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Übernahmeangebot Qiagen will australisches Diagnostikunternehmen übernehmen

| Redakteur: Doris Neukirchen

Qiagen hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Cellestis Limited für rund 355 Millionen US-Dollar in bar getroffen. Damit erhält Qiagen Zugang zu einer neuartigen „prämolekularen“ Technologie, die den Nachweis von Krankheiten mit einer bisher nicht gekannten und durch andere Technologien nicht erreichbaren Sensitivität ermöglicht.

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(Logo: Qiagen)
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Venlo/Niederlande, Melbourne/Australien – Mit der Übernahme von Cellestis, eines börsennotierten und profitablen Unternehmens mit Hauptsitz in Australien, erhält Qiagen exklusive Rechte an der proprietären Quanti-Feron-Technologie für den Nachweis und die Überwachung unterschiedlicher Krankheiten. Cellestis vermarktet diese Technologie erfolgreich in Form des Quanti-Feron-TB-Gold-In-Tube-(QFT)-Tests, eines führenden Nachweisverfahrenes für latente Tuberkulose (TB). Zudem hat das Unternehmen kürzlich mit der Vermarktung des Quanti-Feron-CMV-Tests für den Nachweis des Risikos einer Erkrankung, die von dem lebensgefährlichen Zytomegalievirus ausgelöst wird, begonnen. Die Testverfahren sind bereits in zahlreichen Ländern offiziell für die klinische Nutzung zugelassen und verfügen über erhebliches, bislang unerschlossenes Marktpotenzial.

Da die Technologie diagnostische Informationen deutlich früher als molekulare Tests auf DNA-Basis liefern kann, wird Quanti-Feron als eine „prämolekulare“ Testtechnologie angesehen. Dank ihrer Sensitivität ist selbst der Nachweis latenter Infektionen möglich. Bei solchen Infektionen finden sich im menschlichen Körper Erreger (Bakterien, Viren oder Pilze) in solch geringen Mengen, dass ihr Nachweis mithilfe etablierter molekularer Tests auf DNA-Basis nicht möglich ist. Quanti-Feron ist komplementär zu Qiagens Portfolio an molekulardiagnostischen Tests. Da die Technologie hochsensitiv ist und klinisch relevante Informationen liefert, kann sie im Vorfeld DNA- und RNA-basierter molekularer Testmethoden eingesetzt werden. Eine verstärkte Anwendung dieser Technologie kann somit auch Einsatz und Verbreitung molekularer Tests auf DNA-Basis vorantreiben. Beispielweise können Patienten, bei denen mithilfe der Quanti-Feron-Technologie ein bestimmtes Krankheitsrisiko diagnostiziert wurde, im weiteren Behandlungsverlauf verstärkt molekulardiagnostischen Kontroll- und Monitoringtests auf DNA- oder RNA-Basis unterzogen werden, um die Schwere der Erkrankung zu ermitteln und die geeignete Therapie zu bestimmen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Transaktion plant Qiagen, die Quanti-Feron-Produkte auf seinen Plattformen QIAensemble (ein in der Entwicklung befindliches Hochdurchsatz-Automationssystem der nächsten Generation), QIAsymphony (eine Automationsplattform für niedrige bis hohe Testdurchsätze, die bereits weltweit vermarktet wird), sowie auf seine Geräte für die Vor-Ort-Testung, die Qiagen mit der Akquisition der ESE GmbH erworben hat, zu migrieren. Die Aktionärsversammlung zur Abstimmung über das Übernahmeangebot ist für Juni 2011 geplant.

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