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Laborausstattung Optimierte Einrichtung für das moderne Labor

Autor / Redakteur: Manuela Sterns* / Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Der Blick in die Kristallkugel verrät noch nicht viel über das Labor der Zukunft. Sicher werden aber Aspekte wie Energieeinsparung, Ergonomie und Modularität immer wichtiger. Der Labormöbel-Hersteller Köttermann zeigt mit seinen neuen Systemen, wie er diesen Anforderungen begegnen will.

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1 Gemeinsam mit anderen Herstellern arbeitet Köttermann im Rahmen des Nexygen-Projekts an zukünftigen Labortechnologien.
1 Gemeinsam mit anderen Herstellern arbeitet Köttermann im Rahmen des Nexygen-Projekts an zukünftigen Labortechnologien.
(Bild: Nexygen)

Geringer Platzbedarf, leichte Zugänglichkeit aller Geräte und einen hohen Anspruch an die Sicherheit – so lauten einige wichtige Eigenschaften der neuen Köttermann Entwicklungen. Dank zukünftiger modularer Möbellösungen können Laborgeräte sicher und platzoptimiert untergebracht werden. Dabei verbessert sich nicht nur die Bedienbarkeit, auch intelligente Entlüftungsmöglichkeiten sorgen für die Abführung von Lösungsmitteldämpfen und Wärme. Ende 2016 führt Köttermann ein ganzheitliches System ein, das modernste Abzugstechnik mit verstellbaren Schrankelementen kombiniert. Es gilt, Funktionalität, Sicherheit und ansprechendes Design in heutigen Laboren zu kombinieren.

Niedrigenergieabzug für geringere Kosten

Die Einsparung von Energiekosten ist ein zentrales Thema für alle Laborbetreiber. Im Bereich der Abzüge bietet sich enormes Einsparpotenzial. Der Niedrigenergieabzug Exploris Eco Plus ermöglicht durch seinen auf 250 Kubikmeter pro Stunde reduzierten Luftdurchsatz pro laufenden Meter Abzug eine Verringerung um bis zu 30 Prozent der Betriebskosten eines vergleichbaren Standardmodells. Läuft der Abzug rund um die Uhr, können das bis zu 1000 Euro im Jahr sein.

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Interview: Das Labor der Zukunft gestalten

LP: Herr Thiele, wandelt Köttermann sich vom Labormöbel-Spezialisten zum Laborgerätehersteller?

Tobias A. Thiele: Gerne möchte ich die Frage ein wenig verändert beantworten: Verfolgt Köttermann nun einen ganzheitlichen Laboransatz und reduziert sich nicht nur auf Labormöbel und Sicherheitsabzüge? Dem stimme ich in vollem Umfang zu. Unsere Umgebung verändert sich zunehmend schneller. Und damit die Anforderungen unserer Kunden. Bisher fehlten beispielsweise intelligente, sichere und ansprechend entworfene Systeme zur Unterbringung von Einzelgerätaufstellungen im Labor. Mit der Entwicklung neuer Module bedienen wir die steigenden Ansprüche an ein modernes, übersichtliches und sicheres Labor noch besser. Wir bei Köttermann nutzen auf der einen Seite unser umfangreiches Know-how in der Möbel- und Abzugsfertigung. Auf der anderen Seite profitieren wir von unserer Nähe zu den Kunden, die uns immer tiefere Einblicke in ihre Prozesse und den damit verbundenen Sicherheitsanforderungen gewähren. Die Herstellung von Laborgeräten aber überlassen wir auch zukünftig Firmen, die sich seit Jahrzehnten genau darauf spezialisiert haben.

LP: Im vergangenen Jahr haben Sie erstmals mit anderen deutschen Laborgeräteherstellern unter dem Namen Nexygen auf der Achema eine Vision vom zukünftigen Labor gezeigt. Was hat sich seitdem getan?

Thiele: Mit der Vorstellung des Next Generation Lab Nexygen haben wir eine Welle von Anfragen und Einreichungen von Zukunftsideen ausgelöst. Andere deutsche Hersteller und vor allem deutsche Universitäten begutachten unsere Entwicklungen mit großem Interesse und helfen uns nun bei der Weiterentwicklung zu serienreifen Produkten. Bereits auf der Analytica – 10. bis 13. Mai 2016 in München – werden wir weitere faszinierende Zukunftsprodukte ausstellen. Das Labor von morgen wird flexibler. So zum Beispiel wird ein Modul gezeigt, das unter anderem Trockenschränke von Memmert und Reinigungs-Desinfektionsgeräte von Miele beherbergen kann. Die Nutzung des vorhandenen Platzes wird somit deutlich vorteilhafter gewährleistet. Betrachten Sie nexygen® als „Inkubator“ für uns und unsere Partner, um Prototypen vorzustellen und gute, vom Markt akzeptierte Ideen in unsere Serienprodukte zu überführen.

