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Geräteüberwachung Online-Geräte- und Systemüberwachung im Kliniklabor

| Autor / Redakteur: Johannes Lotz* / Dr. Ilka Ottleben

Analysensysteme sollten immer zu 100% zuverlässig funktionieren und das möglichst ohne Ausfallzeiten. In sensiblen Umgebungen wie Kliniklaboren, kann hiervon nicht zuletzt das Leben von Patienten abhängen. Die Online-Überwachung der Laborgeräte ist hier sinnvoll und spart kostbare Zeit.

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Abb.1: Im Kliniklabor kann das Leben eines Patienten von der Up-und Downtime eines Analysensystems abhängen. (Bild: lightpoet - Fotolia.com)
Abb.1: Im Kliniklabor kann das Leben eines Patienten von der Up-und Downtime eines Analysensystems abhängen. (Bild: lightpoet - Fotolia.com)

Im Luftverkehr, insbesondere nach einem Start, gehen wir von einer 100%igen „Uptime“ aus. In dieser Phase wäre jede „Downtime“ wörtlich zu nehmen und würde in einer Katastrophe enden. Auch im Kliniklabor kann das Leben eines Patienten von der Up- und Downtime eines Analysensystems abhängen.

Warum Laborgeräte online überwachen?

Alle wichtigen Betriebsteile eines Flugzeugs, wie z.B. Triebwerke, werden kontinuierlich durch Sonden überwacht. Die Alarmschwellen sind sehr empfindlich eingestellt und eventuelle Abweichungsdaten werden bereits während des Fluges an den Zielflughafen gemeldet. Derart können, z.B. bei einem Interkontinentalflug, bereits Stunden vor der Landung alle Vorbereitungen für eine proaktive Wartung oder Reparatur getroffen werden. Die Standzeit des Flugzeugs kann so auf ein notwendiges Minimum reduziert werden.

Auch in der täglichen Laborroutine ist der Begriff eines „Absturzes“ in Bezug auf die Laborsoftware oder die Analysensysteme durchaus gängig. Die Idee, ähnlich wie in der Luftfahrt, proaktive Überwachungsmöglichkeiten für Analysengeräte zu schaffen, ist daher nicht abwegig. Als Maß für die Verlässlichkeit eines Analysensystems kann die Uptime ermittelt werden. Dieser Begriff ist primär in der Datenverarbeitung gebräuchlich und gibt die zeitliche Verfügbarkeit eines Computersystems an. In einem Kliniklabor im 24-Stunden-Betrieb hätte ein Analysensystem mit einer 99-%-Uptime einen Gerätestillstand von etwa sieben Stunden pro Monat. Zieht man die Zeit für Wartungen und Reagenzbestückung ab, verbleibt die technisch bedingte Ausfallzeit. Hier setzen nun adäquat zum Luftverkehr proaktive Systeme zur Online-Geräte- und Systemüberwachung an.

Prinzipiell können alle Analysengeräte innerhalb eines Netzwerkes an eine online-Überwachung angeschlossen werden. Gerätedaten, ebenso wie Reaktionsabläufe einzelner Analysen können derart übermittelt und bewertet werden. Alle relevanten technischen und analytischen Daten werden dann verschlüsselt via Internet an den Server des Herstellers weitergereicht (s. Abb. 2, Abbott Diagnostics).

IT und Datenschutz bei der Online-Überwachung

Mittels einer speziellen Software (Device Relationship Management Software, DRM) können registrierte Online-Nutzer, z.B. der Laborleiter, weltweit Einblick in die aktuelle Datenlage des Labors bekommen. Im Zugriff sind dann Gerätemeldungen, Warnhinweise, Informationen zur täglichen Wartung, Hinweise auf zu ergreifende Maßnahmen sowie Wartungs- und Kalibrationsprotokolle.

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