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Auszeichnung Paul-Bunge-Preis geht an Robert Anderson

| Redakteur: Doris Popp

Dr. Robert. G. W. Anderson, Clare Hall, University of Cambridge, GB, erhält in diesem Jahr den Paul-Bunge-Preis.

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Dr. Robert. G. W. Anderson wird mit dem Paul-Bunge-Preis 2016 ausgezeichnet.
Dr. Robert. G. W. Anderson wird mit dem Paul-Bunge-Preis 2016 ausgezeichnet.
(Bild: Privat)

Frankfurt a.M. – Die Preisverleihung erfolgt am 5. Mai im Rahmen der 115. Hauptversammlung der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie – der Bunsentagung 2016 – in Rostock. Der Preis der Hans-R.-Jenemann-Stiftung ist mit 7500 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Deutschen Bunsen-Gesellschaft (DBG) gemeinsam vergeben. Er zeichnet Studien zur Geschichte wissenschaftlicher Instrumente aus.

Anderson erhält die Auszeichnung in Würdigung seiner zahlreichen substantiellen Publikationen zur Instrumenten- und Chemiegeschichte. Bereits seit mehr als vier Jahrzehnten leistet Anderson einen maßgeblichen Beitrag dazu, dass die moderne, kontextbezogene und forschungsorientierte Instrumentengeschichte im Themenspektrum weltweit führender Museen verankert wird. Durch sein Engagement trägt der Chemiehistoriker maßgeblich dazu bei, das gegenständliche Erbe der naturwissenschaftlichen Moderne zu bewahren, historisch zu erschließen und zeitgemäß zu präsentieren.

Der 1944 in London geborene Anderson beendete sein Chemiestudium am St. John´s College der Universität Oxford, GB, im Jahr 1972 mit der Promotion. Nach Stationen als Kurator der chemischen und physikalischen Sammlung am Royal Scottish Museum in Edinburgh sowie als Kurator und später auch als Leiter der Abteilung Chemie am Science Museum London wurde er zum Direktor des Royal Scottish Museum ernannt. Ab 1985 war er Direktor an den National Museums of Scotland, die aus der Zusammenlegung des Royal Scottish Museum mit dem National Museum of Antiquities entstanden waren. Von 1992 bis 2002 war er Direktor des ältesten Nationalmuseums, des British Museum in London. Anderson ist Fellow am Institute for Advanced Study an der Princeton University, New Jersey, und Fellow von Clare Hall an der University of Cambridge. Er war Präsident der British Society for the History of Science, ist seit 2007 Präsident der Society for the History of Alchemy and Chemistry und seit 2012 Vorsitzender des Collection Committee der Chemical Heritage Foundation. Neben weiteren akademischen Auszeichnungen hat er Ehrendoktortitel der University of Durham und der University of Edinburgh inne.

Im Preisträgervortrag „Where has all the chemistry gone“ am 6. Mai erläutert Anderson, wie wichtig historische Ausstellungsstücke für das Verständnis von Geschichte sind. Er berichtet von der Bedeutung historischer Sammlungen für Forschung und öffentliche Bildung. Während jedoch Ausstellungen in Museen in anderen Fachgebieten wie beispielsweise Archäologie oder Naturgeschichte längst etabliert sind, ist die Chemiegeschichte deutlich unterrepräsentiert. Anderson wird differenziert betrachten, warum nur wenige Ausstellungen Instrumente und Apparate beinhalten und wie eine erfolgreiche Umsetzung aussehen kann.

Der Paul-Bunge-Preis gilt weltweit als wichtigste Ehrung auf dem Gebiet der Geschichte wissenschaftlicher Instrumente und wird öffentlich und international ausgeschrieben. Er ging bisher neben deutschen auch an britische, italienische, US-amerikanische, australische und kanadische Wissenschaftler. Über die Vergabe entscheidet der von der GDCh und der DBG getragene Beirat der Stiftung.

Hans R. Jenemann (1920 – 1996), Chemiker bei den Schott Glaswerken in Mainz, wurde bekannt durch seine Beiträge zur Geschichte wissenschaftlicher Geräte, vor allem historischer Waagen. Er selbst rief die Stiftung 1992 ins Leben. Benannt ist der Preis nach dem Hamburger Feinmechaniker Paul Bunge (1839–1888), einem der führenden Konstrukteure von Laborwaagen für die chemische Analyse.

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