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Pharmahersteller Pharmahersteller benötigen neue Geschäftsmodelle

| Redakteur: Sonja Beyer

Pharmahersteller müssen ihre Geschäftsmodelle grundlegend umbauen und sich entweder auf den Massenmarkt konzentrieren oder zum spezialisierten Gesundheitsdienstleister werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Branchenstudie „Pharma 2020: Supplying the future“ von Pricewaterhouse Coopers (PwC).

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Zauberwort Wandel: Pharmahersteller müssen ihre Wertschöpfung laut PwC neu organisieren. (Bild: memephoto/Pixelio)
Zauberwort Wandel: Pharmahersteller müssen ihre Wertschöpfung laut PwC neu organisieren. (Bild: memephoto/Pixelio)

Frankfurt/Main – „Krankenversicherungen zahlen künftig nur noch eine Preisprämie für neue Arzneimittel, wenn sie besser sind als bislang verfügbare Präparate oder Therapien. Hersteller müssen also einerseits effizienter werden und bereits bei der Entwicklung stärker auf die späteren Kosten für Produktion und Vertrieb achten als heute“, erläutert Dr. Martin Schloh, Partner im Bereich Gesundheitswesen und Pharma von PwC. Diese Umstellung von therapie- auf ergebnisbasierte Vergütungsmodelle in der Gesundheitsversorgung zwinge die globale Pharmaindustrie zu einem radikalen Umbau ihrer Geschäftsmodelle.

Vor dem Hintergrund der sich ändernden Rahmenbedingungen identifiziert die Studie vier Handlungsoptionen zur Umstellung der Wertschöpfungskette. Pharmahersteller, die auf eine Transformation zum Gesundheitsdienstleister setzen, könnten den Wandel entweder als „virtueller Hersteller“ oder als „Dienstleistungs-Innovator“ bewältigen:

  • Virtuelle Hersteller lagern ihre Wertschöpfung von der Entwicklung bis zum Vertrieb komplett aus, sodass sich durch die konsequente Beauftragung von Netzwerkfirmen Fixkosten und Investitionsrisiken minimieren. Die Herausforderung bestehe darin, stets die Kontrolle über alle Abläufe zu behalten. Bislang berichten laut PwC z.B. Hersteller, die große Teile ihrer Produktion an Fremdfirmen vergeben haben, noch deutlich häufiger über Qualitätsprobleme und resultierende Lieferausfälle als Hersteller, die überwiegend in eigenen Anlagen fertigen.
  • Für Dienstleistungs-Innovatoren hat das genaue Verständnis der Patientenbedürfnisse Priorität. Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten und Therapien müssen ständig überwacht und die Erkenntnisse ohne Zeitverzögerung umgesetzt werden, was eine enge Abstimmung mit weiteren beteiligten Gesundheitsdienstleistern erfordert.

Hersteller, die sich auf den Massenmarkt fokussieren, können sich als „Low-Cost“-Anbieter etablieren oder aber als „Profit Center“ für unternehmensinterne und –externe Kunden aufstellen:

  • Low-Cost-Anbieter müssen anfallende Kosten genau zurechnen können – Produkt für Produkt und für jedes Glied der Wertschöpfungskette. Nur so lässt sich genau kalkulieren, welches Arzneimittel über den gesamten Lebenszyklus profitabel ist und welches Produkt die Renditeerwartungen nicht erfüllen kann. Für Quersubventionierung ist in diesem Modell kein Raum.
  • Um als „Profit Center“ bestehen zu können, brauchen Anbieter genaue Informationen sowohl über die eigenen Stärken und Schwächen als auch das Marktumfeld. Die angebotenen Dienstleistungen müssen nicht nur qualitativ und preislich wettbewerbsfähig sein, sondern sich auch möglichst nahtlos in interne Prozesse der Kunden einfügen lassen. Schließlich muss auch gewährleistet sein, dass unternehmensinterne und –externe Kunden gleichberechtigt behandelt werden.

„Der Zeitraum der alleinigen Nutzung von Innovationsprämien wird kleiner. Daher liegt der Schlüssel zum Erfolg in der optimalen Nutzung der Wertschöpfungskette Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Alle Schritte müssen im Verlauf optimal aufeinander abgestimmt werden, um so zu gewährleisten, dass ein Maximum aus den Investitionen herausgeholt wird“, so Dr. Nikolaus Schumacher, Partner im Bereich Gesundheitswesen und Pharma von PwC.

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