteiligungsangeboten, Experten- und Stakeholder-Dialogen, wissenschaftlichen Analysen und künstlerischer Reflexion alle Beteiligten dabei zu unterstützen, voneinander zu lernen, den neuen Wissenschaftsbereich gemeinschaftlich zu formen und eine nachhaltige Agenda zu entwickeln. „All das wird zu verantwortungsvoller Forschung und Innovation in der Synthetischen Biologie – und darüber hinaus – beitragen.“

Aktionsplan mit mehr als 100 Veranstaltungen zur Synthetischen Biologie

Dazu hat das Konsortium einen Aktionsplan (Mobilisation Mutual Learning Action Plan, MMLAP) entwickelt, der unter anderem mehr als 100 Veranstaltungen vorsieht, darunter auch Theateraufführungen und Kunstprojekte. „Wir bleiben – bei der Dynamik des Themenfelds – jederzeit flexibel und sind offen für Kooperationen mit weiteren Initiativen und Organisationen“, so Coenen. Derzeit sind neben dem KIT mehr als 25 weitere Partner aus Europa und Nordamerika beteiligt.

Die EU fördert Synenergene mit vier Millionen Euro in den nächsten vier Jahren. Das Projekt trägt zu den Aktivitäten im Bereich „Science in Society“ (dt. „Wissenschaft in der Gesellschaft“) der EU bei: Verantwortungsvolle Forschung und Innovation (Responsible Research und Innovation, RRI) haben im neuen EU-Rahmenprogramm zentrale Bedeutung. Verschiedene gesellschaftliche Gruppen, Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung und Kunst sollen demnach in allen Phasen von Forschung und Innovation zusammenarbeiten, um so Naturwissenschaft und Technik mit gesellschaftlichen Werten, Bedürfnissen und Erwartungen in Einklang zu bringen.

Mehr Informationen über das Projekt finden sie hier.

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