Suchen

Datenschutz Personaler informieren sich im Internet über Bewerber

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Viele Personalverantwortliche suchen vor der Einstellung neuer Mitarbeiter im Internet nach Infos über ihre Bewerber. Insgesamt nutzen 39 % der Human Resources Manager Suchmaschinen, 23 % recherchieren in sozialen Netzwerken.

Firmen zum Thema

Lars Kripko, Datenschutzberater bei Nitkom Consult: „Die Informationen müssen frei verfügbar sein und die Suche nach den Kriterien des arbeitsrechtlichen Fragerechts erfolgen.“
Lars Kripko, Datenschutzberater bei Nitkom Consult: „Die Informationen müssen frei verfügbar sein und die Suche nach den Kriterien des arbeitsrechtlichen Fragerechts erfolgen.“
(Bild: Bitkom Consult)

Wie die Studie „Datenschutz im Personalmanagement“ von Bitkom Consult und Kienbau zeigt, informieren sich viele Personalverantwortliche von Unternehmen vor der Einstellung neuer Mitarbeiter im Internet über die Bewerber: 39 % der Personaler recherchieren mit Hilfe von Suchmaschinen und 23 % suchen gezielt in sozialen Netzwerken. Im Rahmen der Studie wurden 252 Unternehmen befragt.

Auch im Internet arbeits- und datenschutzrechtliche Regelungen beachten!

„Personaler müssen bei Recherchen über Bewerber im Internet arbeits- und datenschutzrechtliche Regelungen beachten“, sagt Lars Kripko, Datenschutzberater bei Bitkom Consult. „Die Informationen müssen frei verfügbar sein und die Suche nach den Kriterien des arbeitsrechtlichen Fragerechts erfolgen.“ Danach sind zum Beispiel Fragen nach einer Schwangerschaft, einer Schwerbehinderung oder einer Parteizugehörigkeit unzulässig. „Stößt der Personaler bei seinen Recherchen auf entsprechende Informationen, darf er sie nicht verwenden“, betont Kripko.

Personaler nutzen Internetrecherchen in der Regel, um sich ein Bild von einem Kandidaten zu machen oder die Richtigkeit seiner Angaben zu überprüfen. Nach den Ergebnissen der Umfrage ist die wichtigste Methode für Nachfragen allerdings das persönliche Gespräch: 63 % der befragten Personalverantwortlichen nutzen diesen Weg. 40 % erkundigt sich bei Mitarbeitern und Vorgesetzten eines Bewerbers.

Immerhin ein Viertel holt Informationen bei Behörden (zum Beispiel polizeiliches Führungszeugnis) oder eine Schufa-Auskunft ein. „Aus datenschutzrechtlicher Sicht sollten persönliche Nachfragen Priorität haben, weil sie dem Grundsatz der Direkterhebung entsprechen“, sagt Kripko.

Bild des Bewerbers in sozialen Netzwerken führt oft in die Irre

Generell sollten Personalverantwortliche die Ergebnisse ihrer Internetrecherchen aus Sicht des Bitkom nicht überbewerten. „Nicht immer taugt das Bild, das Menschen in sozialen Netzwerken oder Internetforen abgegeben, als Maßstab für die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch“, sagt Kripko. Die meisten Menschen könnten sehr wohl zwischen der privaten und beruflichen Sphäre trennen. Das sollten Personaler berücksichtigen.

Die vollständige Studie „Datenschutz im Personalmanagement“ ist unter www.hr-und-datenschutz.de veröffentlicht (Registrierung erforderlich).

* Der Autor ist Chef vom Dienst bei MM Maschinenmarkt. E-Mail: juergen.schreier@vogel.de

(ID:42370741)