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Auszeichnung

Preis für Aufklärung menschlichen Erbguts

| Redakteur: Doris Neukirchen

Prof. Dr. Svante Pääbo (Bild: DGKL)
Prof. Dr. Svante Pääbo (Bild: DGKL)

Am 17. Mai 2011 wird der Preis für „Biochemische Analytik“ der Deutschen Vereinten Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V. (DGKL), der von der Deutschen Gesellschaft für Biochemie mitgetragen wird, verliehen.

Berlin – Der mit 50 000 Euro dotierte und von der Unternehmensgruppe Sarstedt gestiftete Preis wird für Fortschritte auf dem Gebiet der biochemischen und molekularen Analytik verliehen. Es werden wegweisende methodisch-analytische Verfahren ausgezeichnet, die zu neuen Erkenntnissen in der Lebenswissenschaft und der Medizin, speziell der klinischen Chemie und klinischen Biochemie, geführt haben. Die Preisverleihung findet im Rahmen des 21. Kongresses (der IFCC WorldLab) vom 15. bis 19. Mai 2011 in Berlin statt. Preisträger dieses Jahres sind der US-Genomforscher und Biotechnologe Dr. Jonathan M. Rothberg sowie der Direktor des Leipziger Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie und an der Universität Leipzig lehrende schwedische Mediziner und Biologe Prof. Dr. Svante Pääbo.

Rothberg erhält die Auszeichnung für seine Entwicklung einer völlig neuen Methode zur Hochdurchsatz-Sequenzierung von Nukleinsäuren (schnelle Bestimmung der Nukleotidabfolge in einem DNA/RNA-Molekül) – das so genannte „next generation sequencing“. Seine Erfindung eröffnet die Möglichkeit der vollständigen Genomanalytik eines Individuums. Rothbergs Methode wird mittlerweile weltweit von wissenschaftlichen und klinischen Laboratorien in Universitäten, großen Forschungszentren sowie von der forschenden Pharmaindustrie (Stichwort „personalisierte Medizin“) eingesetzt.

Der Evolutionsgenetiker Pääbo wird mit dem Preis für seinen wegweisenden Einsatz dieser neuen Methode in der Erforschung der Herkunft des Menschen und früherer Menschenformen (Hominiden) ausgezeichnet. Er initiierte 2006 das „Neandertal Genome Project“. Dabei gelang ihm mithilfe der neuen Analyseverfahren von Rothberg erstmalig, das Erbgut dieser frühen Menschenform zu entschlüsseln (prominentes Beispiel: der Gletschermann „Ötzi“). Im Dezember 2010 entdeckte Pääbo eine weitere frühere Menschenform – den Denisova-Hominiden. Durch den Vergleich des Gesamtgenoms des modernen Menschen, der Hominiden und der Großaffen konnte Pääbo Genorte für die menschliche Sprachentwicklung identifizieren. Seine Untersuchungen zeigen eine bisher unbekannte Verbindung von Selektionsgenen der menschlichen Evolution mit der Entstehung von modernen Zivilisationserkrankungen.

Die Verknüpfung der neuen Sequenziertechnologie von Jonathan M. Rothberg mit der wegweisenden Evolutionsforschung Svante Pääbos hat die evolutionäre Medizin als neues und zukunftsweisendes Forschungsgebiet für das Verstehen von Empfindlichkeit und Resistenz von „Volkskrankheiten“ des Menschen wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie, Adipositas, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Demenz oder Tumor eröffnet.

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