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Gert Moelgaard über Trends der Pharmabranche Patentklippe umschifft – aber was kommt danach?

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Nach der gefürchteten Patentklippe bewegen sich die meisten Pharmaunternehmen wieder in ruhigerem Gewässer. Die großen Umsatzeinbrüche sind ausgeblieben und die Pipelines sind wieder gut gefüllt. Klar ist aber, dass es trotzdem wie bisher nicht weitergehen wird, denn die neuen Arzneimittel verlangen nach neuen Produktionsstrategien.

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Gert Moelgaard ist Head of Strategic Development bei NNE Pharmaplan.
Gert Moelgaard ist Head of Strategic Development bei NNE Pharmaplan.
(Bild: NNE Pharmaplan)

Die größte Herausforderung hat die Pharmabranche überstanden: Die Patente der größten Umsatz- und Gewinnbringer sind abgelaufen und die Branche hat die gefürchtete Patentklippe umschifft. Jetzt liegt der Fokus auf dem zukünftigen Produktmix und es zeichnet sich ab, dass viele Firmen ihre Produktionsstrategie überdenken und ändern müssen.

Die vor der „Patentklippe“ entwickelten Top 20-Medikamente unterscheiden sich stark von den aktuell größten Blockbustern. Vor fünf Jahren handelte es sich bei den zehn umsatzstärksten Arzneimitteln hauptsächlich um OSD-Produkte (Oral Solid Dosage) mit großem Volumen, die millionenfach mit “dedicated Equipment” hergestellt wurden.

Blockbusteranlagen haben ausgedient

Diese Anlagen waren für die Blockbuster-Ära wegen des großen Produktvolumens ideal. Nicht nur die Herstellung, auch die komplette Lieferkette inklusive Lagerung und Transport sind auf die großen Volumina ausgerichtet. Außerdem stellen OSD-Produkte keine besonderen Anforderungen an Temperatur und Feuchtigkeit. Aber mit dem Patentablauf dieser Produkte haben sich die Anforderungen an die Produktionsanlagen geändert.

Heutzutage geht es um Spezialprodukte mit hohem Wert und deutlich kleinerem Volumen – davon sind viele Parenteralia. Viele der in der Blockbuster-Ära entstandenen Anlagen sind deshalb jetzt zu groß, zu spezialisiert und zu teuer, um kosteneffizient produzieren zu können.

Von großen zu mittleren Volumina

Daher ist Flexibilität eine der wichtigsten Anforderungen an die “Facilities of the Future”, denn die Spezialprodukte sind typischerweise sehr unterschiedlich. Es gibt zwar immer noch Blockbuster, aber bei weitem nicht mehr so viele wie vor der Patentklippe. Diese Veränderungen im Portfolio werden signifikante Auswirkungen auf die Produktion und auf die Technologien haben.

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