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Zika-Viren Optimierte Tests zur sicheren Diagnose

Redakteur: Doris Popp

Wissenschaftler des Deutschen Zentrum für Infektionsforschung und der Universität Bonn konnten zeigen, dass nicht alle gebräuchlichen molekularen Nachweisverfahren für Zika-Viren sicher genug sind. Sie entwickelten optimierte Assays und eine Kontrolle für die Quantifizierung von Viren in Blut und Urin.

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Zika-CDC-Viren (Ausschnitt)
Zika-CDC-Viren (Ausschnitt)
(Bild: Cynthia Goldsmith)

Braunschweig, Bonn – Eine verlässliche Diagnose von Zika-Viren ist von größter Bedeutung – für Patienten ebenso wie für die weitere Forschung zur Ausbreitung der Erreger. In Mittel- und Südamerika breitet sich das Zika-Virus derzeit aus; mehr als eine Million Menschen haben sich seit Frühjahr 2015 angesteckt. Derzeit erfolgt der Nachweis einer akuten Infektion vor allem über eine Bestimmung des viralen Erbguts in Blut und Urin. Sechs schon vor dem aktuellen Ausbruch entwickelte Tests sind in den Ausbruchsregionen in Mittel- und Südamerika im Einsatz. Das Problem ist ihre Verlässlichkeit: Weisen sie die Virus-RNA auch bei sehr geringen Viruskonzentrationen nach? Wie empfindlich reagieren sie auf verschiedene Zika-Virenstämme und sind ihre Ergebnisse miteinander vergleichbar? Bisher sind diese Fragen nicht vollständig geklärt. Die Wissenschaftler befürchten daher, dass zahlreiche Infektionen mit dem Virus überhaupt nicht erkannt werden.

Das Problem der Verlässlichkeit

„Es ist ja gerade für Schwangere wichtig, dass sie sicher sein können, ob sie Zika-Viren im Blut haben oder nicht“, erklärt Prof. Dr. Felix Drexler vom Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), der nun gemeinsam mit Prof. Dr. Christian Drosten und seinem Team an der Universität Bonn die bestehenden Tests unter die Lupe genommen hat. In den vergangenen Monaten hat sich der Verdacht bestätigt, dass eine Infektion mit dem Zika-Virus bei Schwangeren zu Fehlbildungen des Gehirns von Föten führen kann.

Alle PCR-Tests im Vergleich

Um diese Unsicherheiten in der Diagnostik zu beheben, haben die DZIF-Wissenschaftler am Standort Bonn-Köln zunächst die gebräuchlichen Tests auf ihre Empfindlichkeit überprüft. Alle Tests weisen Virus-RNA (-Ribonukleinsäuren) nach, also das Erbgut des Erregers. Dabei kommt die sog. Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zum Einsatz, ein gebräuchliches Verfahren zum Nachweis von Nukleinsäuren. Die Tests unterscheiden sich vor allem danach, welche Region im Erbgut des Virus nachgewiesen wird. PCR-Tests eignen sich für den frühen Viren-Nachweis in der ersten Woche nach dem Auftreten von Krankheitssymptomen. Nach dem achten Tag werden serologische Tests empfohlen, die die von der infizierten Person gebildeten Antikörper bestimmen.

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