Suchen

Vibrionen Real-Time-PCR-Systeme für den schnellen und sicheren Nachweis von Vibrionen

| Redakteur: Dipl.-Chem. Marc Platthaus

Die schnelle und zuverlässige Diagnostik ist bei vielen Erkrankungen entscheidend für Krankheitsverlauf und Behandlungserfolg – so auch bei Infektionskrankheiten. Das Forschungsprojekt VibrioNet entwickelt Real-time-PCR-basierte Nachweissysteme für humanpathogene Vibrio-Erreger.

Firmen zum Thema

Abb. 1: Die meisten Vibrio-Arten leben in Süß- und Meerwasser und kommen vorwiegend in wärmeren Gebieten vor. Die Klimaveränderung könnte dazu führen, dass die Erreger in Zukunft auch an deutschen Küsten zu finden sind. (Bild: Heinz Metters pixelio)
Abb. 1: Die meisten Vibrio-Arten leben in Süß- und Meerwasser und kommen vorwiegend in wärmeren Gebieten vor. Die Klimaveränderung könnte dazu führen, dass die Erreger in Zukunft auch an deutschen Küsten zu finden sind. (Bild: Heinz Metters pixelio)

Bei der rasanten Verbreitung von EHEC hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, den schnellen Nachweis von Krankheitskeimen zu erbringen, um gefährliche Erreger rasch eindämmen zu können. Dies ist derzeit auch für Vibrio-Keime aktuell. Diese finden sich sowohl in Gewässern als auch in Fischen und Meeresfrüchten – also in Lebensmitteln, die hierzulande immer beliebter werden: Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt inzwischen bei 16 kg. Zudem könnten die humanpathogenen Erreger sich bei voranschreitender Klimaerwärmung auch an deutschen Küstengebieten ausbreiten. Aus diesen Gründen haben deutsche Forscher das Projekt Vibrionet unter der Beteiligung internationaler Wissenschaftler gegründet. Das Verbundprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, besteht aus Arbeitsgruppen mehrerer Institutionen der Bereiche Medizin, Meeresforschung und Lebensmittelhygiene, darunter auch das Bundesinstitut für Risikobewertung. Ziel des Forschungsverbundes ist es, die Bedeutung von Vibrio-Infektionen in Deutschland zu erfassen und die Krankheitskeime zu charakterisieren. Darauf aufbauend soll ein sicheres und schnelles Nachweissystem für humanpathogene Vibrio-Erreger entwickelt werden.

Zahl der Vibrio-Infektionen in Deutschland steigt

Da in den vergangenen Jahren immer häufiger Vibrio-Infektionen in Deutschland festgestellt wurden, musste man von einer zunehmenden Verbreitung der humanpathogenen Erreger ausgehen. Bisher gibt es hierzulande aber keine Meldepflicht für Erkrankungen, die durch Vibrio parahaemolyticus verursacht werden. Deshalb lassen sich bis dato auch keine konkreten Angaben zum Vorkommen von Vibrionen in deutschen Lebensmitteln machen. Um die Ausbreitung der Keime kontrollieren zu können, haben Forscher und Wissenschaftler verschiedener Institute im Oktober 2010 das Projekt Vibrionet ins Leben gerufen. „Ziel des Forschungsverbundes ist es, Daten zum Vorkommen von Vibrionen in Deutschland zu erfassen, um dann Strategien zur Bekämpfung zu entwickeln“, erklärt Dr. Eckhard Strauch, einer der Initiatoren des Projekts sowie Leiter des Nationalen Referenzlabors für die Überwachung von Bakterien in Muscheln am Bundesinstitut für Risikobewertung.

Bildergalerie

(ID:28700470)