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Megatrends Pflichtprogramm für Unternehmenslenker

| Autor / Redakteur: Frank Jablonski / Matthias Back

Schneller, höher, weiter – wie im Rhythmus einer Nähmaschine sollen heute Erfindungen aus den Köpfen rattern. Doch nicht jede Neuerung mehrt den Unternehmenswert. Um eine nachhaltige Entwicklung zu betreiben, hilft es, innezuhalten und die großen globalen Trends zu betrachten.

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Das Zukunftsinstitut bezeichnet den Megatrend als „Blockbuster“ des Wandels.
Das Zukunftsinstitut bezeichnet den Megatrend als „Blockbuster“ des Wandels.
(Bild: Olivier Le Moal - Fotolia.com)

Die supergescheiten Futuristen irren meistens, weil sie fälschlicherweise glauben, dass sich technologische Neuentwicklungen in schnurgerader Richtung bewegen. Das tun sie nicht! Sie bewegen sich vielmehr in unregelmäßigem Auf und Ab, in Wellen und manchmal sogar in Sprüngen.“ Das sagte John Naisbitt, seines Zeichens US-amerikanischer Autor mit dem Themenschwerpunkt Trend- und Zukunftsforschung. Während Naisbitt zu Recht vor einfachen Antworten warnt, hat er uns selbst schon früh bedeutende Trends nahegebracht.

Megatrend – „Blockbuster“ des Wandels?

Er gilt als „Erfinder“ des Begriffes Megatrend und wies schon in den Achtzigerjahren auf das Informationszeitalter hin, durch das wir derzeit mit Handy und Apps navigieren.

Seitdem die Globalisierung so richtig in Fahrt gekommen ist, reicht es auch lokalen Verbänden, Unternehmenslenkern und Politikern nicht mehr, ihr Handeln (ausschließlich) nach einem Quartals-, Drei- oder Fünfjahresplan oder schlicht linear fortschreibend auszurichten.

Gesellschaftliche Megatrends geben bei immer mehr Managemententscheidungen die Richtung vor. Das Jahr, in dem sich die Gründung des MM Maschinenmarkt zum 120. Mal jährt, wollen wir zum Anlass nehmen, um die Megatrends zu betrachten, die unsere Gesellschaften und damit auch unsere Industrien maßgeblich beeinflussen.

Entwicklungsabteilungen, Marketingspezialisten genauso wie die Chefetagen sorgen sich um die richtige Richtung ihres Tuns und orientieren sich an mehr oder weniger bedeutenden Entwicklungen. Das wirft die Frage auf: Wie definiert sich ein Megatrend? Das Zukunftsinstitut bezeichnet ihn als „Blockbuster“ des Wandels. Nach Definition der Forscher muss es sich schon um langfristige Entwicklungen handeln, die für alle Bereiche von Gesellschaft und Wirtschaft prägend sind.

Andere werden bei der Definition eines Megatrends genauer, er sollte beispielsweise eine Halbwertszeit von mindestens 25 bis 30 Jahren haben. Ein wichtiger Aspekt ist zudem, dass er beziehungsweise seine Auswirkungen in allen möglichen Lebensbereichen auftauchen (nicht nur im Konsum, sondern auch in der Politik, Ökonomie,...). Megatrends haben demnach prinzipiell einen globalen Charakter, auch wenn sie nicht überall gleichzeitig stark ausgeprägt sind.

Was ist ein Megatrend?

Trotz des Versuches der genauen Definition birgt der Blick in die Glaskugel immer auch die Gefahr, zu sehr den eigenen Vorstellungswelten angepasst zu werden – was beim Aufspüren „echter“ Megatrends bezogen auf die eigene Lebenswirklichkeit beachtet werden sollte. Beim VW-Konzern klingt das beispielsweise so: Megatrends sind „die fortschreitende Urbanisierung, eine sich verschiebende Demografie (älter werdende Gesellschaft) und das Thema immer knapper werdender Ressourcen (fossile Energieträger, seltene Erden,...). Diese Trends verändern zunehmend das Kaufverhalten der Kunden. Die neu entstehende Mittelschicht verlangt neue Produkte und innovative Lösungen – gleichzeitig gibt es staatlicherseits neue Regulierungen, die massiven Einfluss auf das Tagesgeschäft haben.“

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