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Markt-Barometer Polypropylen auf dem Vormarsch

| Redakteur: Tobias Hüser

Der globale Umsatz von Polypropylen soll dynamisch ansteigen. Wie Ceresana berichtet, ist mit einer Ausbeute von mehr als 145 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019 zu rechnen. Gerade in der Verpackungsindustrie ist der Kunststoff gefragt. Der wichtigste Absatzmarkt für Polypropylen ist dabei der asiatische Raum.

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Im Folienwerk von W. und H. Fernholz werden von Dow produzierte Kunststoffe wie Polypropylen zu Verpackungsfolien weiter verarbeitet.
Im Folienwerk von W. und H. Fernholz werden von Dow produzierte Kunststoffe wie Polypropylen zu Verpackungsfolien weiter verarbeitet.
(Bild: Fernholz)

Konstanz – Polypropylen gehört zu den am vielseitigsten einsetzbaren Kunststoffen. Viele Produkte, die wir alltäglich gebrauchen, sind aus diesem Polyolefin. Für den zweitwichtigsten Kunststoff rechnet Ceresana mit einem dynamischen Anstieg des globalen Umsatzes auf mehr als 145 Milliarden US-Dollar im Jahr 2019.

Insbesondere durch die dynamische wirtschaftliche Entwicklung von aufstrebenden Schwellenländern wird die Nachfrage nach Polypropylen (PP) weiter zuneh­men. Die durchschnittliche Wachstumsrate der vergangenen acht Jahre von jährlich 4,4 Prozent wird in Zukunft voraussichtlich sogar noch übertroffen werden, wie in der aktuell publizierten Marktstudie eingehend beschrieben wird.

Asien-Pazifik weiter auf dem Vormarsch

Schon jetzt machen die Länder in Asien-Pazifik über die Hälfte des globalen PP-Verbrauchs aus. Damit ist diese Region der wichtigste Absatzmarkt, gefolgt von Westeuropa und Nordamerika. Die Aufteilung der Nachfrage auf die Weltregionen wird sich jedoch merklich ändern. Die Marktforscher von Ceresana prognostizieren, dass in Zukunft Asien-Pazifik weitere Marktanteile des globalen PP-Markts hinzugewinnen kann – vorwiegend zu Lasten der gesättigten Industrieländer.

Viele Schwellen- und Entwicklungsländer profitieren hingegen von einem steigenden Verbrauch in den Anwendungsgebieten – insbesondere seitens der Fahrzeugindustrie. Die Nachfrage nach leichten, spritsparenden Fahrzeugen steigt weltweit. Aus diesem Grund werden bei der Autoproduktion vermehrt Metall- und Gummiteile durch gewichtsparende Kunststoffe ersetzt.

Die veränderte regionale Nachfrage wird sich auch auf die Produktionsstruktur der Hersteller auswirken. Die weltweite PP-Kapazität von gegenwärtig rund 62 Millionen Tonnen wird bis zum Jahr 2019 um voraussichtlich über 23,5 Millionen Tonnen erweitert. Rund 57 Prozent dieser neuen Kapazitäten werden wiederum in Asien-Pazifik geschaffen.

Verpackungsindustrie ist wichtigster Markt

Zu den wichtigsten Nachfragern von PP zählen die Hersteller von flexiblen und starren Verpackungen, die im Jahr 2011 zusammen über die Hälfte des Verbrauchs ausmachten. Fasern aus PP sowie Konsumprodukte erreichten einen Anteil von jeweils rund 12 Prozent. Auch der Bereich Elektro und Elektronik sowie die Fahrzeug- und Bauindustrie hatten mit jeweils über rund 6 Prozent einen nennenswerten Anteil an der weltweiten PP-Nachfrage.

Zu den sonstigen industriellen Anwendungen zählen z.B. medizinische Produkte wie Einwegspritzen, Petrischalen, Diagnostikgeräte, sowie Katheter. Des Weiteren werden Dekobänder, Wellpappe und Sicherheitsfolien für Banknoten teilweise aus PP hergestellt. Der weltweit umfassendste Report analysiert, wie genau sich der Einsatz von PP in den einzelnen Absatzmärkten entwickeln wird.

Absehbar ist, dass die Nachfragesteigerung für Fahrzeuge in den kommenden acht Jahren mit 5,8 Prozent am höchsten ausfallen wird. Bei Fasern erwartet Ceresana mit einem Wachstum von 2,8 Prozent pro Jahr den geringsten Anstieg. Wichtigste Anwendungsgebiete werden mit deutlichem Abstand die Bereiche flexible und starre Verpackungen bleiben, wobei die regionalen und länderspezifischen Unterschiede signifikant sind.

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