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Arbeitgeberbewertungen Pharmabranche unterschätzt Signalkraft sozialer Bewertungen

| Redakteur: Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Manager und Personalverantwortliche in der Pharmabranche unterschätzen die Wirkung sozialer Bewertungen auf das eigene Unternehmen. Diesen Schluss legt eine aktuelle Untersuchung von Vectis Consulting nahe.

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Nur 15 Prozent der Pharma-Unternehmen erhalten Top-Bewertungen als Arbeitgeber.
Nur 15 Prozent der Pharma-Unternehmen erhalten Top-Bewertungen als Arbeitgeber.
(Bild: kritiya/Fotolia.com)

Nürnberg – Die Studie zeigt, dass nur 15 Prozent der Pharma-Unternehmen Top-Bewertungen als Arbeitgeber bekommen. Welche Reichweite und Signalkraft solche Aussagen im Internet haben können, dürften vor allem die 85 Prozent zu spüren bekommen, die ungenügend oder gar negativ bewertet sind. Denn im Rahmen der Untersuchung wurde auch getestet, welche Suchergebnisse ein potentieller Bewerber erhält, wenn er im Netz nach „Unternehmensname + Arbeitgeber“ sucht. Das Ergebnis: Drei Viertel aller untersuchten Arbeitgeberprofile tauchen in den Top 5-Ergebnissen von Google auf.

Schlechte Bewertungen schrecken Bewerber ab

Gerade im Hinblick auf Employer Branding ein fatales Ergebnis, so Roland Knorr, Vectis Geschäftsführer und Experte für Changemanagement und Unternehmenskultur: „Solche schlechten Noten im Internet schrecken Bewerber ab und können ein Grund dafür sein, dass offene Stellen über einen längeren Zeitraum unbesetzt bleiben. Dabei muss das nicht einmal heißen, dass all diese Unternehmen schlechte Arbeitgeber sind. Es ist in Deutschland nur typischerweise so, dass zuerst die schreiben, die unzufrieden sind, und nicht anders herum.“

Ein weiterer Fakt, den die Untersuchung offen legt: Keines der auf der Bewertungsplattform gelisteten Unternehmen geht aktiv auf die Kommentare – ob nun gut oder schlecht – ein. „Der offene Umgang mit Kritik im Internet sollte zwingend in die Unternehmenskommunikation integriert werden“, rät Knorr. Denn stimmt die Kultur im Unternehmen können schnelle Erfolge sowie der Aufbau einer guten Arbeitgeber-Marke erzielt werden.

Arbeitgeberbewertungen - Spiegel der Unternehmenskultur

Das kann der Experte sogar belegen. „Bei einem Mandanten aus der Pharmabranche haben wir das Problem erkannt und sowohl Personalmanagement als auch Unternehmenskultur neu strukturiert. Diese ganzheitliche Strategie brachte unserem Mandanten nicht nur schnell sichtbar bessere Bewertungen im Netz, sondern auch 50 Prozent mehr qualifizierte Bewerber auf offene Stellen“, erklärt Roland Knorr.

Arbeitgeberbewertungen sieht er als Spiegel der Unternehmenskultur. „Daher sollten Management und HR-Abteilung damit anfangen kritisch zu hinterfragen, wo und vor allem wofür das Unternehmen steht. Und wie man sich künftig positiver darstellen kann.“ Ein erster Schritt sei eine auch für die Mitarbeiter transparente Kommunikation. Nur so könne man sie dafür begeistern, Positives im Internet zu schreiben und Negatives lieber im persönlichen Gespräch zu klären.

Über die Untersuchung:

Für die Untersuchung von Vectis Consulting wurden 52 Profile auf der Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu.de unter die Lupe genommen. Allesamt namhafte Unternehmen aus der Pharmabranche, darunter alle Mitglieder des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa). Die Profile wurden nach elf Kriterien ausgewertet. So wurde unter anderem untersucht wie oft das Bewertungsprofil aufgerufen wurde (im Schnitt über 19.000 mal) oder wie viele Profile innerhalb der letzten 6 Monate bewertet wurden (41 %).

Weitere Informationen sowie alle Details zur Untersuchungen finden Sie im Blog-Artikel von Roland Knorr.

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