Suchen

Vakuumtechnik Pfeiffer Vacuum empfängt Röntgenpreisträger

| Redakteur: Matthias Back

In diesem Jahr verleiht die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ihren Röntgenpreis an Dr. Eleftherios Goulielmakis. Gestiftet wird der mit 15.000 Euro dotierte Preis, mit dem in erster Linie Arbeiten von Nachwuchswissenschaftlern ausgezeichnet werden, hälftig von Pfeiffer Vacuum und der Dr. Erich Pfeiffer Stiftung sowie der Ludwig-Schunk-Stiftung.

Firmen zum Thema

Wilfried Glaum, Vorsitzender der Dr. Erich Pfeiffer-Stiftung, Röntgenpreisträger Dr. Eleftherios Goulielmakis und Manfred Bender, Vorstandsvorsitzender der Pfeiffer Vacuum Technology AG (v.l.).
Wilfried Glaum, Vorsitzender der Dr. Erich Pfeiffer-Stiftung, Röntgenpreisträger Dr. Eleftherios Goulielmakis und Manfred Bender, Vorstandsvorsitzender der Pfeiffer Vacuum Technology AG (v.l.).
(Bild: Pfeiffer Vacuum)

Der diesjährige Röntgen-Preisträger Dr. Eleftherios Goulielmakis ist derzeit Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München. Er erhält die Auszeichnung für herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Attosekundenphysik und -technologie mit weichen Röntgenstrahlen. Goulielmakis promovierte 2005 in Physik an der LMU München mit Untersuchungen zur Attosekundenphysik. Sie bildeten die Grundlage für seine bahnbrechenden Beiträge auf diesem Gebiet. Dabei gelang es ihm im Anschluss an seine Doktorarbeit, den bisher kürzesten elektromagnetischen Puls von 8 x 10-17 s zu messen. Dieser ultrakurze Lichtpuls erlaubt die Beobachtung der Elektronendynamik in Atomen und Molekülen in Realzeit.

Lichtbasierte Schaltkreise steigern die Rechengeschwindigkeit

Goulielmakis und sein Team schafften es, mit einem Attosekundenpuls (1 Attosekunde = 10-18 s) im weichen Röntgenbereich zum ersten Mal die Bewegung von Valenzelektronen in Ionen in Realzeit vollständig zu charakterisieren. Anschließend entwickelten Goulielmakis und sein Team einen „Light Field Synthesizer“, mit dem die Wellenform eines Lichtpulses mit Attosekundenpräzision manipuliert werden kann. Dies ermöglicht neuartige Methoden zur Kontrolle von Elektronen mit Licht im weichen Röntgen- und extremen UV-Bereich mit hoher zeitlicher Auflösung.

Weiterhin gelang es dem diesjährigen Röntgenpreisträger und seinen Mitstreitern, mit ultraschnellen Laserfeldern Elektronen in einem Festkörper zu beschleunigen, wodurch erstmals eine kohärente Emission von Photonen im extremen UV-Spektrum erzielt werden kann. Auf Basis dieser Forschungsergebnisse lassen sich mithilfe eines Lasers in einem speziellen Vakuumrohr ultrakurze Röntgenpulse erzeugen, mit denen man extrem kleine Strukturen beobachten kann. Dadurch können beispielsweise sogar Elektronen abgebildet werden.

Eine weitere Anwendung könnten lichtbasierte Schaltkreise sein, mit denen man die Rechengeschwindigkeit im Vergleich zu aktueller Technologie um den Faktor 100.000 erhöhen könnte. Die Arbeit von Dr. Eleftherios Goulielmakis trägt zum benötigten Grundlagenverständnis bei, um solche lichtbasierten Schaltkreise überhaupt entwickeln zu können.

Vakuumlösungen für die Forschung

Manfred Bender, Vorstandsvorsitzender der Pfeiffer Vacuum Technology AG, gratulierte dem Preisträger: „Viele Forschungseinrichtungen sind seit Jahrzehnten Partner von Pfeiffer Vacuum. Unsere Vakuumlösungen werden am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching erfolgreich eingesetzt und deshalb freuen wir uns besonders, dass Dr. Eleftherios Goulielmakis der diesjährige Röntgenpreisträger ist.“ Bender erläuterte weiter: „Seit 125 Jahren setzt Pfeiffer Vacuum Maßstäbe in der Vakuumtechnik. Das Unternehmen blickt auf eine von Pioniergeist und Leidenschaft geprägte Erfolgsgeschichte zurück, die von Beginn an zum technologischen Fortschritt von Industrie und Wissenschaft beigetragen hat. Auch aus diesem Grund ist es für uns sehr wichtig, die Spitzenforschung und insbesondere den Nachwuchs zu fördern.“

Der Beitrag erschien zuerst auf dem Portal unserer Schwestermarke .

(ID:43789963)