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Förderinitiative Nachhaltige Pharmazie Pharma-Initiative bekämpft Ursachen von Umweltbelastungen

| Redakteur: Tobias Hüser

Die pharmazeutische Industrie unterliegt strengen Regulierungen: Einmal genehmigte Prozessabläufe können nur mit hohem administrativem Aufwand geändert werden. Vor diesem Hintergrund startete die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Jahr 2012 die Förderinitiative „Nachhaltige Pharmazie“. In ihrer Förderpraxis verfolgt die DBU das Prinzip, die Ursachen von Umweltbelastungen anzugehen anstatt „Sünden der Vergangenheit“ nachträglich zu korrigieren.

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Die Umwelttechniken der Förderinitiative können auf der nächsten IFAT begutachtet werden. Die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft findet vom 30. Mai bis 3. Juni 2016 auf dem Münchner Messegelände statt.
Die Umwelttechniken der Förderinitiative können auf der nächsten IFAT begutachtet werden. Die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft findet vom 30. Mai bis 3. Juni 2016 auf dem Münchner Messegelände statt.
(Bild: Ifat)

München – Die Förderinitiative greift vorsorgende Ansätze auf, welche die Umweltauswirkung bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe und pharmazeutischer Produkte stärker berücksichtigen. Neben Maßnahmen, die den Eintrag von Arzneimittelreststoffen in die Umwelt vermeiden, zielt die DBU dabei auch auf den schonenden Umgang mit Ressourcen und eine effiziente Herstellung ab, um den Verbrauch an Rohstoffen, Lösungsmitteln und Energie sowie das Abfallaufkommen zu reduzieren.

Ergebnisse erfolgreicher DBU-Förderprojekte sind beispielsweise die effiziente Herstellung von Beta-Lactam-Antibiotika durch die Reaktionsführung in mikrotechnischen Bauteilen oder das Verdoppeln der nutzbaren Ausbeute durch ein biotechnologisches Syntheseverfahren für Profene wie Ibuprofen oder Naproxen.

Im Projekt „Energetische Optimierung von Wirbelschichtprozessen mittels PAT-gesteuerter Feedbackschleifen“ kooperieren unter Federführung der HHU Düsseldorf (Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie) die Unternehmen Glatt, Boehringer Ingelheim Pharma und Parsum bei der Optimierung und Steuerung von Wirbelschichtprozessen. Pharmazeutische Prozesse in einer Wirbelschicht gehören zu den energieintensivsten Herstellungsschritten. Mit Hilfe von Inline-Partikelsonden soll die Entwicklung der Partikelgröße in Echtzeit überwacht und die Ergebnisse für Regel-Algorithmen zur Verfügung gestellt werden.

Best-Practice-Projekte gehen von großen Unternehmen aus

Best Practice-Vorzeigeprojekte, bei denen es um eine nachhaltige Neuausrichtung der gesamten Firmen-Philosophie geht, finden sich naturgemäß zuerst bei den größeren Unternehmen, die die dafür erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen haben. Beispielsweise hat Boehringer Ingelheim mit seinem Energiemanagement systematisch die Weichen für effiziente und zukunftsfähige Standorte in Deutschland gestellt. Energiekennzahlen dienen als Steuergrößen, um die grundsätzlichen Einsparziele für die Standorte und die angestrebten Effizienzstandards für einzelne Gebäude und Prozesse zu überwachen.

Mit diesen Maßnahmenpaketen ist es gelungen, die Effizienz der Anlagen kontinuierlich zu verbessern und CO2-Emissionen zu mindern. Am Standort Biberach sind zwei Gasturbinen zur Stromerzeugung installiert, deren Abwärme zur Erzeugung von Dampf genutzt wird. Der Dampf kann ganzjährig genutzt werden: Im Winter zum Heizen und im Sommer mit Absorptionskältemaschinen zum Kühlen. Diese hocheffiziente Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung spart - gegenüber einer konventionellen Versorgung - pro Jahr allein für diesen Standort etwa 15.000 t CO2-Emissionen ein.

In Ingelheim trägt der Betrieb des Kraftwerks substanziell zur Ressourcenschonung durch den Einsatz von Altholz bei, das vorwiegend aus der Region stammt. Die Installation von Wärmerück-gewinnungssystemen in Labor-und Produktionsgebäuden sorgt für eine weitere Reduktion beim Kohlendioxidausstoß. Die Investitionskosten amortisieren sich binnen weniger Jahre.

Nachhaltigkeitskonzepte werden weltweit umgesetzt

Global aktive Konzerne setzen ihre Nachhaltigkeitskonzepte auch international um: Umweltgerechte Chemikalienentsorgung in Thailand, Installation einer Waschanlage für restentleerte Flaschen in Indonesien, Sicherheitsschulungen für Kunden auf den Philippinen und Recycling von Küvetten-Tests aus verschiedenen europäischen Ländern: Merck KGaA engagiert sich auf der ganzen Welt für den umweltverträglichen und nachhaltigen Umgang mit Chemikalien – auch nach deren Verwendung. Dieses Verantwortungsbewusstsein setzt das Unternehmen in einen eigenständigen Prozess um: Die „Merck-Retrologistik“ fasst die gesamte Infrastruktur rund um die Rückführung von Verpackungen und von verbrauchten Chemieprodukten nach hohen Standards für Umweltschutz und Nachhaltigkeit zusammen.

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