LP: In diesem Jahr feiert Köttermann seinen 70. Geburtstag. Was sind Ihre Ideen für die kommenden Jahre?

Thiele: Am 20. Mai 1946, also vor 70 Jahren, hat unser Gründer – Johann Köttermann – unsere Firma als Hersteller von Labor- und Haushaltswaren geboren. Der Weg seitdem war immer von Veränderungen begleitet und hat uns zum führenden europäischen Hersteller von Labormöbeln und Abzügen aus Stahl gemacht. Nun sind wir wieder an einem Punkt, an dem sich Köttermann maßgeblich wandelt. Zukünftig werden wir nicht nur Labormöbel produzieren, sondern als führender Hersteller intelligente Laborinfrastruktur entwickeln. In der nahen Zukunft kommunizieren unsere Abzüge miteinander und können so dem Facility Manager wertvolle Einsparpotenziale hinsichtlich Energiekosten, Nutzungszeiten und Luftverbrauch aufzeigen. Materials Management ist ein weiteres Feld, mit dem wir uns beschäftigen. Wo sind meine Substanzen? Wo befindet sich mein Rührer? Wer darf den Sicherheitsschrank benutzen? Wo lagern welche Proben? Wer oder was regelt den Zugang? Nie waren die Trends im Labor so vielfältig wie heute – wir wollen sie mitgestalten. Unsere Köttermann Academy, vor drei Jahren gegründet, entwickelt sich dabei zum Wissenszentrum der deutschen Laborindustrie. Köttermann gibt die Antworten auf die Fragen nach dem Labor der Zukunft.

Kernstück des Eco Plus ist seine optimierte Strömungstechnik: Diese ermöglicht, den Luftvolumenstrom zu reduzieren und gleichzeitig allen Anforderungen an die Sicherheit gerecht zu werden. Denn auch hier kann der Exploris Eco Plus mit besonderer Sicherheit glänzen: Im anspruchsvollen Robustheitstest zur Bewertung des Leistungsvermögens von Abzügen liegt der Prüfgasausbruch des Eco Plus um 70 Prozent unterhalb des von der BG RCI geforderten Grenzwertes für Abzüge. Und das ohne aufwändige Zuluft, dank der intelligenten Innenraumgeometrie.

Labormöbel aus Stahl – 70 Jahre Tradition

Solche Produkte stehen exemplarisch für den Innovationsgeist von Köttermann. Seit nahezu 70 Jahren produziert das niedersächsische Unternehmen ausschließlich in Deutschland Laboreinrichtungen aus Stahl. „We care about your safety“ ist der Unternehmensleitsatz, an dem sich orientiert wird, um Produkte und Konfigurationen mit einem Höchstmaß an Sicherheit herzustellen und anzubieten. Die zehnjährige Garantie unterstreicht den Qualitätsanspruch, den das Unternehmen in allen Bereichen anwendet.

Im Rahmen ihrer Innovationsstrategie hat Köttermann 2014 den Arbeitskreis Nexygen – The Next Generation Lab – ins Leben gerufen. Mitglieder sind neben Köttermann die Unternehmen 2mag, Sartorius, Hirschmann und Memmert. Seit September 2014 arbeiten die Unternehmen zusammen, um zukünftige Anforderungen, Trends und Entwicklungen der Laborbranche zu analysieren. „Unser Ziel ist es, Labormöbel und -oberflächen intelligenter, Laborabläufe effizienter und den Umgang mit Ressourcen schonender zu gestalten. Nur durch die enge Zusammenarbeit der Kooperationspartner und den uneingeschränkten Wissensaustausch können gemeinsam Produkte entwickelt werden, die den Standard der nächsten Jahre setzen“, so Tobias A. Thiele, Geschäftsführer von Köttermann.

Gemeinsam mit Nexygen präsentiert Köttermann auf der Analytica 2016 in München einen modularen Prototyp: Diese Schranklösung bietet eine optimalen Ausnutzung der Laborflächen durch die Unterbringung von verschiedensten Gerätetypen. So können beispielsweise Inkubations- und Brutschränke mit dieser Innovation übereinander aufgestellt werden. Mit Nexygen werden neue Standards gesetzt: Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit, einfacher Datenaustausch der Geräte, bessere Ausnutzung des kostenintensiven Laborraumes, Verringerung der Fehleranfälligkeit sowie die Erhöhung der Laborsicherheit bei maximaler Wirtschaftlichkeit und nachhaltiger Verwendung von Ressourcen bilden dabei die Schwerpunkte der umzusetzenden Vorgaben.

* M. Sterns: Köttermann GmbH & Co., 31311 Hänigsen

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