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Plastikmüll in Life-Sciences-Laboren

Ran an den Abfall: In 5 Schritten zu weniger Plastikmüll im Labor

| Autor / Redakteur: Dr. Kerstin Hermuth-Kleinschmidt* und Julian David Senn** / Dr. Ilka Ottleben

Rethink: Sind bioabbaubare Kunststoffe eine Lösung?

Einzelne Ansätze zur Entwicklung biologisch abbaubarer Einmalprodukte gab und gibt es zwar auch im Life-Sciences-Bereich, aber richtig durchgesetzt hat sich keines [20]. Die notwendigen Rottezeiten für einen biologischen Abbau können in industriellen Kompostieranlagen nicht immer eingehalten werden und selbst dann stellt laut dem Umweltbundesamt (UBA) die Kompostierung biologisch abbaubarer Kunststoffe keine sinnvolle Entsorgung dar, da dabei nur CO2 und Wasser entstehen [21]. Ein werkstoffliches Recycling wäre eine sinnvolle Alternative, allerdings ist dies momentan technisch schwierig zu realisieren [21].

Eine andere Alternative sind biobasierte Kunststoffe, also „klassische“ Polymere, wie Polyethylen, die aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt werden und eine vielversprechendere Lösung darstellen. Einige Produkte auf Basis von „Bio-PE“ finden sich auch schon im Life-Sciences-Bereich, wie Laborflaschen [22] oder das Unterteil (Base) in Pipettenspitzen-Racks [23,24].

Ergänzendes zum Thema
 
LP-Info: Wo bekomme ich Unterstützung, Ideen und weitere Informationen?

Ein Gutachten des Umweltbundesamtes aus dem Jahre 2012 kam zu dem Schluss, dass Folien aus Bio-Polyethylen (Bio-PE) auf Basis von brasilianischem Zuckerrohr im Vergleich zu fossilem PE aus europäischer Herstellung geringere Umweltlasten auf den Klimawandel und den fossilen Ressourcenverbrauch haben [21]. Auf der anderen Seite hat der biobasierte Kunststoff aufgrund des Zuckerrohranbaus eine gesteigerte Eutrophierung der Umwelt und eine erhöhte Versauerung der Böden und Ozeane zur Folge. Das Bild ist somit momentan (noch) gemischt und es muss, je nach Plastiktyp und Rohstoff im Einzelnen geprüft werden, ob diese Produktionsvariante ökologisch sinnvoller ist oder nicht.

Die Zukunft liegt wohl, auch laut der Studie des Umweltbundesamtes, in der Nutzung biobasierter, aber klassischer Kunststoffe, wie Bio-PE, da hier bereits vorhandene Recyclingstrategien genutzt und damit die Ökobilanz insgesamt verbessert werden kann. Zweitens kann in Zukunft der vermehrte Einsatz von Sekundärrohstoffen (wie Abfallreststoffen) statt agrarischer Biomasse, wie Zuckerrohr, die Ökobilanz ebenfalls positiv beeinflussen [21].

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