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Auszeichnung Peter-und-Traudl-Engelhorn-Stiftung fördert Biotechnologie und Gentechnik

| Redakteur: Doris Neukirchen

Die Peter-und-Traudl-Engelhorn-Stiftung vergibt ihren Forschungspreis 2011 zur Förderung der Biotechnologie und Gentechnik an die Nachwuchswissenschaftler Dr. Claudia Höbartner aus Göttingen und Prof. Dr. Markus Kaiser aus Essen.

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Peter Engelhorn
Peter Engelhorn
( Bild: Peter-und-Traudl-Engelhorn-Stiftun )

Klosters/Schweiz – In Abweichung der üblichen Praxis verleiht die Peter-und-Traudl-Engelhorn-Stiftung 2011 gleich zwei Preise, dotiert mit jeweils 10 000 Euro. Aufgrund des zunehmenden Einflusses der biologischen Wissenschaften (Biophysik, Biochemie, Molekularbiologie, Zellbiologie und Bio-Informatik) auf die Entwicklung industrieller Technologien und neuer Produkte für die Diagnose und Therapie, sowie Medizin- und Umwelttechnik hatte der Evaluationsrat als Preisthema für 2011 „Lebensprozesse als Vorbild für chemische Technologien“ formuliert. Die beiden Ausgezeichneten nähern sich in ihren Forschungsarbeiten von völlig unterschiedlicher Seite der Thematik. Beide Ansätze werden als hoch interessant nicht nur für die Wissenschaftsentwicklung, sondern auch im Hinblick auf konkrete Anwendungsmöglichkeiten für die Bio- bzw. Pharmaindustrie gewertet.

Dr. Claudia Höbartner wirkt derzeit am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Cheme in Göttingen und hat bereits eine eigene unabhängige Forschergruppe aufbauen dürfen. Ihr zentrales Forschungsthema sind biochemische und insbesondere enzymatische Eigenschaften von DNA. Dr. Höbartner wies entgegen der bisherigen Lehrmeinung nach, dass die DNA als äußerst stabiles Molekül nicht nur den Speicher der Erbinformation darstellt, sondern dass sie auch als Katalysator für verschiedene Reaktionen zur Modifikation des Schwestermoleküls RNA eingesetzt werden könne. Sie entwickelte Methoden, die genaue Lokalisation der aktiven Stelle/Sequenz auf dem Riesenmolekül DNA zu identifizieren und auch positionsspezifisch zu verändern. Als Resultat entsprechen diese dann den biologisch relevanten RNA-Molekülen in Struktur und Funktion.

Das Forschungsinteresse von Prof. Dr. Markus Kaiser von der Universität Duisburg-Essen liegt darauf, die intrazellulären Protein-Abbau-Prozesse so zu inhibieren bzw. zu modulieren, dass ein therapeutischer Effekt entsteht. Anwendungen der Ergebnisse bei Volkskrankheiten wie Krebs, Herzinfarkt, Alzheimer könnten endlich Durchbrüche möglich werden lassen. Zwei seiner Substanzen befinden sich derzeit in der klinischen Prüfung. Seine Arbeiten fanden Niederschlag in mehr als 60 Publikationen in den renommiertesten issenschaftlichen Publikationsorganen und in drei Patenten. Zahlreiche Ehrungen, Preise und Fellowships begleiteten ihn in seiner wissenschaftlichen Laufbahn.

Die Preise werden am 17. Januar 2011 im Rahmen des renommierten „Klosters-Winter-Seminars“, im Seminarhotel Sport in Klosters/Schweiz, übergeben.

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